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Admin1337: Der Studienabbruch ist kein Dilemma, sondern kann auch ein Aufbruch sein!

Admin1337,  Bachelorstudiengang Wirtschaftsinformatik, Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften

In meinem Studium der Wirtschaftsinformatik hatte ich schon eine ganze Weile keine Lust mehr, da mir die Inhalte zu praxisfremd waren. Auch wurde das angesparte Geld für die Bewahrung meines Lebensstandards leider auch immer weniger. Ich hatte zuvor nach der Ausbildung zum IT-Systemelektroniker mit der Weiterbildung zum staatlich geprüften Techniker meine  Hochschulzugangsberechtigung erworben und das Studium der Wirtschaftsinformatik an der Ostfalia begonnen – meine Erwartungen an das Studium erfüllten sich nicht.

Ich habe dann direkt den Kontakt zu den Professoren der Ostfalia Hochschule gesucht, die mir die Studienberatung ans Herz gelegt haben. Ich wollte zu diesem Zeitpunkt schon direkt (ohne eine Beratung an der Hochschule) aus meinem Studium ausscheiden, doch leider war diese Beratung nur eingeschränkt für mich hilfreich, da ich das Studium eindeutig nicht weiterführen wollte.

Als ich von dem Angebot des Wegbereiter-Netzwerks las, ich glaube, es war in einer Zeitung, habe ich erst einmal daran gezweifelt, da ich bis jetzt noch keine guten Erfahrungen mit Beratungseinrichtungen gemacht hatte. Deshalb suchte ich auch (zunächst) nicht den direkten Weg zur Agentur für Arbeit (,da mir Freunde von schlechten Erfahrungen berichteten, was in meinem späteren Fall nicht zutraf).

Das war jedoch unbegründet. Ich war überrascht wie zeitnah das Treffen stattfinden konnte und wie viel Zeit sich genommen wurde. Die Erstanlaufstelle an der Hochschule wie auch die anderen Netzwerkpartner wie die Industrie- und Handelskammer und die Agentur für Arbeit (in meinem Fall) haben sich sehr viel Mühe bei der Überarbeitung meiner Bewerbungsunterlagen gegeben und mir einige Stellenangebote herausgesucht. Letztlich war ich überrascht, dass mit den neuen Unterlagen plötzlich so viele Firmen ihr Interesse bekundeten.

Ich fand dann einen Arbeitsplatz als Administrator bei einem Arbeitgeber in der Nähe des naturhistorischen Museums in Braunschweig, also ziemlich in der Nähe des TU-Campus, so dass ich auch mittags weiterhin die Mensa besuchen konnte. Der Einstieg ist sehr zufriedenstellend verlaufen, dennoch habe ich meinen Arbeitsplatz inzwischen wieder gewechselt und arbeite seitdem in Hannover, auch als Administrator, und bin sehr dankbar für die niederschwellige Unterstützung in der Zeit der Entscheidungsfindung nach dem Studienzweifel. Ich kann die regionale Beratungs- und Begleitstruktur uneingeschränkt jedem empfehlen, der den Entschluss gefasst hat, sein Studium vorzeitig zu beenden.

 

 

 

Foto: Merle Janßen

 

Stefan und Bastian: Techniker aus Leidenschaft!

Stefan und Bastian: Staatlich geprüfter Techniker statt Maschinenbauer? Warum nicht!

