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Verbleib im Studium

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Jakob: „Das Wichtigste ist, getroffene Entscheidungen zu akzeptieren und nicht zu lange darauf herumzukauen.“

Jakob, ehemals Bachelor Physik, TU Braunschweig und bald Geowissenschaften, andersorts

Das Wichtigste ist, getroffene Entscheidungen zu akzeptieren und nicht zu lange darauf herumzukauen.

Die gesamten Ereignisse der Entscheidung zu studieren, über den Studienabbruch bis hin zur Neuorientierung, fanden bei mir alle in sehr kurzem Abstand zueinander statt; meine Reaktion, die Ängste und Sorgen waren dafür umso größer. Die gesamte Schulzeit verlief bei mir reibungslos, und ich entwickelte den überzogenen Anspruch der Selbstperfektion. In der Oberstufe bemerkte ich dann mein reges Interesse an den Naturwissenschaften und vor allem der Physik. Die perfekte Voraussetzung dafür, alle Beratungsgespräche, Probleme und Hürden zu umgehen, war also, mich selbst davon zu überzeugen, Physik sei das absolut Richtige für mich. Nachdem ich dann mit 17 Jahren meine Abiturprüfungen erfolgreich abgelegt hatte, flüchtete ich mich sehr schnell in diesen Studiengang. Kurz darauf schon merkte ich, dass dieses Studium mich weit über meine Grenzen bringt, und sah mich bereits nach wenigen Wochen mit den Gedanken an das Abbrechen konfrontiert.

Zu dieser Zeit hörte ich erstmals von dem Projekt Wegbereiter, von einer Freundin in ähnlicher Situation. Nichtsdestotrotz machte ich zunächst weiter wie bisher, bis die Prüfungen kamen. Ich blockierte komplett, war ständig gereizt und schlief nicht mehr richtig, ans Lernen war nicht zu denken. Da fasste ich mit einem Mal den Entschluss, dieses Studium nicht weiterführen zu wollen. Nachdem ich diese Notbremse gezogen hatte, konnte ich wieder frei denken und beschloss, nun endlich all die Beratung in Anspruch zu nehmen, die ich bisher verwehrte. 

So besuchte ich die Agentur für Arbeit und stellte fest, dass das Studieren an sich keinesfalls eine falsche Entscheidung war, ich jedoch meine Interessen und Fähigkeiten voreilig falsch eingeschätzt hatte. Parallel setzte ich mich auch mit den Wegbereitern in Verbindung, und durchlief dort zuerst das Berufsprofiling des Rotary Clubs. Direkt im Anschluss kam es im persönlichen Gespräch erstmals zu einer konkreten Auseinandersetzung mit all den negativen Gedanken, den Sorgen und dem Druck, also jenen Stressfaktoren, die die Fehlentscheidung des Physikstudiums mit sich brachte. Durch die Wegbereiter lernte ich, mit diesem Stress umzugehen und Entscheidungen bewusst und ausgewogen zu treffen. Ich lernte, meine Gedanken zu ordnen, um in stressigen Situationen nicht den Faden zu verlieren. Eine weitere in den Gesprächen gewonnene Erkenntnis war, dass mich nichts mehr in Braunschweig und der TU hält, sondern dass ich einen weiteren Schritt wagen möchte und einen Neuanfang in einer anderen Stadt herbei sehne.

Als es dann zu der Auswertung des Berufsprofilings und dem Gespräch mit zwei Mitgliedern des Rotary-Clubs kam, erhielt ich noch einmal Klarheit darüber, wie meine Fähigkeiten, Kenntnisse und beruflichen Vorlieben eingeschätzt werden. Darauf folgte eine Empfehlung, aufgrund meines jungen Alters eine Ausbildung zu beginnen, um den Stress aus der Sache zu nehmen und mir Zeit verschaffen zu können. Da merkte ich, dass der Wunsch zu Studieren tief in mir saß und ich bei dem Gedanken an ein Studium mit guten Gefühlen erfüllt wurde. Dieser Einspruch bestärkte mich letzten Endes auch darin, dieses erste Studium hinter mir zu lassen und im Herbst neu anzufangen. Deshalb besuchte ich einen Workshop der TU BS zur Studienfachentscheidung, um mir weiteren Input zu holen, welche Studiengänge zu meinen Interessen, Fähigkeiten und Charaktereigenschaften passen. Noch immer waren dabei die Naturwissenschaften sehr präsent, vor allem die „handfesteren, der Erde zugewandten“, nicht ganz so abstrakten Geowissenschaften. Nachdem dieser gesamte Prozess der Neuorientierung nun abgeschlossen ist, bereite ich mich auf den Studiengang Geowissenschaften vor, auf dessen Wahl meine Entscheidung letztlich fiel. Es laufen Umzugsvorbereitungen und letzte Unklarheiten werden ausgeräumt, sodass es in den nächsten Monaten nun nach Mainz geht, um dort den ersehnten Neuanfang zu erleben. Endlich geht es weiter!

