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Studienabbruch

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Thomas: „Blickt über den Tellerrand!“

Thomas: „Blickt über den Tellerrand!“

Thomas, 31 Jahre, hat die Ausbildung zum Fachinformatiker absolviert und ist angestellt in einem Braunschweiger IT-Unternehmen, studiert berufsbegleitend

Der Auslöser für das Aufsuchen von Beratung war bei mir im Endeffekt erst das endgültige Nichtbestehen der Prüfung im Studiengang „Bachelor Wirtschaftsinformatik“ an der TU Braunschweig. Da habe ich angefangen mich generell umzusehen. Eine Möglichkeit war das Weiterstudieren in der Informatik. Aber da ich vorher schon 14 Semester studiert hatte, musste etwas anderes her. Ich hatte im Studium z.B. auch schon vom Career Service der TU Braunschweig erfahren und wusste, da gibt es noch mehr an der TU. Durch die Flyer zum Vorläuferprojekt von Wegbereiter unter dem Titel „Neustart IT“, kam schließlich das Beratungsgespräch bei Marcus von den Wegbereitern zustande. Wir haben verschiedene Möglichkeiten ausgelotet, z.B. auch eine Option in Berlin, die es damals gab, wo ich einen Intensiv-Berufsschul-Abschluss hätte machen können, wenn hier sonst nichts geklappt hätte.

Die andere Option war, eine Ausbildung hier zu beginnen. Ich bekam von Marcus die Kontakte zweier Unternehmen hier in der Region, darunter auch mein jetziger Arbeitgeber, und habe mich dort zunächst auf Ausbildungsplätze beworben. Zuerst habe ich ein kurzes Praktikum in dem einen Unternehmen absolviert, und schließlich einen Programmiertest als Einstellungsprüfung bei dem zweiten Unternehmen. Die haben mir auch direkt danach ein Angebot gemacht, noch in das laufende Ausbildungsjahr einzusteigen und so habe ich dort direkt angefangen. Das war im November 2015.

Im Sommer 2016 fand nach dem ersten Ausbildungsjahr ein Personalgespräch statt, wo ich selbst das Thema „Verkürzen der Ausbildung“ angebracht habe und mir dann zwei Möglichkeiten angeboten wurden: Entweder ein halbes Jahr verkürzen am Ende der Ausbildung, oder direkt in das dritte Lehrjahr springen. Letzteres habe ich dann gemacht. Die Lehrer blieben gleich, der Stoff war für mich kein Problem und so konnte ich im Sommer 2017 meine Abschlussprüfung machen.

Warum ich ursprünglich in die Situation des langen und letztlich erfolglosen Studiums gekommen bin? Ich würde sagen, es kamen insgesamt viele Sachen zusammen. Zum einen habe ich mich in einen Trott hineingelebt, wo ich dann auch wenig gemacht habe. Private Schwierigkeiten hatten dazu beigetragen und mich auch irgendwie in diesem Trott festgehalten. Also bin ich mit einem Kumpel erstmal durch Europa gereist und habe andere Prioritäten gesetzt. Nebenher habe ich dann auch viel gearbeitet und wurde von meinen Eltern unterstützt, hatte also keine Geldprobleme, habe sogar an anderen Projekten mitgearbeitet – daher war ich einfach nicht auf das Studium konzentriert. Diese Erfahrungen waren es dann auch, die mich nach dem Studienabbruch, der ja gezwungenermaßen kam, dazu motiviert haben, lieber in eine geregelte Ausbildung zu gehen, weil mir diese Struktur einfach besser liegt.

Beraten lassen habe ich mich hauptsächlich bei Wegbereiter, ich war aber direkt nach dem Abbruch auch in der Studienfachberatung für Wirtschaftsinformatik der TU Braunschweig, um noch zu erfahren, ob und wo ich weiterstudieren könnte. In der Bewerbungsphase habe ich dann den Career Service nochmal aufgesucht, um meine Bewerbungen überprüfen zu lassen – dort war ich eben auch während des Studiums schon mal gewesen und kannte den Berater Knud Ahlborn daher schon. Die Beratung zum Studienabbruch hat mir sehr geholfen, da sie mir aufgezeigt hat, dass es an Studienabbrechenden interessierte Unternehmen gibt und weil es den Prozess des Auswählens unter den Möglichkeiten so ein bisschen geführt hat, einfach durch die Begleitung, und das war sehr gut für mich. Und ich habe es als Wertschätzung empfunden zu wissen, dass es eine Beratung für mein Anliegen gibt.

