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Stefan und Bastian: Techniker aus Leidenschaft!

Stefan und Bastian: Staatlich geprüfter Techniker statt Maschinenbauer? Warum nicht!

Stefan

Mit Mitte 20 habe ich in meinem Maschinenbau-Studium feststellen müssen, dass ich nur perspektivlos herumeierte. Direkt nach der Schule hatte ich mich für ein Maschinenbau-Studium entschieden, da auch mein Vater diese Fachrichtung eingeschlagen hatte. In der Kindheit hatte ich schon immer gerne mit Lego gespielt; auch während der Schulzeit habe ich gerne getüftelt (z.B. an Fahrräder, in der Hobby-Werkstatt meines Vaters), sodass ich mir bei der Studienwahl eines technischen Fachs schon sehr sicher war. Schnell merkte ich jedoch in den ersten zwei Semestern, dass mir der Anwendungsbezug an der Uni zu kurz kam. Mehr oder weniger durch Zufall wurde ich bei einer Internetrecherche auf die Technikakademie der Stadt Braunschweig (TAB) aufmerksam, da ich nach einer Perspektive und gleichzeitigen persönlichen Weiterentwicklungsmöglichkeit nach einer technischen Ausbildung in der Region Braunschweig googelte. Heute stecke ich mitten in der Technikerausbildung an der Technikakademie der Stadt Braunschweig und bin begeistert über die Unterstützung von den TAB-Verantwortlichen, dank derer mir Leistungen aus dem abgebrochenen Studium auf die Techniker-Ausbildung anerkannt wurden. Diese seit einigen Jahren Kombinationsmöglichkeiten von Aus- und Weiterbildung zum staatlich geprüften Techniker an und ist Kooperationspartner im „Wegbereiter“-Netzwerk für diejenigen, die feststellen, dass sie lieber etwas Praktisches machen möchten. Wichtig ist dabei zu wissen, dass es eine Einzelfallprüfung auf Dokumentenbasis ist, die durch die Landesschulbehörde abgesegnet wurde. Die Technikakademie hat regionale  Kooperationen u.a. mit der Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften und mit der TU Clausthal („Techniker2Bachelor“), als auch überregional mit anderen Hochschulen wie der Universität Wrexham in Wales, wo den Absolventen nach dem Erwerb des Technikers wiederum ein verkürztes Bachelorstudium offensteht. Gleichzeitig geht die Technikerausbildung für die meisten Studienabbrechenden mit Praxisanteilen in Unternehmen einher, wo sie fehlende Praxiserfahrungen nachholen und absolvieren müssen, sofern sie nicht selbst schon einen Ausbildungsabschluss haben. Den Praxisbezug und einen entsprechend strukturierteren Unterrichts-Alltag ziehen viele Studienabbrechende, wie ich letztlich auch, der selbst strukturierten Arbeitsweise im Studium vor.

Bastian

Anders als Stefan habe ich das Glück gehabt, dass ich durch meinen Onkel auf die Projekte für Studienzweifelende und Studienabbrechende an der TAB aufmerksam gemacht wurde. Meine Studienzweifel sind aus persönlichen Gründen hervorgetreten, sodass ich Nebenjobs neben dem Maschinenbau-Studium wahrgenommen habe und das Studium einfach zu kurz kam. Rückblickend kann ich festhalten, dass die Belastung aus Studieren und Geldverdienen für mich zu groß wurde. Es geht mir viel besser mit der Entscheidung, das Studium abzubrechen, da ich vorher nicht gemerkt habe, was für eine körperliche und seelische Belastung es war. Jetzt blicke ich in eine positive Zukunft. Letztlich bin ich auch über Google auf TAB-Webseite gestoßen. Aktuell sind Stefan und ich mit weiteren Studienabbrechenden in einer Jahrgangsklasse untergekommen. Ein großer Vorteil ist, dass wir ähnliche Erfahrungen bereits gesammelt haben und unsere Motive für die Ausbildung zum Staatlich geprüften Techniker zielgerichteter zum Vorschein kommen. Auch sind wir als eine Lerngruppe bereits sehr gut eingespielt und unterstützen uns gegenseitig sehr. Zufrieden bin ich mit der (Verweis) Beratungskette bis zum aktuellen Zielort TAB. Ich bin aktuell sehr froh, dass ich die Entscheidung zum Studienabbruch hin zur Aufnahme des Staatlich geprüften Technikers an der TAB getroffen habe und empfehle diesen Weg zu 100 Prozent weiter. Auch weil mir Studienleistungen für den Einstieg direkt in die Oberstufe anerkannt wurden und eine zeitliche Verkürzung auf ein Jahr möglich scheint. Auch eine Rückkehr an einer der regionalen Hochschulen scheint für mich möglich und erstrebenswert.

Kommentar (Redaktion):

Beide sehen nun positiv in die Zukunft und haben mit dem Erwerb des Staatlich geprüften Technikers/in eine konkrete und realistische Perspektive vor sich, auf der sie im Rahmen ihrer Berufslaufbahn aufbauen können. Aus Sicht der TAB stellt die Zusammenarbeit im „Wegbereiter“-Netzwerk eine Win-Win-Situation für beide Seiten – Studienabbrechende und Bildungsanbieter – dar: „Es kommen immer wieder Studierende zu uns, die Schwierigkeiten bei der Bewältigung des Studiums haben, aber schon wertvolle Kenntnisse und Motivation zur Veränderung mitbringen“, so Norbert Heucke . Das Angebot kommt letztlich auch den Arbeitgebern in der Region zu Gute, die alle nach guten Fachkräften suchen.

