Sebastian: „Ich habe mit der Hochschule noch nicht abgeschlossen“

Sebastian, 27 Jahre, Servicetechniker für vertikale Mobilität

Ich habe bisher noch nie Tagebuch oder einen Blogbeitrag geschrieben, daher ist das hier Premiere für mich.

Mein Weg zu den Wegbereitern führte mich über viele Stationen: Nach meinem Abitur mit dem Schwerpunkt Wirtschaft leistete ich meinen Grundwehrdienst bei der Marine ab. Dort wurde ich der Elektrotechnik zugeteilt und wechselte Lampen, putzte und ging schiffstechnische Wache. Ich verlängerte den Wehrdienst nach den 6 Monaten auf insgesamt 22 Monate und nutzte die Zeit, um bezahlt etwas von unserem Planeten zu sehen, Kameradschaft zu erleben und um Bewerbungen für Ausbildungen zu schreiben.

Ich bekam meine Zusage für die Ausbildung zum Elektroniker für Betriebstechnik, als ich gerade irgendwo in der Biskaya (Seegebiet zwischen Frankreich und Spanien) weilte. Einige Zeit später war ich dann also wieder in Deutschland und absolvierte meine Ausbildung, welche ich, wie auch drei weitere Kollegen, sogar frühzeitig erfolgreich abschließen konnte. Sehr gern wollte ich mich noch weiterbilden und sah dazu in meinem unmittelbaren Arbeitsumfeld wenig Möglichkeiten, also bewarb ich mich für ein Bachelorstudium an der Hochschule. Zur Überbrückung arbeitete ich einen Monat in Braunschweig und startete dann im ersten Jahrgang des neuen Studiengangs Wirtschaftsingenieurwesen Elektro- und Informationstechnik an der Ostfalia in Wolfenbüttel. Das Studium war jedoch sehr viel theoretischer als erwartet und weil der Studiengang neu war, funktionierte auch noch nicht alles reibungslos im Ablauf. Nebenbei übernahm ich verschiedene Bauteilverantwortungen im Wob-racing der Ostfalia bei dem Formular Student Team, was mir insgesamt noch am meisten Spaß gemacht hat.

Nach 2 Jahren des Studierens hat mir die Theorie dann gereicht. Ich wollte zurück in die Praxis und lieber selbst etwas mit meinen Händen bewirken – denn die Aussicht, als Akademiker nach dem Studium hauptsächlich in einem Büro zu sitzen, fand ich für mich persönlich nicht sehr erstrebenswert.

Während dieser Phase des Zweifelns an meiner beruflichen Zukunft entdeckte ich einen Flyer vom Projekt „Wegbereiter“ und ging zu einem der offenen Beratungsnachmittage an der Ostfalia in Wolfenbüttel. Im Gespräch wurde mir in erster Linie zugehört und anschließend durch die gezielten Fragen geholfen, für mich selbst eine Richtung zu erkennen. Im Anschluss an das spontane Gespräch vereinbarten wir einen Folgetermin nach einer gewissen Zeit, um die bis dahin neu gesammelten Informationen und Erfahrungen gemeinsam auszuwerten. Schließlich beschloss ich, mich wieder zu bewerben – wichtig war mir dabei, eine Firma zu finden, die Weiterbildungen unterstützte und idealerweise Aufstiegsmöglichkeiten bot. Zunächst merkte ich in einigen Bewerbungsrunden, dass das gar nicht so einfach war, da viele einen Elektrotechniker suchten, der dann auch lange in diesem Bereich arbeiten sollte, was nun gar nicht mein Ziel war. Um das zu vermeiden, war ich ja schließlich ursprünglich an die Hochschule gegangen.

Nachdem ich mich bei einem Ingenieursbüro beworben hatte, mit dem das Projekt Wegbereiter in Kontakt stand, dauerte es nicht lange, bis ich dort im Bereich Absicherung und Testing beginnen konnte.

Es liefen jedoch parallel noch weitere Bewerbungen, bei denen ich mich letzten Endes zwischen drei Angeboten entscheiden musste und mich erneut für das stetige Auf und Ab entschieden habe – als Servicetechniker in der Aufzugsbranche.

Vollends abgeschlossen mit der Hochschule habe ich allerdings noch nicht.

Aktuell befinde ich mich noch in der Einarbeitung in meiner neuen Firma. Sobald ich vollends in dem Beruf angekommen bin, werde ich mich nach einem Fernstudium, möglicherweise mit primär wirtschaftlicher Ausrichtung, umsehen. Denn es soll für mich noch weitergehen.

Bildnachweis: privat

 

 

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