Treibende Kraft während dieses Prozesses waren die Gespräche mit den Wegbereitern. Sie haben geholfen, meine Gedanken zu ordnen und mit getroffenen Entscheidungen leben zu können, sowie mit nüchternem Verstand neue Entscheidungen treffen zu können. Deshalb würde ich die Wegbereiter jeder Person empfehlen, die Unterstützung dabei benötigt, sich mit sich selbst auseinanderzusetzen, Ängste und Sorgen bezüglich der eigenen Zukunft zu behandeln und Probleme damit hat, Fehlentscheidungen zu akzeptieren und diese zu vermeiden.  Alle Ratsuchenden sind bei den Wegbereitern gut aufgehoben, in den Gesprächen wird sich Zeit genommen, die Protokolle sind sehr ausführlich und die Methoden zur Hilfe sehr zahlreich und vielseitig. Ich verdanke den Wegbereitern, in meinem Fall Marcus, viel Stabilität in den letzten Monaten, durch die ich wieder einen klaren Weg gefunden habe und nun weiß, was zu tun ist.

Zwei Veranstaltungstipps 26.11.2019 – Zweifel am Studium & 12.12.2019 – Alternative Karrierewege nach dem Lehramtsstudium

Informationsveranstaltung: Zweifel am Studium?

Dienstag, den 26. November 2019 in Braunschweig (Berufsinformationszentrum, Cyriaksring 10, Eingang Münchenstraße) von 16:00 bis ca. 17:00 Uhr

Beschreibung:

In der Veranstaltung werden Beratungsangebote und Möglichkeiten, sich beruflich neu zu orientieren einschließlich einiger spezifischer Bildungswege für Hochschulerfahrene ohne Abschluss vorgestellt. Inhalte sind u.a.

  • Forschungsergebnisse zu Ursachen von Studienabbrüchen
  • hochschulinterne und -externe Beratungsangebote
  • Studienfach- und/oder Hochschulwechsel
  • Duales Studium bei Unternehmen und Behörden
  • betriebliche und schulische Berufsausbildungen
  • Sonderprogramme für Hochschulerfahrene ohne Abschluss
  • Überbrückungsmöglichkeiten

Referentinnen: Jutta Mannherz und Inés Lampe, Studien- und Berufsberaterinnen der Agentur für Arbeit Braunschweig-Goslar

Informationsveranstaltung: Alternative Karrierewege nach dem Lehramtsstudium

Erstmals durchgeführte Kooperationsveranstaltung am Donnerstag, den 12. Dezember 2019 in Braunschweig (Berufsinformationszentrum, Cyriaksring 10, Eingang Münchenstraße) von 15:00 bis ca. 18:00 Uhr

Beschreibung:

Einmal Lehrkraft, immer Lehrkraft? Das kann, muss aber nicht gelten. Ein Lehramtsstudium bietet eine solide Basis für viele Tätigkeiten, zum Beispiel in der Wirtschaft, in der Selbstständigkeit oder in der Erwachsenenbildung. In der in diesem Jahr erstmals durchgeführten Veranstaltung werden Beratungs- und Unterstützungsangebote an/außerhalb der Hochschulen sowie attraktive Chancen, sich beruflich neu zu orientieren einschließl. einiger alternativer Berufs- und Bildungswege für Lehramtsabsolvent*innen vorgestellt.

Zielgruppe sind Studierende, die sich bereits für ein Lehramtsstudium entschieden haben, sowie Absolvent*innen UNABHÄNGIG von ihrer Einschreibung in eine bestimmte Hochschule.   

Programmpunkte sind u.a.

  • Gründe für die Studienfachentscheidung und den Verbleib im Studium, Gründe für einen vorzeitigen Studienausstieg und für Studien-/Berufswechsel nach dem Studienabschluss, egal ob Bachelor oder Master
  • Mehrere Kurzvorträge und Erfahrungsberichte durch Personen, die Lehramt studiert und abgeschlossen haben und sich dann für einen anderen beruflichen Weg entschieden haben
  • Alternative Berufs- und Karrierewege für Lehramtsabsolvent*innen (nach Bachelor, Master, Referendariat oder Berufseinstieg)
  • Beratungs- und Unterstützungsmöglichkeiten durch hochschuleigene Einrichtungen, die Agentur für Arbeit Braunschweig und andere

