„Seid mutig – geht euren weg“

Sebastian, 21 Jahre, Ausbildung zum Mechatroniker in Braunschweig

Schon länger hatte ich Gedanken wie: „Ist das eigentlich das, was ich einmal machen möchte?“ Als ich im 3. Semester meines Studiums Wirtschaftsingenieurwesen/Maschinenbau an der TU Braunschweig gerade meinen Drittversuch in der Prüfung Marketing und Unternehmensführung geschrieben hatte, habe ich also schon länger Zweifel gehabt. Durch den Artikel in der Braunschweiger Zeitung im März 2017 bin ich dann auf die Wegbereiter-Beratung aufmerksam geworden. Ich konnte mich vor allem mit der Geschichte von Thomas Jusko sehr identifizieren, da ich mich in einer ähnlichen Situation befand. Schon vor den Ergebnissen der Prüfung bin ich dann in die Beratung gegangen, um mir über Alternativen klar zu werden. Nach der Beratung kamen für mich zwei Optionen heraus: Entweder in einen anderen Studiengang an der Fachhochschule zu wechseln oder in eine Ausbildung zu gehen. Ich war damals noch im Zwiespalt, entschied mich aber im Laufe der Zeit in Richtung Ausbildung.

„Mache ich das Richtige?“

In der Situation, in der ich den Gedanken hatte „Ich leg das Studium ab“, in der man sich überlegt, soll man weiterkämpfen – da war es für mich wichtig, auch nochmal von außerhalb die Unterstützung zu bekommen. Mir wurde aufgezeigt, dass es andere Möglichkeiten gibt, dass es einen anderen Weg gibt, der einen zu dem Ziel bringt, das man selbst erreichen möchte. Man geht dann auch nochmal seine ganzen Werte durch und reflektiert, ob es überhaupt richtig war, diesen Weg bisher zu gehen. Ich hatte andere Vorstellungen vom Studium. Es lag mir nicht, zunächst die ganzen theoretischen Grundlagen aufzubauen, ohne Schwerpunkt oder praktischen Bezug. Die Vorstellungskraft, wie das in der Praxis funktionieren kann, hat mir dann einfach gefehlt. Rückblickend kann man sich, ähnlich wie bei der Studienentscheidung natürlich generell fragen, „Warum habe ich eigentlich Abitur gemacht?“, da hätte man die Zeit sicher auch anders nutzen können. Auf der anderen Seite kann man nicht wissen, ob ein Unternehmen später auf die Fachkenntnisse zurückgreifen möchte oder ob es ein berufsbegleitendes Studium wertvoll findet, was ich durch das Abitur dann angehen kann. Es ist jedenfalls keine verschenkte Zeit, sondern hilft einem vielleicht später nochmal, andere Ziele zu erreichen.

Neuer Weg

Mit der Beratung bei Wegbereiter bin ich sehr zufrieden, denn man wird einfach wertgeschätzt. Marcus hat mir wirklich sehr geholfen, vor allem dahingehend, wie ich den Studienabbruch in der Bewerbung unterbringen kann. Dass ich dazu bewusst stehen kann, indem ich sage: „Dieser Weg kommt nicht mehr für mich infrage, ich gehe einen anderen Weg“. Es hat mir Selbstvertrauen gegeben, dass Marcus mir dann gezeigt hat, dass es Betriebe gibt, die genau daran Interesse haben, weil sie jemanden wollen, der sich für den Betrieb entscheidet. Marcus hat mich noch weiterverwiesen und ich bin dann zur Studien- und Berufsberatung der Agentur für Arbeit Braunschweig-Goslar gegangen, um mir dort Hilfe zu holen bei der Suche nach einer festen Ausbildungsstelle. Letztlich habe ich dann den Hinweis zum Betrieb, wo ich jetzt bin, über Bekannte bekommen. Der Betrieb hat mich sehr interessiert, vor allem auch, weil das Unternehmen Interesse an den Auszubildenden hat. Das war für mich wichtig, denn ich möchte mich im Leben weiterentwickeln und vielleicht in Führungsposition gehen. Jetzt mache ich also seit August 2017 die Ausbildung zum Mechatroniker in diesem Unternehmen und habe die Möglichkeit, später den Techniker oder Meister zu machen und selbst Ausbilder zu werden.

Künftigen Abiturienten möchte ich raten: Informiert Euch, geht Euren Weg und macht das, was für Euch interessant ist. Wenn man etwas macht, was einen nicht interessiert, dann fehlt einem irgendwann etwas. Es ist sinnvoll, die Studienberatung der Hochschulen und die Studien- und Berufsberatung der Agenturen für Arbeit zu nutzen. Studienzweifelnden kann ich nur sagen – seid mutig. Meine Erfahrung ist, je mehr man zweifelt, desto mehr kann es ein Zeichen sein, dass etwas vielleicht nicht passt.

Foto: Hoffmann/TU Clausthal

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