Weitere Informationen, die uns Stefan und Bastian zur Verfügung gestellt haben, findet Sie auf der Webseite der Technikakademie Braunschweig: https://www.technikakademie-bs.de/bildungsangebot/studienabbrecher/

Bildnachweis: Bastian/TAB

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Sebastian: „Ich habe mit der Hochschule noch nicht abgeschlossen“

Sebastian: „Ich habe mit der Hochschule noch nicht abgeschlossen“

Sebastian, 27 Jahre, Servicetechniker für vertikale Mobilität

Ich habe bisher noch nie Tagebuch oder einen Blogbeitrag geschrieben, daher ist das hier Premiere für mich.

Mein Weg zu den Wegbereitern führte mich über viele Stationen: Nach meinem Abitur mit dem Schwerpunkt Wirtschaft leistete ich meinen Grundwehrdienst bei der Marine ab. Dort wurde ich der Elektrotechnik zugeteilt und wechselte Lampen, putzte und ging schiffstechnische Wache. Ich verlängerte den Wehrdienst nach den 6 Monaten auf insgesamt 22 Monate und nutzte die Zeit, um bezahlt etwas von unserem Planeten zu sehen, Kameradschaft zu erleben und um Bewerbungen für Ausbildungen zu schreiben.

Ich bekam meine Zusage für die Ausbildung zum Elektroniker für Betriebstechnik, als ich gerade irgendwo in der Biskaya (Seegebiet zwischen Frankreich und Spanien) weilte. Einige Zeit später war ich dann also wieder in Deutschland und absolvierte meine Ausbildung, welche ich, wie auch drei weitere Kollegen, sogar frühzeitig erfolgreich abschließen konnte. Sehr gern wollte ich mich noch weiterbilden und sah dazu in meinem unmittelbaren Arbeitsumfeld wenig Möglichkeiten, also bewarb ich mich für ein Bachelorstudium an der Hochschule. Zur Überbrückung arbeitete ich einen Monat in Braunschweig und startete dann im ersten Jahrgang des neuen Studiengangs Wirtschaftsingenieurwesen Elektro- und Informationstechnik an der Ostfalia in Wolfenbüttel. Das Studium war jedoch sehr viel theoretischer als erwartet und weil der Studiengang neu war, funktionierte auch noch nicht alles reibungslos im Ablauf. Nebenbei übernahm ich verschiedene Bauteilverantwortungen im Wob-racing der Ostfalia bei dem Formular Student Team, was mir insgesamt noch am meisten Spaß gemacht hat.

Nach 2 Jahren des Studierens hat mir die Theorie dann gereicht. Ich wollte zurück in die Praxis und lieber selbst etwas mit meinen Händen bewirken – denn die Aussicht, als Akademiker nach dem Studium hauptsächlich in einem Büro zu sitzen, fand ich für mich persönlich nicht sehr erstrebenswert.

Während dieser Phase des Zweifelns an meiner beruflichen Zukunft entdeckte ich einen Flyer vom Projekt „Wegbereiter“ und ging zu einem der offenen Beratungsnachmittage an der Ostfalia in Wolfenbüttel. Im Gespräch wurde mir in erster Linie zugehört und anschließend durch die gezielten Fragen geholfen, für mich selbst eine Richtung zu erkennen. Im Anschluss an das spontane Gespräch vereinbarten wir einen Folgetermin nach einer gewissen Zeit, um die bis dahin neu gesammelten Informationen und Erfahrungen gemeinsam auszuwerten. Schließlich beschloss ich, mich wieder zu bewerben – wichtig war mir dabei, eine Firma zu finden, die Weiterbildungen unterstützte und idealerweise Aufstiegsmöglichkeiten bot. Zunächst merkte ich in einigen Bewerbungsrunden, dass das gar nicht so einfach war, da viele einen Elektrotechniker suchten, der dann auch lange in diesem Bereich arbeiten sollte, was nun gar nicht mein Ziel war. Um das zu vermeiden, war ich ja schließlich ursprünglich an die Hochschule gegangen.

Nachdem ich mich bei einem Ingenieursbüro beworben hatte, mit dem das Projekt Wegbereiter in Kontakt stand, dauerte es nicht lange, bis ich dort im Bereich Absicherung und Testing beginnen konnte.

Es liefen jedoch parallel noch weitere Bewerbungen, bei denen ich mich letzten Endes zwischen drei Angeboten entscheiden musste und mich erneut für das stetige Auf und Ab entschieden habe – als Servicetechniker in der Aufzugsbranche.

Vollends abgeschlossen mit der Hochschule habe ich allerdings noch nicht.

Aktuell befinde ich mich noch in der Einarbeitung in meiner neuen Firma. Sobald ich vollends in dem Beruf angekommen bin, werde ich mich nach einem Fernstudium, möglicherweise mit primär wirtschaftlicher Ausrichtung, umsehen. Denn es soll für mich noch weitergehen.

Bildnachweis: privat

 

 

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