Stefan

Mit Mitte 20 habe ich in meinem Maschinenbau-Studium feststellen müssen, dass ich nur perspektivlos herumeierte. Direkt nach der Schule hatte ich mich für ein Maschinenbau-Studium entschieden, da auch mein Vater diese Fachrichtung eingeschlagen hatte. In der Kindheit hatte ich schon immer gerne mit Lego gespielt; auch während der Schulzeit habe ich gerne getüftelt (z.B. an Fahrräder, in der Hobby-Werkstatt meines Vaters), sodass ich mir bei der Studienwahl eines technischen Fachs schon sehr sicher war. Schnell merkte ich jedoch in den ersten zwei Semestern, dass mir der Anwendungsbezug an der Uni zu kurz kam. Mehr oder weniger durch Zufall wurde ich bei einer Internetrecherche auf die Technikakademie der Stadt Braunschweig (TAB) aufmerksam, da ich nach einer Perspektive und gleichzeitigen persönlichen Weiterentwicklungsmöglichkeit nach einer technischen Ausbildung in der Region Braunschweig googelte. Heute stecke ich mitten in der Technikerausbildung an der Technikakademie der Stadt Braunschweig und bin begeistert über die Unterstützung von den TAB-Verantwortlichen, dank derer mir Leistungen aus dem abgebrochenen Studium auf die Techniker-Ausbildung anerkannt wurden. Diese seit einigen Jahren Kombinationsmöglichkeiten von Aus- und Weiterbildung zum staatlich geprüften Techniker an und ist Kooperationspartner im „Wegbereiter“-Netzwerk für diejenigen, die feststellen, dass sie lieber etwas Praktisches machen möchten. Wichtig ist dabei zu wissen, dass es eine Einzelfallprüfung auf Dokumentenbasis ist, die durch die Landesschulbehörde abgesegnet wurde. Die Technikakademie hat regionale  Kooperationen u.a. mit der Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften und mit der TU Clausthal („Techniker2Bachelor“), als auch überregional mit anderen Hochschulen wie der Universität Wrexham in Wales, wo den Absolventen nach dem Erwerb des Technikers wiederum ein verkürztes Bachelorstudium offensteht. Gleichzeitig geht die Technikerausbildung für die meisten Studienabbrechenden mit Praxisanteilen in Unternehmen einher, wo sie fehlende Praxiserfahrungen nachholen und absolvieren müssen, sofern sie nicht selbst schon einen Ausbildungsabschluss haben. Den Praxisbezug und einen entsprechend strukturierteren Unterrichts-Alltag ziehen viele Studienabbrechende, wie ich letztlich auch, der selbst strukturierten Arbeitsweise im Studium vor.

Bastian

Anders als Stefan habe ich das Glück gehabt, dass ich durch meinen Onkel auf die Projekte für Studienzweifelende und Studienabbrechende an der TAB aufmerksam gemacht wurde. Meine Studienzweifel sind aus persönlichen Gründen hervorgetreten, sodass ich Nebenjobs neben dem Maschinenbau-Studium wahrgenommen habe und das Studium einfach zu kurz kam. Rückblickend kann ich festhalten, dass die Belastung aus Studieren und Geldverdienen für mich zu groß wurde. Es geht mir viel besser mit der Entscheidung, das Studium abzubrechen, da ich vorher nicht gemerkt habe, was für eine körperliche und seelische Belastung es war. Jetzt blicke ich in eine positive Zukunft. Letztlich bin ich auch über Google auf TAB-Webseite gestoßen. Aktuell sind Stefan und ich mit weiteren Studienabbrechenden in einer Jahrgangsklasse untergekommen. Ein großer Vorteil ist, dass wir ähnliche Erfahrungen bereits gesammelt haben und unsere Motive für die Ausbildung zum Staatlich geprüften Techniker zielgerichteter zum Vorschein kommen. Auch sind wir als eine Lerngruppe bereits sehr gut eingespielt und unterstützen uns gegenseitig sehr. Zufrieden bin ich mit der (Verweis) Beratungskette bis zum aktuellen Zielort TAB. Ich bin aktuell sehr froh, dass ich die Entscheidung zum Studienabbruch hin zur Aufnahme des Staatlich geprüften Technikers an der TAB getroffen habe und empfehle diesen Weg zu 100 Prozent weiter. Auch weil mir Studienleistungen für den Einstieg direkt in die Oberstufe anerkannt wurden und eine zeitliche Verkürzung auf ein Jahr möglich scheint. Auch eine Rückkehr an einer der regionalen Hochschulen scheint für mich möglich und erstrebenswert.

Kommentar (Redaktion):

Beide sehen nun positiv in die Zukunft und haben mit dem Erwerb des Staatlich geprüften Technikers/in eine konkrete und realistische Perspektive vor sich, auf der sie im Rahmen ihrer Berufslaufbahn aufbauen können. Aus Sicht der TAB stellt die Zusammenarbeit im „Wegbereiter“-Netzwerk eine Win-Win-Situation für beide Seiten – Studienabbrechende und Bildungsanbieter – dar: „Es kommen immer wieder Studierende zu uns, die Schwierigkeiten bei der Bewältigung des Studiums haben, aber schon wertvolle Kenntnisse und Motivation zur Veränderung mitbringen“, so Norbert Heucke . Das Angebot kommt letztlich auch den Arbeitgebern in der Region zu Gute, die alle nach guten Fachkräften suchen.

Weitere Informationen, die uns Stefan und Bastian zur Verfügung gestellt haben, findet Sie auf der Webseite der Technikakademie Braunschweig: https://www.technikakademie-bs.de/bildungsangebot/studienabbrecher/

Bildnachweis: Bastian/TAB

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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