Vom Studium habe ich letztlich auch in der Ausbildung sehr profitiert und hatte natürlich den Vorteil, dass ich mich schnell in die Bereiche einarbeiten konnte – eine Fähigkeit, die man im Studium ja trainiert hat. Rückblickend hätte ich mich aber vor dem Studienbeginn stärker informieren sollen. Dann hätte ich mich ggf. zuerst für eine Ausbildung und dann für ein aufbauendes Studium entschieden. Damals war für mich aber klar: Nach dem Abi kommt Zivildienst und dann natürlich das Studium. Jetzt mache ich es so, wie ich es von Beginn an gern gemacht hätte: Ich habe mich für den Online-Studiengang Medieninformatik eingeschrieben und studiere seit dem Wintersemester wieder berufsbegleitend an der Ostfalia. Das wird von meinem Arbeitgeber unterstützt, ohne dass ich dafür dauerhaft Stunden reduzieren muss –die Möglichkeit dazu besteht aber in Prüfungsphasen, wenn es nötig ist. Auch im neuen Studiengang konnte ich mir noch Inhalte aus dem alten Studium anrechnen lassen und kann sagen: Das erste Studium war nicht umsonst!

Heute ist es bei mir so, dass der „Druck“ weiter zu machen und zu studieren, von innen kommt und nicht mehr von außen. Entlastend wirkt dabei natürlich, dass ich nun einen Bildungsabschluss nach der Ausbildung habe. Es gibt mir das Gefühl, selbstbestimmt eine persönliche Entscheidung getroffen zu haben, was ich noch machen möchte. Gleichzeitig bin ich mit meiner derzeitigen Rolle im Unternehmen zufrieden und mache dort Dinge, die ich früher auch angestrebt habe.

Was ich anderen nur raten kann: Keine Angst vor einem vermeintlichen Scheitern zu haben, denn es gibt viele Wege, die zum Ziel führen. Daher: Blickt über den Tellerrand!

 

Daria: „Die Exmatrikulation war das Beste, was mir passieren konnte“

Daria: „Die Exmatrikulation war das Beste, was mir passieren konnte“

Daria, 25 Jahre, holt ihre allgemeine Hochschulreife am Abendgymnasium nach

Aufbauend auf meiner Fachhochschulreife für Wirtschaft und Verwaltung habe ich an der Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften in Wolfenbüttel den Studiengang „Recht, Finanzmanagement und Steuern“ studiert. Nach 5 Semestern habe ich vor etwa einem Jahr dann eine Prüfung im Drittversuch nicht bestanden – und das war letztlich das Beste, was mir passieren konnte.

Es ist natürlich sehr schwierig, in dieser emotionalen Situation Beratung in Anspruch zu nehmen. Für mich war es insoweit schwer, weil ich erst einmal mich selbst sortieren musste – denn man weiß ja gar nicht, wie es weitergeht. Im ersten Moment muss man erstmal verarbeiten. Ich war dann bei meinem Lerncoach der Fakultät Recht (siehe Lerncoaching, Beratungsangebot an der Ostfalia HaW), welches an allen Fakultäten angesiedelt ist und Lernhilfen gibt, aber auch bei persönlichen Krisen oder Veränderungswünschen unterstützt). Die Beraterin hat mich auch in der Phase vor und nach der Exmatrikulation begleitet und empfahl mir die Wegbereiter. Eigenständig und selbst wäre ich, so glaube ich, nie darauf gekommen.

Ich hatte damals noch gar keine eigenen Alternativen im Kopf. Ich war erst einmal total verloren und wusste gar nicht, wo ich anfangen soll, ich hatte tausend Gedanken im Kopf. Somit war Wegbereiter eine sehr große Hilfe für mich. Die Unterstützung ist wirklich sehr individuell abgestimmt. Man lernt sich erst einmal kennen und dann stellt man dir die Frage: „Was ist denn jetzt dein Ziel?“ Darüber war ich mir auch schon während des Studiums gar nicht bewusst. Das hat sich erst in den Beratungsgesprächen herauskristallisiert. Ein Problem, mit dem ich zu kämpfen hatte, war halt die mangelnde Motivation, ein neues Studium anzugehen. Wenn ich ehrlich bin, habe ich gedacht: „Du bist zu doof für ein Studium! Das hat jetzt nicht geklappt, also machst du halt eine Ausbildung.“ Aber da war die Frage: Welcher Beruf passt denn zu mir? Das habe ich mit in die Beratung genommen, und daraufhin haben mich die Wegbereiter unter anderem zum Career Service der Ostfalia und zur Studien- und Berufsberatung von der Agentur für Arbeit Braunschweig-Goslar geschickt, wo zum Beispiel auch erstmal formale Qualifikationen, die ich schon mitbringe, aufgezeigt und gesammelt wurden. Tatsächlich war dann aber nichts dabei, was mich begeistert hat.

