Thomas: „Es fühlt sich gut an, zu wissen, wohin der Weg geht“

Thomas, 23 Jahre, Auszubildender zum Feinwerkmechaniker

Vor vier Jahren habe ich mein Maschinenbaustudium an der TU Braunschweig begonnen. Ich war schon immer technikbegeistert – deshalb dachte ich, dass das der richtige Weg sei, um einen Beruf im Bereich Technik auszuleben.

Das Studium fand ich dann auch sehr interessant, vor allem die Mathematik hat mir großen Spaß bereitet. Das einzige Problem war, dass ich neben dem Studium noch in zahlreichen anderen Projekten engagiert war, was dazu geführt hat, dass ich weniger Energie in das Studium investiert habe und nicht gut vorankam. Die Zweifel wurden immer größer. Mir wurde zunehmend klar, dass ich meinen eigenen Weg einschlagen sollte – einen Weg, den ich für richtig halte. Das Problem daran waren die vielen Bedenken, wie mein Umfeld darauf reagieren würde. Als ich eine Prüfung zum dritten Mal nicht bestand, blieb mir keine andere Wahl, als mich nach etwas Anderem umzusehen.

In dieser Zeit stieß ich auf das Projekt „Wegbereiter“. In einem freundlich-offenen Gespräch in lockerer Atmosphäre ging es darum, eigenverantwortlich eine Lösung für meine Situation zu finden. Durch gezieltes Fragen wurde ich angeregt, meine Situation zu reflektieren und ehrlich meinen Status Quo festzustellen. Im Anschluss an meine Antworten darauf, welches meine Ziele sind und welche Wünsche ich für die Zukunft und einen passenden Beruf habe, welches meine Stärken und Schwächen sind, wurden zum einen meine Lösungsideen gesammelt und mir zum anderen auch weitere Vorschläge zu möglichen Lösungswegen gemacht, die sich aus dem Netzwerk der „Wegbereiter“ ergaben. Gleichzeitig haben mir die „Wegbereiter“ in einem Begleitprotokoll andere Beratungsstellen empfohlen, um spezifische Informationen zur Ausbildung einzuholen, unter anderem die Studien- und Berufsberatung der Agentur für Arbeit Braunschweig-Goslar und die Ausbildungsberatung der IHK Braunschweig.

In meinem Fall fiel die Option, etwas Anderes zu studieren, schnell weg, da ich in diesem Fachbereich bleiben wollte. An eine andere Fachhochschule wechseln wollte ich auch nicht, da ich noch von den erlebten Rückschlägen frustriert war und etwas Abstand gewinnen wollte. Eine Aus-/ Fortbildung zum Staatlich geprüften Techniker an der Technikakademie Braunschweig konnte ich auch nur mit einer vollständigen Berufsausbildung und einem Jahr Berufserfahrung beginnen. Also blieb letztlich nur noch die Option, eine gewerbliche Berufsausbildung zu beginnen. Ich war zuerst von der Ausbildungsdauer von bis zu 3,5 Jahren abgeschreckt. Außerdem fühlte es sich wie eine Degradierung an. Allerdings war ich mir sicher, dass kein anderer Weg für mich in Frage kam.

Heute bin ich froh, diesen Schritt gewagt zu haben. Ich durfte letztlich die Ausbildung um ein Jahr verkürzen, habe endlich regelmäßige Erfolgserlebnisse, da ich gute Leistungen in der Berufsschule und in der Praxis bringen kann. Außerdem habe ich konkrete Ziele, was ich danach machen will. Es fühlt sich gut an, zu wissen, wohin man gehen will und dass der Weg offen ist. Dieses Gefühl ist hundert Mal mehr wert, als die Meinung meines Umfeldes. Und auch wenn der Weg heute anders verläuft, als in meiner ursprünglichen Vorstellung vom „perfekten“ Berufsweg, kann mich dieser Weg genauso an mein persönliches Ziel bringen.

Bildnachweis: Wegbereiter

 

 

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