„Will ich wirklich Lehrerin werden?“

Elisa, 22 Jahre, Masterstudiengang Mathematik/Englisch auf Lehramt, TU Braunschweig

Auf „Wegbereiter“ bin ich durch ausliegende Flyer in der Mensa 1 der TU Braunschweig gekommen. Dabei musste ich zunächst an meine Mitbewohnerin denken, die zu dem Zeitpunkt überlegt hat, ihr Studium abzubrechen. Den Flyer habe ich abfotografiert und konnte ihn mir dadurch immer mal wieder durchlesen. Zu diesem Zeitpunkt war ich noch im Bachelor-Studium und habe ich mich ebenso mit dem Thema des Berufswunsches auseinandergesetzt. Denn ich bin mir ziemlich sicher, dass ich nicht bis an mein Lebensende als Lehrerin arbeiten möchte. Also habe ich mich schlussendlich auch dazu entschieden, die „Wegbereiter“ zu kontaktieren.

Schon vor dem ersten persönlichen Gespräch hat mir Marcus einige Aufgaben zugeschickt, die ich vor dem Treffen bearbeiten sollte. So konnte ich mich gut darauf vorbereiten. In dem ersten Gespräch haben wir dann zusammen geschaut, wo ich beruflich stehe, was ich schon alles erreicht hatte, was mir an meiner aktuellen Berufswahl gefällt, was mir fehlt und was sich ändern müsste, damit ich mit meiner Berufswahl zufriedener bin. Von Gespräch zu Gespräch sind wir dann „tiefer“ eingetaucht und haben immer konkreter analysiert, wie sich meine Zweifel begründen und in welchen anderen Beratungsstellen ich auf verschiedenen Gebieten Hilfe finden kann, um meinem Berufswunsch einen Schritt näher zu kommen. Meist gab es nach jedem Gespräch als Vorbereitung für das nächste eine Aufgabe, damit ich mich in der bis zum nächsten Termin zu überbrückenden Zeit weiterhin mit dem Thema beschäftigen konnte. Das Wichtigste war: Ich konnte meine Gedanken frei äußern und musste mich für nichts rechtfertigen. „Wegbereiter“ hat mich und meine Zweifel ernst genommen.

Da die TU Braunschweig über ein breites Netzwerk mit Angeboten zum Thema Berufsorientierung und Studienwahl und -wechsel verfügt, war ich zudem sowohl beim Career-Service als auch bei der Zentralen Studienberatung. Beim Career-Service habe ich Tipps bekommen, wie ich die Findung eines alternativen Berufswunsches methodisch angehen könnte. Bei der Zentralen Studienberatung habe ich gelernt, wie und wo ich alternative Masterabschlüsse finden kann. Außerdem habe ich ein Beratungsgespräch bei der Berufs-/Studienberatung der Agentur für Arbeit Braunschweig-Goslar in Anspruch genommen. Hier wurden mir verschiedene Spezialisierungsfelder innerhalb des Lehrberufs aufgezeigt.

Mein Lehramtsstudium hat mir immer Spaß gemacht hat und den Bachelorabschluss wollte ich auf jeden Fall machen. Deshalb habe ich mich dazu entschieden, das Studium zu Ende zu bringen und im Master Lehramt weiter zu studieren. Inzwischen ist der Masterabschluss bereits in greifbarer Nähe und durch das Coaching-Angebot habe ich insgesamt viele tolle Tipps bekommen, welche beruflichen Möglichkeiten ich außerhalb des Lehrberufs mit meinem Abschluss habe.

Anderen würde ich raten, dass es völlig okay ist, zu zweifeln. Dass man deswegen kein Versager oder eine Versagerin ist oder irgendetwas in die Richtung, sondern dass man immer eine Chance hat, auch später noch, einen anderen Weg einzuschlagen. Ich würde Zweifelnden und Studienabbrechenden raten: „Seid mutig und steht zu euren Zweifeln!“. Ich habe durch die Beratung gelernt, dass es möglich – und auch nicht schlimm ist – im Laufe seiner Karriere das Berufsfeld zu verändern und dass einem immer wieder neue berufliche Möglichkeiten offenstehen. So werde ich gegen Ende meines Studiums schauen, welche berufliche Entscheidung sich für mich richtig anfühlt – ob ich tatsächlich Lehrerin werden möchte oder einen alternativen Weg einschlage.

Foto: Merle Janßen

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