Parallel hatten mir die Wegbereiter noch ein Workshopangebot der Zentralen Studienberatung der TU Braunschweig empfohlen, bei dem mit Methoden der Potenzialanalyse gearbeitet wird. Dadurch habe ich erfahren, dass ich viel eher in Berufe passe, wo ich mich ausleben kann und anderen Menschen etwas beibringe, also künstlerisch-pädagogische Richtungen. Deshalb habe ich mich entschieden, weiter zu studieren – aber in eine ganz andere Richtung, nämlich in Richtung Lehramt. Mit meinem Fachhochschulabschluss kann ich das aber nicht machen, deshalb hole ich jetzt meine allgemeine Hochschulreife am Abendgymnasium nach und arbeite außerdem tagsüber.

Wenn ich ehrlich bin, hatte ich bereits im 3. oder 4. Semester Zweifel an meinem Studium. Aber da man in einer Leistungsgesellschaft lebt, habe ich gedacht: „Nein, es ist nur mangelnde Motivation, die nach einer Zeit schon wiederkommt. Zieh das einfach durch!“ Und dementsprechend wurde ich von mir selbst, aber auch von meinen Freundinnen und Kommilitoninnen eben zum Weitermachen motiviert und animiert.

Bloß sollte es eben nicht sein. Es war nicht der richtige Weg für mich. Aus der Beratung habe ich zum Glück den Mut mitgenommen, meinen eigenen Weg zu finden und auch zu gehen.

Foto: Wegbereiter

Maverick: „Macht das, womit ihr euch wohlfühlt“

Maverick: Macht das, womit ihr euch wohlfühlt

Maverick, 22 Jahre, Auszubildender bei Cargill in Salzgitter

Schon früh in meinem Studium Mathematik und Geschichte auf Lehramt habe ich gemerkt, dass studieren mir nicht wirklich liegt. Ich hatte keinen geregelten Tagesablauf, die Lehrveranstaltungen waren mir viel zu theoretisch und die Klausuren liefen auch eher so mittelprächtig. Während des ersten Pflichtpraktikums im 2. Semester, bei dem ich hauptsächlich in der Schule hospitiert und kleine Unterrichtseinheiten übernommen habe, lief es aber noch ganz gut. Daher dachte ich mir: „Immerhin scheint der Beruf zu passen, dann lohnt es sich auch durchs Studium zu beißen!“

Als die nächsten Semester dann aber nicht besser liefen als die ersten beiden, ich Klausuren nicht bestanden hatte und meine Motivation völlig im Keller war, kamen die ersten echten Zweifel. Schaffe ich das Studium wirklich?
Dann kam das zweite Praktikum, in dem man bereits mehr Unterricht übernimmt und langsam an das täglich Brot eines Lehrers herangeführt wird. Zu dieser Zeit habe ich gemerkt, dass der Beruf des Lehrers nicht so richtig das ist, was ich wirklich möchte. Hier fiel eigentlich schon der Entschluss, dass ein Abbruch das Beste für mich wäre. Da ich für mich jedoch keinen Plan B hatte, war ich mit dieser Situation ziemlich überfordert.

Was sollte ich jetzt machen? Zurück zu den Eltern – eher keine Option.

Ein anderes Studium? Das erste hat ja schon nicht funktioniert.

Also habe ich beschlossen, mir für diesen Schritt Hilfe zu suchen – bei Google mithilfe der Stichworte:
„Studienabbruch Braunschweig“. Erster Link: Wegbereiter. Eine Initiative, direkt unterstützt von der Uni? Erst mal eine Mail schreiben und schauen, ob die einem wirklich helfen können. Zwei Tage später kam die Antwort. Eine Woche später hatte ich einen Termin, zu dem ich mit etwas mulmigen Gefühl hingegangen bin, denn es war das erste offizielle Gespräch abgesehen von Gesprächen im engsten Familien- und Freundeskreis.

Wir haben dann erst einmal viel über mich, das Studium und die möglichen weiteren Schritte gesprochen. Am hilfreichsten war schließlich die Weiterleitung an die Studien- und Berufsberatung der Agentur für Arbeit. Auch hier habe ich schnell einen Termin bekommen. Mithilfe der verschiedenen Beratungen habe ich mich entschieden, dass ich statt des Studiums lieber eine Ausbildung machen möchte. Da es bereits März war, sah ich jedoch keine sonderlich großen Chancen mehr, für den Herbst noch einen Ausbildungsplatz zu finden. Die Agentur für Arbeit Braunschweig-Goslar hat mich jedoch darauf aufmerksam gemacht, dass es durchaus noch einige freie Ausbildungsplätze gab. Ich durfte an einem hervorragenden Bewerbungstraining teilnehmen und habe tatsächlich noch einen Ausbildungsplatz zum Industriekaufmann gefunden.