Hinweise: Referent*innen, Fakultät 6 für Geistes- und Erziehungswissenschaften der Technischen Universität Braunschweig, Projekt „Wegbereiter – Studienzweifel? Wir sind da!“ und Hochschulteam der Agentur für Arbeit Braunschweig

Ansprechpartner: Herr Marcus Voitel, tel. erreichbar unter  0531 391 8944

Anmeldung: Ist nicht erforderlich. Weitere Infos. unter https://con.arbeitsagentur.de/prod/apok/metasuche/suche/veranstaltungen/10000-1002393158-V

Anfahrt: Erreichbar ist das BiZ mit den Bahnen 3 und 5 (Richtung Weststadt und Broitzem) oder den Bussen 419, 429 und 443 (Haltestelle Cyriaksring)

WIR HOFFEN, WIR SEHEN EUCH!

Theresia: „You’ll never know until you try“

Theresia, Bachelorabschluss Umweltnaturwissenschaften, TU Braunschweig

Mindestens einmal im Leben steht man an einer Kreuzung an man hofft, man sei noch 5 Jahre alt und die Eltern einem sagen, was zu tun ist. Man weiß nicht, welche Richtung man gehen soll. Ob es die richtige Entscheidung ist. An der man hofft, Welche Entscheidung am besten sei. Doch diese Entscheidung kann uns keiner abnehmen. Es liegt an uns, welchen Weg wir einschlagen und welchen wir als richtig erachten. Auch wenn es uns sehr schwer fällt, wir verzweifelt sind und nicht mehr weiter wissen. Auch wenn wir nachts weinend im Bett liegen und an uns zweifeln. Mindestens einmal im Leben stellen wir uns die Frage, welche Richtung soll ich gehen? Wo führt mich mein Weg hin?

Diesen Moment habe ich während meiner Studienzeit gehabt. Ich war mir sicher, ich habe eigentlich den richtigen Weg eingeschlagen. Es ist mein Traumberuf. Doch dann gab es eine Mauer, die unüberwindbar erschien, die mein Leben veränderte. Negativ oder positiv. Ein Hindernis, welches meine ganze Zukunft, meinen Werdegang bestimmen wird. Ein Hindernis, welches mich verzweifeln ließ, welches alles auf den Kopf stellte. Doch was sollte ich tun? Wie soll es weitergehen? Was kann ich machen? Soll ich aufhören oder weiterkämpfen, bis zum Schluss? Wer kann mich verstehen? Wer kann mir helfen? Bin ich alleine? Ich habe bereits Hilfe bei der psychotherapeutischen Beratungsstelle in Braunschweig gesucht, um gegen den Hauptgrund meines zukünftigen Versagens anzugehen. Doch stelle ich mir weiterhin die Fragen, was wäre, wenn ich es nicht schaffe?

 Wenn meine Schwäche überwiegt und ich nicht so weitermachen kann? Da fand ich im Warteraum der Beratungsstelle die Flyer der Wegbereiter. Ich informierte mich übers Internet von diesem Angebot. Doch können sie mir wirklich helfen? Können sie wirklich meine Lage verstehen? Werden sie mich auch nicht auslachen? Ich nahm allen Mut zusammen und meldete mich bei der Beratungsstelle. Meine Verzweiflung brachte mich dazu, über einen Studienabbruch nachzudenken. Ich brauche Hilfe, da ich keine Ahnung hatte, wie so etwas funktionierte. Nach dem ersten Händedruck habe ich mich geborgen gefühlt. Ich fühlte mich verstanden und meine ganzen Ängste waren wie verflogen. Ich war nicht alleine. Es fühlte sich an, als würde ich mit meinem Berater an dieser Kreuzung stehen, an der ich nicht weiterwusste. Mit ihm konnte ich über die möglichen Wege reden; welche Vor- und Nachteile entstehen könnten; dass es nicht beschämend ist, Schwäche zu zeigen. Sie gaben mir Zuspruch, Mut und Kraft für das zu kämpfen, was ich will.

Ich kämpfte weiter. Ich gab nicht auf. Mit Erfolg. Ich überwand die Mauer und schaffte es so ins Ziel. Nun habe ich meinen Bachelorabschluss und das trotz großer Zweifel. Ich habe dadurch Stärke gefunden, mein Selbstbewusstsein stieg und ich bin stolz. Überglücklich, weiter gemacht zu haben. Und dass auch dank der Wegbereiter. Für all jene, die Zweifel haben, nicht weiterwissen, würde ich die Wegbereiter immer weiterempfehlen. Auch wenn ich doch nicht mein Studium, wie gedacht, abgebrochen habe, so haben sie mir weitergeholfen, in dem sie mir gezeigt haben, dass ich nicht aufgeben möchte. Dass ich weitermachen will. Dass ich meinen Job liebe. Und dass man für etwas was man liebt, kämpfen sollte. Aber auch, dass es keine Schande ist, einen neuen Weg einzuschlagen. Dass man keine Angst davor zu haben braucht. Dass ein neuer Weg auch ein neuer Anfang ist. Und dass dies immer eine neue Chance mit sich bringt.

