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Kevin Marcel: „Ganz wichtig ist, wie man mit der Situation des Studienzweifels umgeht!“

Kevin Marcel, Alternative Bankkaufmann, zuvor Elektro- und Informationstechnik

Schon seit einiger Zeit verließ mich die Motivation in meinem Studiengang zum Elektro- und Informationstechniker, da mir besonders der Bezug zur Praxis gefehlt hat. Zuvor hatte ich nach Abschluss meines Abiturs die Hochschulzugangsberechtigung erworben. Weil es sich interessant anhörte und als sehr praxisnah beschrieben wurde, fing ich das Studium an der Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften an und konnte mich auch am Anfang noch gut damit identifizieren. Es waren viele neue Themen und viel Theoretisches was dort auf einmal auf mich zu kam. Ich fing an mir Gedanken zu machen, ob das wirklich das Richtige für mich ist und ob es nicht noch viele andere Sachen geben könnte, die mir besser gefallen würden. So fingen die ersten Zweifel an, die dann auch die Motivationslosigkeit mit sich brachten.

Nach langem Überlegen und einigen studieninternen Beratungen bei Beratungsstellen der Ostfalia Hochschule, die mir allerdings nicht wirklich helfen konnten, bin ich durch die Braunschweiger Zeitung auf das Projekt Wegbereiter aufmerksam geworden. Daraufhin habe ich mich im Internet erkundigt, wie mein weiteres Vorgehen auszusehen hat.

Heute bin ich Auszubildender im zweiten Lehrjahr der Bausparkasse Schwäbisch Hall und dankbar, dass das Projekt Wegbereiter mir gerade in dieser schweren Findungsphase zur Seite stand und mir bei allem was so angefallen ist unter die Arme griff. Ich war überrascht, wie schnell ein Treffen zu einer Beratung stattfinden konnte und wie groß das Interesse an meiner Person war. Denn im Gegensatz zu anderen Beratungsstellen, hat man hier gemerkt, dass die Berater eine Lösung finden möchten und das am liebsten mit mir zusammen. Die Agentur für Arbeit hat mit mir eine Art „Bedarfsgespräch“ geführt, um heraus zu finden in welche Richtung ich beruflich weitergehen möchte und was dabei ausgeschlossen werden kann. Dabei wurde ich darin bekräftigt, eine Ausbildung im Finanz- und Bankensektor oder als Industriekaufmann anzufangen, da dies mit meinen Interessen übereinstimmte. Außerdem hat die Agentur für Arbeit sich meine Bewerbungsunterlagen angeschaut und überarbeitet, sie hat mir Stellenangebote herausgesucht und meine Unterlagen zur Ausbildungssuche an sämtliche Kontakte mit Empfehlung weitergegeben. Bei den Studienberatungen hat man gemerkt, dass der Fokus auf die Fortsetzung des Studiums oder auf einen Studiengangwechsel gelegt wurde, aber alle weiteren Möglichkeiten wie z.B. der Ausbildungsmarkt nicht in Betracht gezogen wurden. Ich hätte mir gewünscht, dass ich schon früher z.B. über die Hochschule auf das Projekt Wegbereiter aufmerksam gemacht worden wäre*.

Nachdem meine Bewerbungsunterlagen überarbeitet wurden, kamen auch schon die ersten Zusagen rein. Keine paar Tage später meldete sich die Bezirksdirektorin der Bausparkasse Schwäbisch Hall auf meine Bewerbung und lud mich sofort zu einem Bewerbungsgespräch in die Volksbank Wolfenbüttel eG ein. Das Ganze ging dann so schnell, dass ich direkt zu dem Assessment Center in Schwäbisch Hall eingeladen wurde, dieses bestanden habe und anschließend den Vertrag zum Bankkaufmann im Außendienst unterschrieben habe. Nun bin ich als Bankkaufmann im Außendienst in meiner Heimat und in der Umgebung unterwegs und darf Menschen bei der Erfüllung ihrer Wohnträume oder bei dem Aufbau von Vermögen und Vorsorge für das Alter weiterhelfen.

Abschließend kann ich behaupten, dass die Beratung durch das Projekt Wegbereiter, zumindest was mich betrifft, erfolgreich und umfassend war. Jedem, der nicht genau weiß, ob er richtig aufgehoben ist in seinem Studiengang, empfehle ich, sich einmal einen anderen Blickwinkel einzuholen und vielleicht mal zu schauen, was es sonst noch so gibt, bevor man sich in etwas verrennt und nicht weiter weiß.

Ganz wichtig ist, wie man mit der Situation umgeht! Denn ein Studienwechsel, oder gar ein Abgang, ist nichts Verwerfliches. Im Gegenteil, wenn man etwas gefunden hat, was einem besser gefällt und man selbst merkt, dass Zweifel aufkommen, dann braucht man etwas Mut zur Veränderung um aus einer Situation mit der man vielleicht nicht ganz zufrieden ist, eine bessere zu machen. Ich habe den ersten Schritt gemacht, indem ich mich für eine Beratung entschieden habe. Der erste Schritt ist immer der schwerste. So ist der Stein ins Rollen gekommen.

Bei Bewerbungen auf Ausbildungsplätze ist es hilfreich, wenn Arbeitgeber die „dringend“ Auszubildende suchen, sich auch dementsprechend verhalten und nicht monatelang auf eine Antwort von sich warten lassen, also das Zusammenspiel von Arbeitgebern und Agentur für Arbeit hat definitiv noch Potential nach oben. Ich hoffe für die nachfolgenden Ausbildungssuchenden, dass dort Änderungen in naher Zukunft eintreten werden.

Foto: privat

* Kommentar: Die Zentralen Studienberatung der regionalen Hochschulen beraten neutral und ergebnisoffen. Anders als durch Kevin Marcel angesprochen, ist es nicht die Absicht einer Zentralen Studienberatung Studierende, die an einem Studienerfolg zweifeln, einseitig zu beraten oder gar zu einem Studienverbleib zu drängen. Daher: Traut euch ins Beratungs- und Helfersystem einzusteigen und „eine gute Vorbereitung ist die halbe Miete“, um eine gute Beratung als gemeinsames Produkt zu erleben!

 

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