Während der ganzen Zeit hat Wegbereiter mich begleitet und unterstützt, wofür ich im Nachhinein wirklich dankbar bin. Als der Entschluss zum Abbruch fiel, war ich orientierungslos und wusste kaum, was ich stattdessen machen wollte und wie genau es weitergehen kann. Wegbereiter hat mir wie ein Leuchtturm verschiedene mögliche Wege gezeigt, wodurch ich seit inzwischen 6 Monaten zufrieden in der betrieblichen Ausbildung angekommen bin.

Der Abbruch hatte für mich persönlich auch keinerlei Nachteile. Im Gegenteil, er hat mich für die Unternehmen, bei denen ich mich beworben habe, interessanter gemacht. Die Klausuren in der Berufsschule sind im Gegensatz zu dem, was ich aus der Uni gewöhnt war, sehr einfach. Ich habe inzwischen einfach das Gefühl, ausbildungstechnisch das für mich Richtige zu machen – auch dank Wegbereiter.

Falls ihr ebenfalls in der Situation seid, dass ihr an eurer Studienwahl zweifelt, kann ich euch nur einen Tipp geben: Tragt diese Gedanken nicht allein mit euch rum. Sprecht mit irgendwem drüber, ganz egal ob Familie, Freunde oder Außenstehende. Und am wichtigsten: Macht das, womit ihr euch am wohlsten fühlt, unabhängig davon, was andere vielleicht von euch erwarten. Ein Studium passt meiner Meinung nach nun einmal nicht für Jeden. Das ist okay und keine Schande. Eine Ausbildung ist keine Sackgasse, man kann sich danach immer noch weiterbilden oder an die Universität zurückgehen, um nochmal zu studieren – dann aber mit einer völlig anderen Grundlage und anderen persönlichen Voraussetzungen.

 

Foto: Hoffmann/TU Clausthal

„Studium läuft nicht – Wir sind da!“

Studium läuft nicht – wir sind da!

1. Tag der gemeinsamen offenen Beratung am 13. März 2018 in Braunschweig (Berufsinformationszentrum, Cyriaksring 10, Eingang Münchenstraße) von 15:00 bis 18:00 Uhr

Hast Du Zweifel an Deinem Studium oder wächst Dir einfach alles über den Kopf? Stehst du vor der Entscheidung: Abbrechen oder Weitermachen? Beratungsexpert/inn/en aus dem ganzen Netzwerk unterstützen Dich gleichzeitig an einem Ort – Ein passendes Angebot, gerade wenn es um eine erste Orientierung geht!

Gemeinsam blicken wir ergebnisoffen in persönlichen Gesprächen auf Deine individuelle Situation und Deine nächsten Karriereschritte mit oder ohne Studienabschluss – egal, ob Ausbildung, Fortbildung, Praktika, Studien-/Abschlussarbeiten oder etwas ganz anderes. Wenn Du möchtest, vereinbaren wir direkt Folgetermine.

In unserer Talkrunde (15:15 Uhr) berichten Expert/inn/en aus der Praxis über Brüche und Umwege im Lebenslauf und geben Einblick in ihre Werdegänge. Plus Bewerbungsmappencheck vor Ort!  Bitte Bewerbungsunterlagen mitbringen!

Wer sind Deine Beratungsexpert/inn/en?

  • Agentur für Arbeit Braunschweig – Goslar, vertreten durch die Studien- und Berufsberatung und Akademische Arbeitsvermittlung
  • DAA Braunschweig
  • Handwerkskammer Braunschweig – Lüneburg – Stade
  • Industrie- und Handelskammer Braunschweig
  • Kooperationsinitiative Maschinenbau e.V.
  • Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften, vertreten durch Zentrale Studienberatung und Projekt Lerncoaching
  • Technikakademie Stadt Braunschweig
  • Technische Universität Braunschweig, vertreten durch die Zentrale Studienberatung und Projekt Perspektivwechsel (Career Service)
  • Teutloff Technische Akademie gGmbH

Anmeldung oder Kosten? Eine Anmeldung ist nicht notwendig. Es ist alles kostenlos.

Anfahrt? Erreichbar ist das BiZ mit den Bahnen 3 und 5 (Richtung Weststadt und Broitzem) oder den Bussen 419, 429 und 443 (Haltestelle Cyriaksring)

Weitere Veranstaltungen wie Ausbildungsmessen in der Region?