Bereits Walt Disney hat diesen einen Satz erwähnt, der jedem im Gedächtnis bleiben sollte, egal ob er weiter studieren möchte, oder einen neuen Weg einschlagen will und sich nicht traut:

„You’ll never know until you try“

Foto: Kreutzmann, TU Clausthal

Rückblick 20.3.2019 – Tag der offenen Beratung

Das war…

…der Tag der offenen Beratung 2019

Der 2. Tag der gemeinsamen offenen Beratung fand am Mittwoch, den 20. März 2019 in Braunschweig (Berufsinformationszentrum) von 15:00 bis 18:00 Uhr statt.

Mehr als 80 Ratsuchende kamen zu der niederschwelligen Möglichkeit sich mit den folgenden Fragen auseinanderzusetzen: „Hast Du Zweifel an Deinem Studium oder wächst Dir einfach alles über den Kopf? Stehst du vor der Entscheidung: Abbrechen oder Weitermachen?“ Gemeinsam blickte man ergebnisoffen in persönlichen Gesprächen auf die individuelle Situation und die nächsten Karriereschritte mit oder ohne Studienabschluss – egal, ob Ausbildung, Fortbildung, Praktika, Studien-/Abschlussarbeiten oder etwas ganz anderes.

In unserer Talkrunde berichten Expert/inn/en aus der Praxis wie Tobias (vom Staatlich geprüften Techniker über abgebrochene Studienversuche hin zum Kranken- und Gesundheitspfleger), Alex (als Geisteswissenschaftlerin hin zur IT-Expertin) oder auch Andrea Rother (Ausbildungsleitung, Finanzamt Altewiekring Braunschweig) mit Unterstützung aus dem eigenen Hause über Brüche und Umwege im Lebenslauf und geben Einblick in ihre Werdegänge, aber auch Arbeitgeber berichten von Einstiegsmöglichkeiten (u.a. zur Bewerbung und Vorbereitung für Auswahlgespräche) und ihre bisherigen Erfahrungen.

Video-Clip (Danke an Raketenstart.tv https://www.facebook.com/raketenstart.tv/videos/686296528494208/)

Wer war vertreten?

  • Agentur für Arbeit Braunschweig – Goslar, vertreten durch die Studien- und Berufsberatung und Akademische Arbeitsvermittlung
  • DAA Braunschweig
  • Handwerkskammer Braunschweig – Lüneburg – Stade
  • HBK Braunschweig
  • Industrie- und Handelskammer Braunschweig
  • Kooperationsinitiative Maschinenbau e.V.
  • Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften, vertreten durch Zentrale Studienberatung
  • Studentenwerk OstNiedersachsen
  • Technikakademie Stadt Braunschweig
  • Technische Universität Braunschweig, vertreten durch die Zentrale Studienberatung
  • Teutloff Technische Akademie gGmbH
  • Welfenakademie Braunschweig

Bis ins nächste Jahr 2020!

Bild: Marcus Voitel

 

Elisa: „Wie kann ich „besser scheitern“? Das Lehramt ist keine Einbahnstraße!“

Elisa, 25 Jahre, Masterstudiengang Mathematik/Englisch auf Lehramt, TU Braunschweig

Elisa hat bereits im Oktober 2017 einen Blogbeitrag in Zusammenarbeit mit Wegbereiter veröffentlicht: https://www.wegbereiter-studienabbruch.de/elisa-dittmann-will-ich-wirklich-lehrerin-werden/. Wir sind froh, dass wir hier den 2. Teil des Interviews veröffentlichen zu können:

Marcus: Wie bist du konkret vorgegangen?

Elisa: Ich habe mir außerdem so detailliert wie möglich die Aufgaben und Fähigkeiten einer Lehrerin aufgeschrieben und mit den Tätigkeiten und benötigten Kompetenzen in meinem Wunschberuf verglichen – ihr werdet sicher überrascht sein, wie groß die Schnittmenge zwischen dem Lehramtsberuf und anderen Jobs ist. Dieser Vergleich hat mir in den Vorstellungsgesprächen sehr geholfen zu begründen, warum ich als Lehramtsstudierende für den Beruf qualifiziert bin und ihn gut ausüben werde.

Marcus: Würdest du deine damals geäußerten Statements nochmals wiederholen? Mit etwas Abstand. Für was steht der Quereinstieg?

Elisa: Ich würde meine damaligen Statements sofort nochmal genauso äußern! Zweifeln ist okay und völlig menschlich. Die Frage ist, was man daraus macht – ich habe es als Chance gesehen, meinen Horizont zu erweitern, die aktuelle Situation zu hinterfragen und meine Zukunft nochmal ganz aktiv in die (für jetzt) richtige Richtung zu lenken. Vielleicht folgt auf Zweifel auch nur die Erkenntnis, dass alles gut ist wie es ist oder es folgt eine kleine Kurskorrektur. Nicht für jeden entwickeln sich Studienzweifel zu einem kompletten Neusetzen der Segel.

Die Arbeit mit Menschen hat mir immer viel Spaß gemacht, sodass die Studieninhalte für mich immer Relevanz hatten und ich gerne auf Lehramt studiert habe. Seit ich die ersten Unsicherheiten in meiner Studienwahl verspürt habe ist meine Motivation, richtig gute Leistungen im Studium zu erbringen, sogar schlagartig angestiegen. Um mir die Möglichkeit offen zu halten, nach dem Studium in die freie Wirtschaft zu gehen und konkurrenzfähig zu sein, wusste ich, dass sehr gute Studienleistungen entscheidend sind. Ich bin mir sicher, dass besonders mein Masterabschluss nicht so überragend ausgefallen wäre, wenn meine Gedanken stets bei dem Berufsziel der Lehrerin geblieben wären, weil bei dem aktuellen Lehrermangel keine Konkurrenzsituation unter Lehrkräften existiert und man sich seines Jobs quasi sicher sein kann.

Ich betrachte einen Quereinstieg als einen Ausdruck von Bereitschaft und Fähigkeit, sich selbst und seine Wünsche zu reflektieren, zu hinterfragen und dementsprechend seine beruflichen Pläne anzupassen. Reflexionsfähigkeit und den Mut, nicht den (oft) einfacheren, bereits vorgegebenen Weg zu gehen, sind tolle Eigenschaften, die bei möglichen Arbeitgebern super ankommen. Ansonsten habe ich gemerkt, dass eine offene Persönlichkeit und meine Auslandserfahrungen sehr gut angekommen sind.

Marcus: Wie stehst du zu den Begriffen „Scheitern“ sowie „Zweifel“, und was lernt man aus deinem Weg? Hat sich etwas verändert?

Elisa: „Scheitern“ ist ein so hartes Wort, das mit einem beruflichen Kurswechsel in der heutigen Zeit gar nicht übereinpasst und in diesem Kontext einfach nur veraltet ist. Ich finde ein beruflicher Kurswechsel zeugt von Reflexionsfähigkeit, Mut und oft auch Ausdauer. Ich habe mich mit 18 dazu entschieden, Lehrerin zu werden. Sechs Jahre später war ich eine andere Person als zu Beginn des Studiums. Ich habe mich in der Studienzeit weiterentwickelt, meinen Horizont erweitert und Erfahrungen gemacht, die meinen Blick auf das Berufsleben und besonders den Lehramtsberuf verändert haben, sodass ich für mich bemerkt habe, dass mein Berufswunsch von damals nicht mehr mit den Wünschen der Person, die ich am Ende des Studiums war, übereinstimmte. Für mich ist meine Geschichte keine des Scheiterns, sondern eine des persönlichen Wachstums, der Veränderung und der Stärke zu wissen, was man im Beruf möchte.

Marcus: Liebe Elisa, vielen herzlichen Dank, dass du dir die Zeit genommen hast. Wir wünschen dir alles Gute für deine persönliche Zukunft und hoffen, dass deine Geschichte viele andere Ratsuchende in einer vergleichbaren Situation findet, um Handlungsoptionen aufzuzeigen und die Kraft für erste kleine Schritte zu gewährleisten.

Elisa: Ich danke auch. Und wünsche allen Lesern alles Gute!

Foto: Merle Janßen

 

Einladung für den 20.3.2019 – Tag der offenen Beratung

Informationsmesse: Studium läuft nicht – wir sind da!

2. Tag der gemeinsamen offenen Beratung am Mittwoch, den 20. März 2019 in Braunschweig (Berufsinformationszentrum, Cyriaksring 10, Eingang Münchenstraße) von 15:00 bis 18:00 Uhr

Hast Du Zweifel an Deinem Studium oder wächst Dir einfach alles über den Kopf? Stehst du vor der Entscheidung: Abbrechen oder Weitermachen? Beratungsexpert/inn/en aus dem ganzen Netzwerk unterstützen Dich gleichzeitig an einem Ort – Ein passendes Angebot, gerade wenn es um eine erste Orientierung geht!