  • 22.2.2018 Ausbildungsmesse Handwerk, Berufsinformationszentrum Braunschweig (15.00 bis 17.30 Uhr)
  • 7.3.2018 Mein Start in die Ausbildung 2018, Eintracht-Stadion VIP-Bereich (9.00 bis 12.00 Uhr)
  • 7.3.2018 parentum – Eltern+Schülertag für die Berufswahl, Wolfsburg, Wolfsburger Stadtzentrum (14.00 bis 18.00 Uhr)
  • 8.3.2018 BONA SZ- Ausbildungsmesse, Salzgitter, Sporthalle Amselstieg (8.00 bis 14.00 Uhr)
  • 25.5.2018 HIT TU Braunschweig, Hauptcampus (9.00 bis 13.00 Uhr)
  • 31.5.2018 Ab in die Ausbildung, IHK-Kongresssaal (13.00 bis 17.00 Uhr)
  • 1.6.2018 Campustag in Wolfenbüttel, Campus Wolfenbüttel, Salzdahlumer Str. 46/48 (15.00 bis 19.00 Uhr)
  • 6./7.6.2018 Voacation Ausbildungsmesse, Stadthalle Braunschweig (8.45 bis 14.45 Uhr)

Jessica: „Sei mutig und stark!“

Jessica: „Sei Mutig und Stark!“

Jessica, 24 Jahre, Duales Studium BWL in einer Kanzlei in Braunschweig und an der Welfenakademie

Wegbereiter: Wie bist du überhaupt auf das Projekt „Wegbereiter“ aufmerksam geworden?

Jessica: Ich war zuvor bei Frau Hartwig vom Diversity Mentoring-Programm des Gleichstellungsbüros der TU Braunschweig zur Beratung. Von ihr wurde ich auf das Projekt „Wegbereiter“ hingewiesen und bin so zur Wegbereiter-Beratung bei Johanna gekommen.

Wegbereiter: In welcher Situation warst du, als du die Wegbereiter-Beratung aufgesucht hast?

Jessica: Ich habe damals im 4. Semester Wirtschaftsingenieurwesen Maschinenbau an der TU Braunschweig studiert. Zu diesem Zeitpunkt war ich sehr durcheinander und im Zwiespalt, was ich tun sollte. Aufgrund eines schweren familiären Verlustes kam ich mit meinen Klausuren in Verzug und meine Gedanken waren nicht zu 100% beim Studium. Natürlich wurden es mit jedem weiteren Semester immer mehr Klausuren, die gemeistert werden wollten. In meinem dritten Semester hatte ich mir vorgenommen, 8 Klausuren zu schreiben. Dies war eindeutig zu viel Druck für mich und ich musste mich schließlich nach der dritten Klausur von allen übrigen abmelden, da ich einfach nicht mehr in der Lage war, mich auf das Lernen zu konzentrieren. Ich war wirklich am Boden zerstört und wusste nicht mehr, was ich tun sollte. Aus diesem Grund habe ich mir Hilfe gesucht, denn man muss nicht immer alles alleine schaffen – aber das musste auch ich erstmal lernen.

Wegbereiter: Wie kam es, dass du dich genau für dieses Beratungsangebot entschieden hast und wie ging es von da an weiter?

Jessica: Ich habe einfach alle Hilfsangebote in Anspruch genommen, die ich finden konnte. Vielleicht habe ich mir innerlich auch erhofft, dass mir jemand sagen kann, was ich machen soll. Dies ist natürlich nicht richtig, denn man sollte seine Entscheidungen selbst treffen. Genau dabei hat mir die Beratung geholfen. Im Laufe der Beratungsgespräche kam ich zu der Überzeugung, dass es für mich das Richtige war, das Studium abzubrechen. Innerlich hatte ich bereits vor dem ersten Gespräch mit der Weiterführung meines Studiums abgeschlossen. Bis mir das klar wurde, war es ein langer Prozess, denn letztlich war es eine wirklich schwere Entscheidung für mich. Danach habe ich mich vor allem nach dualen Studiengängen erkundigt und viele Bewerbungen geschrieben. Nebenbei habe ich gearbeitet und mich erstmal um mich gekümmert. Ich hatte einige Bewerbungsgespräche – erfreuliche und eher wenig erfreuliche. Nach einem wirklich schrecklichen Bewerbungsgespräch, ging es mir nicht gut und ich habe Johanna kontaktiert. Sie hat sich unverzüglich bei mir gemeldet. Ich konnte am Telefon alles schildern und gleich über weitere Möglichkeiten sprechen. Das war wirklich super und hat mir sehr geholfen.

Wegbereiter: Wie hat dein soziales Netzwerk reagiert als du dich für den Studienabbruch entscheiden hast?

Jessica: Meine Familie war froh über meine Entscheidung, das Studium zu beenden, denn sie haben gesehen wie schlecht es mir damit ging. Ich habe grundsätzlich viel Unterstützung von ihnen bekommen, jedoch fand ich es wichtig, auch Tipps und Hilfestellungen von Außenstehenden zu bekommen, denn Freunde und Familie neigen dazu von etwas abzuraten, weil sie denken, es wäre nicht das Richtige für einen.

Wegbereiter: Wie zufrieden bist du abschließend mit der Beratungsleistung und mit deiner gegenwärtigen Situation?

Jessica: Ich bin mehr als zufrieden mit der Beratung von „Wegbereiter“ und bin sehr froh, auf das Projekt aufmerksam geworden zu sein. Mir hätte nichts Besseres passieren können. Meine gegenwärtige Situation ist der absolute Wahnsinn, anders kann ich es nicht sagen. Ich bin überglücklich. Auch viele der von „Wegbereiter“ empfohlenen Kontakte waren sehr hilfreich, z.B. die Studien und Berufsberatung der Agentur für Arbeit, weil diese mir noch weitere Kanzleien und Unternehmen genannt haben, die das duale Studium anbieten und bei denen ich mich noch für das Ausbildungsjahr 2017 bewerben konnte.

Wegbereiter: Würdest du das Beratungsangebot anderen Studierenden weiterempfehlen? Aus welchem Grund?

Jessica: Auf jeden Fall! Es ist jedem zu empfehlen, bei dem nur der kleinste Zweifel aufkommt! Hätte ich früher von dem Projekt erfahren, wäre ich schon viel eher in die Beratung gekommen. Dank Johanna und durch dieses Projekt wurde ich motiviert und gestärkt. Ich habe wieder Hoffnung bekommen, ein zu mir passendes (duales) Studium finden zu können und habe dieses Ziel auch erreichen können.

Wegbereiter: Kannst du von deinen Vorkenntnissen bzw. Vorerfahrungen profitieren? Wie beschreibst du deine berufliche bzw. persönliche Zukunft?

Jessica: Ja, sowohl von meiner bereits vorhandenen Ausbildung als auch von den drei Semestern, die ich an der TU war, konnte ich profitieren. Die Zeit war keine Verschwendung. Auch wenn ich das Studium nicht abgeschlossen habe, habe ich dennoch etwas gelernt. Ich werde das Duale Studium in BWL mit der Fachrichtung Steuern und Prüfungswesen mit Sicherheit erfolgreich absolvieren. Anschließend werde ich in der Kanzlei übernommen, bei der ich während des Studiums die Praxisphasen absolviere, um meine praktische Erfahrung zu vertiefen.

Wegbereiter: Was würdest du dir in Bezug auf den Übergang in die Praxis von potenziellen Arbeitgebern in der Region wünschen?

Jessica: Es gibt einige Unternehmen, die Studienabbrechenden eine Chance geben. Dies sollte mehr verbreitet werden. Ich persönlich habe auch deswegen so lange gebraucht, mich für den Abbruch zu entscheiden, weil ich geglaubt habe, ich wäre uninteressant für Unternehmen.

Wegbereiter: Welche Botschaft möchtest Du anderen Personen in einer ähnlichen Situation mitgeben?

Jessica: Sei mutig und stark und lass Dir helfen! Andere Sichtweisen können unheimlich helfen, genau das Richtige für Dich selbst zu finden.

Außerdem sollte man nicht verzweifeln, denn wenn sich eine Tür schließt, öffnet sich eine andere – es kann zwar etwas dauern, aber sie öffnet sich!

 

Foto: Hoffmann/TU Clausthal

Mike: „Eine Stunde Zeit investiert – ein Berufsziel erkannt“

„Eine Stunde Zeit investiert – ein Berufsziel erkannt“

Mike, 27 Jahre, Ausbildung zum Steuerfachangestellten

Drei Jahre lang hat sich Mike aus seinem Studium der Wirtschaftsinformatik „geschlichen“. Er steht offen zu der Tatsache, dass er viele Semester lang keine einzige Lehrveranstaltung besucht hat. Erst im 14. Semester seines Wirtschaftsinformatik-Studiums an der TU Braunschweig hat er sich an „Wegbereiter“ gewandt.