Gemeinsam blicken wir ergebnisoffen in persönlichen Gesprächen auf Deine individuelle Situation und Deine nächsten Karriereschritte mit oder ohne Studienabschluss – egal, ob Ausbildung, Fortbildung, Praktika, Studien-/Abschlussarbeiten oder etwas ganz anderes. Wenn Du möchtest, vereinbaren wir direkt Folgetermine.

In unserer Talkrunde (15:00 Uhr) berichten Expert/inn/en aus der Praxis über Brüche und Umwege im Lebenslauf und geben Einblick in ihre Werdegänge, aber auch Arbeitgeber berichten von Einstiegsmöglichkeiten (u.a. zur Bewerbung und Vorbereitung für Auswahlgespräche) und ihre bisherigen Erfahrungen.

Wer sind Deine Beratungsexpert/inn/en?

  • Agentur für Arbeit Braunschweig – Goslar, vertreten durch die Studien- und Berufsberatung und Akademische Arbeitsvermittlung
  • DAA Braunschweig
  • Handwerkskammer Braunschweig – Lüneburg – Stade
  • HBK Braunschweig
  • Industrie- und Handelskammer Braunschweig
  • Kooperationsinitiative Maschinenbau e.V.
  • Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften, vertreten durch Zentrale Studienberatung
  • Studentenwerk OstNiedersachsen
  • Technikakademie Stadt Braunschweig
  • Technische Universität Braunschweig, vertreten durch die Zentrale Studienberatung
  • Teutloff Technische Akademie gGmbH
  • Welfenakademie Braunschweig

Plus Bewerbungsmappencheck vor Ort!  Bitte Bewerbungsunterlagen mitbringen!

Anfahrt: Erreichbar ist das BiZ mit den Bahnen 3 und 5 (Richtung Weststadt und Broitzem) oder den Bussen 419, 429 und 443 (Haltestelle Cyriaksring)

WIR HOFFEN, WIR SEHEN EUCH!

 

Elisa: „Wie kann ich „besser scheitern“? Das Lehramt ist keine Einbahnstraße!“

Elisa, 25 Jahre, Masterstudiengang Mathematik/Englisch auf Lehramt, TU Braunschweig

Elisa hat bereits im Oktober 2017 einen Blogbeitrag in Zusammenarbeit mit Wegbereiter veröffentlicht: https://www.wegbereiter-studienabbruch.de/elisa-dittmann-will-ich-wirklich-lehrerin-werden/. Wir sind froh, dass wir sie nun für einen Teil 2 über ihren weiteren Verbleib und wesentliche Tugenden und Kompetenzen sowie Handlungsempfehlungen für einen Quereinstieg gewinnen konnten. Wir öffentlichen das Interview in zwei Akten:

Marcus: Hallo Elisa, was hat sich bis jetzt Neues für dich ergeben?

Elisa: Zum Zeitpunkt des letzten Blogeintrags standen noch zwei Semester des Studiengangs „Master of Education“ vor der Tür, welche ich letztlich erfolgreich absolvierte und mein Studium Ende August beendete.

Der Gedanke, dass der Lehrerinnenberuf nicht das Richtige für mich ist, verschwand jedoch auch während der restlichen Zeit des Studiums nicht, sodass ich mich ein halbes Jahr vor dem geplanten Ende des Studiums entschloss, für Praktika in Unternehmen zu bewerben. Mein Plan war es, praktische Erfahrungen zu sammeln, die mir für anschließende Bewerbungen auf „richtige Jobs“ helfen würden.

Marcus: Und dann? Wie ist es dir gelungen, praktische Erfahrungen zu sammeln?

Elisa: Ich war sehr überrascht, welch positive Resonanz auf meine Praktikumsbewerbungen folgte. Ende Februar unterschrieb ich einen Praktikumsvertrag bei einem großen Versicherer in München, kündigte diesen jedoch nach einigen Wochen wieder, weil ich merkte, dass das Gesamtpaket für mich nicht stimmte. Also bewarb ich mich wieder neu. Nach dem Bewerbertag bei einem Automobilhersteller bekam ich das Feedback, dass ich überqualifiziert für ein Praktikum sei, schon zu viel wisse und mich in dem Praktikum wahrscheinlich langweilen würde. Zunächst ernüchterte mich diese Aussage sehr, denn ich dachte, dass mich Firmen für eine feste Anstellung als Quereinsteigerin nicht in Betracht ziehen würden – falsch gedacht! Motiviert von dem Feedback bewarb ich mich ausschließlich auf feste Anstellungen und bereits die erste Firma, mit der ich in den Bewerbungsprozess startete, entschied sich für mich. Nun arbeite ich seit September in meinem Traumjob.

Marcus: Traumjob? Was heißt das konkret?

Elisa: Mein beruflicher Weg verlief vom Lehramtsstudium direkt in die IT-Branche – das Lehramt ist keine Einbahnstraße! Vor einem Jahr hätte ich mir niemals erträumen können, dass ich direkt nach dem Studium in das Berufsleben starten und dass ich mich als Lehramtsstudierende gegenüber Absolventen*innen anderer toller Studiengänge durchsetzten kann. Lehramtsstudierende bringen in der Wirtschaft gesuchte Fähigkeiten mit, und wenn man den Lehrer*innenberuf unter die Lupe nimmt fällt auf, wie vielfältig und facettenreich das Aufgabengebiet ist und wie vielfältig die Fähigkeiten von Lehrern*innen zu sein haben.

Marcus: Ich kann mir vorstellen, dass dir viele bereits diese Frage gestellt haben. Warum lohnt es sich trotz Lehrermangel einen Quereinstieg zu wagen? Letztlich stellen wir in der Beratung fest, dass viele den umgekehrten Weg ins Lehramt suchen.

Elisa: Eine Reaktion auf meinen Wunsch, den Lehramtsberuf zu verlassen, war natürlich oft, dass ich gerade in der jetzigen Zeit besonders gefragt bin als Lehrerin und eine große Jobsicherheit hätte. Mir ist es aktuell jedoch am Wichtigsten, dass mich der Inhalt meines Jobs erfüllt und ich für die Themen brenne, mit denen ich mich doch den größten Teil des Tages beschäftige. Oft lese ich auch am Wochenende zu dem Themengebiet meines aktuellen Jobs, weil ich dabei so viel Freude und echtes Interesse verspüre. Dieses Bedürfnis, mich auch in meiner Freizeit mit Inhalten des Lehrerberufs auseinanderzusetzen, hatte ich während des Studiums leider nicht.

Marcus: Jetzt haben wir über deinen Weg gesprochen. Ich habe dich von Anfang an als einen sehr reflektierten Menschen wahrgenommen. Aus einer Beobachterperspektive: Welche Tugenden und Kompetenzen sind für einen Quereinstieg hilfreich?

Elisa: Natürlich benötigt man nicht für jeden Beruf die gleichen Kompetenzen, sodass ich hier keine generelle Aussage darüber treffen kann, welche Kompetenzen vorteilhaft sind. Jedoch knüpft die Antwort auf diese Frage perfekt an die vorherige an. Als ich auf mein aktuelles Arbeitsgebiet gestoßen bin, war ich total neugierig, interessiert und habe mir die theoretische Grundlagen des Jobs alleine angeeignet, weil es so viel Spaß gemacht hat, immer mehr davon zu lernen. Dieses Wissen hat in Bewerbungsgesprächen natürlich gezeigt, dass ich ernsthaftes Interesse an dem Beruf habe, bereits erste Kenntnisse mitbringe und bereit bin, mir neue Themengebiete zu erarbeiten die außerhalb meiner Studieninhalte liegen.

Marcus: Was war für dich die größte Hürde? Wovor hattest du am meisten Angst und wie bist du damit umgegangen? Wer hat dich auf deinem Weg unterstützt?

Elisa: Die für mich größte Hürde war zu entscheiden, welcher der nächste berufliche Schritt sein soll – in den Vorbereitungsdienst gehen oder die freie Wirtschaft erkunden? Als ich mich entschieden habe, den Schritt in die freie Wirtschaft zu wagen, habe ich mich durch die Coachings und Termine bei den Anlaufstellen, von denen ich euch in meinem ersten Blog-Post erzählt habe, bestärkt und befähigt gefühlt, die Gestaltung meiner beruflichen Zukunft selber in die Hand zu nehmen. Außerdem war ich durch das positive Feedback aus den Sessions bei den verschiedenen Anlaufstellen der Uni total selbstbewusst und habe eine tiefe Überzeugung gespürt, dass ich einen tollen Job finden werde – und so kam es dann auch (in der Psychologie nennt man das „Self-fulfilling Prophecy”). Bei den Bewerbungsschreiben und der Vorbereitung auf Vorstellungsgespräche haben mich Freunde und Familienmitglieder unterstützt, die selber in der freien Wirtschaft arbeiten und schon einige Erfahrungen mit Bewerbungsprozessen hatten. Jedoch bietet auch der Career-Service der TU Unterstützung bei der Vorbereitung von Bewerbungen an.