Rückblickend denkt Mike heute, er hätte sich möglicherweise schon früher für den Studienabbruch entschieden. Aber Beratung wahrzunehmen, fiel ihm schwer. Stattdessen versuchte er lieber, das Thema mit Freunden oder Familienmitgliedern zu meiden und sich Gesprächen über Beruf/Studium zu entziehen. Gut gemeint, aber nachteilhaft waren Appelle wie: „Mach doch weiter! Du schaffst das schon!“ Ab einem bestimmten Zeitpunkt sei man gar nicht mehr an ihn herangekommen. Zu der Erkenntnis zu kommen, dass es nicht das Richtige war, hat einfach zu lange gedauert“, sagt Mike.

Vor gut einem Jahr hat er den Weg in die Zentrale Studienberatung der TU Braunschweig gefunden, deren Beratende ihm das Projekt Wegbereiter empfahlen. „Am Anfang hatten wir relativ viele Gespräche, die geholfen haben, einen Überblick darüber zu erhalten, was man machen kann. Die Frage war, was mache ich, wenn ich aufhöre, beziehungsweise welche Optionen habe ich gegenüber dem Studium?“, erzählt Mike. Wegbereiter hat ihn dann auf die Psychotherapeutische Beratungsstelle des Studentenwerks Ostniedersachsen hingewiesen, ebenso auf die Studien- und Berufsberatung der Agentur für Arbeit Braunschweig-Goslar.

Ein Orientierungspraktikum in einem Braunschweiger IT-Unternehmen, zu dem Wegbereiter den Kontakt herstellte, führte zu der Erkenntnis, dass ein beruflicher Neustart außerhalb der Hochschule die beste Lösung ist. Gleichzeitig half ihm die Erfahrung in dem Unternehmen, sich von der Informatik und der IT als Berufsziel zu lösen. Er schaute sich breiter um, machte ein weiteres Praktikum in einem Wolfsburger Steuerbüro, wo man ihm schließlich einen Ausbildungsplatz anbot. Ab ersten August beginnt er eine Ausbildung zum Steuerfachangestellten.

Rückblickend bereue er den Weg an die Technische Universität nicht, denn es fehlte nicht mehr viel zum erfolgreichen Bachelor-Zeugnis. Auch habe das Studium im Großen und Ganzen Spaß gemacht: „Auf der anderen Seite ist es ja eine Erfahrung, die man gemacht hat. Diese prägt die Persönlichkeits-bildung. Und es war damals die richtige Entscheidung.“ Die Orientierungsberatung habe Mike geholfen, sich besser kennenzulernen, seine eigenen Bedürfnisse und Ziele zu formulieren und in den Mittelpunkt seiner zukünftigen Entwicklung zu stellen. Wichtig aus Mikes Sicht war es vor allem, Informationen über attraktive Alternativen zum damaligen Studium erhalten zu haben. Gemeinsam mit dem Projekt Wegbereiter erarbeitete Mike einen Zeitplan für einen Einstieg zum Ausbildungsstart 2017.

Mike rät dazu, Beratung in Anspruch zu nehmen von jemandem außerhalb des Familien- und Freundeskreises. „Es ist eine Stunde investierte Zeit. Wenn es nicht läuft, dann schiebt man alles ja nur vor sich her. Da kann man sich einfach Zeit sparen. Oder einen anderen Weg gehen, damit es (besser) läuft.“

 

Foto: Hoffmann/TU Clausthal

Sebastian: „Seid mutig – Geht Euren Weg“

„Seid mutig – geht euren weg“

Sebastian, 21 Jahre, Ausbildung zum Mechatroniker in Braunschweig

Schon länger hatte ich Gedanken wie: „Ist das eigentlich das, was ich einmal machen möchte?“ Als ich im 3. Semester meines Studiums Wirtschaftsingenieurwesen/Maschinenbau an der TU Braunschweig gerade meinen Drittversuch in der Prüfung Marketing und Unternehmensführung geschrieben hatte, habe ich also schon länger Zweifel gehabt. Durch den Artikel in der Braunschweiger Zeitung im März 2017 bin ich dann auf die Wegbereiter-Beratung aufmerksam geworden. Ich konnte mich vor allem mit der Geschichte von Thomas Jusko sehr identifizieren, da ich mich in einer ähnlichen Situation befand. Schon vor den Ergebnissen der Prüfung bin ich dann in die Beratung gegangen, um mir über Alternativen klar zu werden. Nach der Beratung kamen für mich zwei Optionen heraus: Entweder in einen anderen Studiengang an der Fachhochschule zu wechseln oder in eine Ausbildung zu gehen. Ich war damals noch im Zwiespalt, entschied mich aber im Laufe der Zeit in Richtung Ausbildung.