Der 2. Teil folgt demnächst.

Foto: Merle Janßen

 

Wie gravierend sind meine Studienzweifel? Welche Handlungsoptionen folgen daraus?

Selbstbeurteilungstool für das Studienabbruchrisiko

Gerne möchten wir Sie auf das Online-Selbstbeurteilungstool (Student Self-Reflection Tool, kurz: SRT) „PrevDrop“ aufmerksam machen. Dieses soll Studierenden helfen,  ihr individuelles Studienabbruchrisiko frühzeitig zu einzuschätzen. Insgesamt soll es helfen, überstürzte Studienabbrüche zu vermeiden und die Entscheidungskompetenz stärken. Habe ich das richtige Studienfach, die passende Hochschulform ausgewählt oder woran hakt es? Wo finde ich Unterstützung?

Die Bearbeitung dauert ca. 20-25 Minuten an. Das europäische Projekt (u.a. Partner in BUL, GB, ITA oder LUX) wurde finanziert mit Unterstützung der Europäischen Kommission und in Deutschland durch die Hochschule der Bundesagentur für Arbeit sowie ZAB consult/RWTH Aachen und Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtlingen-Geislingen maßgeblich mitgestaltet.

Link: http://www.prevdrop.eu/de

Bleiben Sie neugierig und fragen Sie nach! Gerne können Sie den PDF-Ausdruck mit in die persönliche Beratung mitbringen!

  • Terminhinweis: 20.3.2019, ab 15.00 Uhr Veranstaltung  „Zweifel am Studium. Tag der offenen Beratung“ der Agentur für Arbeit Braunschweig-Goslar im BiZ, Cyriaksring 10, 38118 Braunschweig

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Prüfungsangst, Aufschieberitis & Co. erfolgreich und selbstbewusst begegnen!

Wer kennt es nicht? Prüfungsangst, Aufschieberitis und Lampenfieber im Studium

Gerne möchten wir Sie auf das tolle, kostenfreie Angebot einer Veranstaltungsreihe der Universität Kassel zu den Themenblöcken aufmerksam machen. Timo Nolle wird alle, die gerade selbst vor schwierigen Prüfungen stehen oder andere Personen auf Prüfungen vorbereiten. Die Vorträge sind kostenfrei und ohne Anmeldung. Alle Vorträge können auch im Live-Stream angesehen werden. Nolle_Prüfungsangst_Offene Workshops

1.Termin: Prüfungsangst und Prüfungsvorbereitung (Datum: 21.01.2019)
jeweils 18:00 – 19:30

2.Termin: Motivation: Hilfe, die Prüfung hat keinen Bock auf mich! (Datum: 28.01.2019)

3.Termin: Leistungsdruck und Lampenfieber: Warum die „Bühne“ Angst macht. (Datum: 04.02.2019)

 Lassen Sie sich zu Ihren eigenen Weg inspirieren. Bleiben Sie neugierig, fragen Sie nach und suchen Sie nach Beratung hier vor Ort! Wir unterstützen Sie  gerne dabei.

Link zum Streamen: https://www.uni-kassel.de/einrichtungen/index.php?id=43798

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Noch nicht genug Gesichter und Geschichten über Perspektiven nach Studienzweifel gelesen?

Studienabbruch-und-dann.de

Gerne möchten wir Sie auf weitere Beiträge auf der BMBF-Webseite (Bundesministerium für Bildung und Forschung) aufmerksam machen, wo Sie vielfältige Geschichten aus dem kompletten Bundesgebiet erwarten. Welche Richtung schlagen diejenigen als Studienzweifelnde ein? Wohin gehen sie? Und wie kommen diese genau dorthin? Verbleibt und hat wie Erfolg im Studium, auch wenn zwischenzeitlich alles ausweglos erschien. Lassen Sie sich zu Ihren eigenen Weg inspirieren. Bleiben Sie neugierig und fragen Sie nach!

Link: https://www.studienabbruch-und-dann.de/de/chancen-ergreifen-1693.html

Raketenstart.tv

Für diejenigen, die schon einen Schritt weiter sind und nach einer Berufsausbildung in der Region Braunschweig Ausschau halten und mal etwas die Luft bei dem einen oder anderen Arbeitgeber schnuppern wollen, empfehlen wir https://www.raketenstart.tv/. Raketenstart.tv wird vom BZV Medienhaus GmbH betrieben.

 

  • Terminhinweis: 13.12.2018, ab 16.00 Uhr Veranstaltung  „Zweifel am Studium“ der Agentur für Arbeit Braunschweig-Goslar im BiZ, Cyriaksring 10, 38118 Braunschweig

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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