„Mache ich das Richtige?“

In der Situation, in der ich den Gedanken hatte „Ich leg das Studium ab“, in der man sich überlegt, soll man weiterkämpfen – da war es für mich wichtig, auch nochmal von außerhalb die Unterstützung zu bekommen. Mir wurde aufgezeigt, dass es andere Möglichkeiten gibt, dass es einen anderen Weg gibt, der einen zu dem Ziel bringt, das man selbst erreichen möchte. Man geht dann auch nochmal seine ganzen Werte durch und reflektiert, ob es überhaupt richtig war, diesen Weg bisher zu gehen. Ich hatte andere Vorstellungen vom Studium. Es lag mir nicht, zunächst die ganzen theoretischen Grundlagen aufzubauen, ohne Schwerpunkt oder praktischen Bezug. Die Vorstellungskraft, wie das in der Praxis funktionieren kann, hat mir dann einfach gefehlt. Rückblickend kann man sich, ähnlich wie bei der Studienentscheidung natürlich generell fragen, „Warum habe ich eigentlich Abitur gemacht?“, da hätte man die Zeit sicher auch anders nutzen können. Auf der anderen Seite kann man nicht wissen, ob ein Unternehmen später auf die Fachkenntnisse zurückgreifen möchte oder ob es ein berufsbegleitendes Studium wertvoll findet, was ich durch das Abitur dann angehen kann. Es ist jedenfalls keine verschenkte Zeit, sondern hilft einem vielleicht später nochmal, andere Ziele zu erreichen.

Neuer Weg

Mit der Beratung bei Wegbereiter bin ich sehr zufrieden, denn man wird einfach wertgeschätzt. Marcus hat mir wirklich sehr geholfen, vor allem dahingehend, wie ich den Studienabbruch in der Bewerbung unterbringen kann. Dass ich dazu bewusst stehen kann, indem ich sage: „Dieser Weg kommt nicht mehr für mich infrage, ich gehe einen anderen Weg“. Es hat mir Selbstvertrauen gegeben, dass Marcus mir dann gezeigt hat, dass es Betriebe gibt, die genau daran Interesse haben, weil sie jemanden wollen, der sich für den Betrieb entscheidet. Marcus hat mich noch weiterverwiesen und ich bin dann zur Studien- und Berufsberatung der Agentur für Arbeit Braunschweig-Goslar gegangen, um mir dort Hilfe zu holen bei der Suche nach einer festen Ausbildungsstelle. Letztlich habe ich dann den Hinweis zum Betrieb, wo ich jetzt bin, über Bekannte bekommen. Der Betrieb hat mich sehr interessiert, vor allem auch, weil das Unternehmen Interesse an den Auszubildenden hat. Das war für mich wichtig, denn ich möchte mich im Leben weiterentwickeln und vielleicht in Führungsposition gehen. Jetzt mache ich also seit August 2017 die Ausbildung zum Mechatroniker in diesem Unternehmen und habe die Möglichkeit, später den Techniker oder Meister zu machen und selbst Ausbilder zu werden.

Künftigen Abiturienten möchte ich raten: Informiert Euch, geht Euren Weg und macht das, was für Euch interessant ist. Wenn man etwas macht, was einen nicht interessiert, dann fehlt einem irgendwann etwas. Es ist sinnvoll, die Studienberatung der Hochschulen und die Studien- und Berufsberatung der Agenturen für Arbeit zu nutzen. Studienzweifelnden kann ich nur sagen – seid mutig. Meine Erfahrung ist, je mehr man zweifelt, desto mehr kann es ein Zeichen sein, dass etwas vielleicht nicht passt.

Foto: Hoffmann/TU Clausthal

Thomas: „Ich wusste, es muss sich etwas ändern.“

„Ich wusste, es muss sich etwas ändern.“

Thomas, 23 Jahre, Ausbildung zum Feinwerkmechaniker an der TU Braunschweig

Wie viele andere Schulabgänger hat sich Thomas nach dem Abitur an den Schulfächern orientiert, in denen er gute Noten hatte. Das waren vor allem Mathematik und Physik – der Studiengang Maschinenbau lag für ihn daher nahe und versprach gute Einstiegschancen. „Meine Vorstellungen vom Studium wurden aber schnell von der Realität eingeholt,“ sagt Thomas heute. Der Theorieanteil an der Universität war höher als erwartet, Thomas bekam eine schlechte Note nach der anderen. Dennoch wartete Thomas bis zum 6. Semester, bevor er sich Hilfe suchte. „Ich hatte Angst“, erzählt der 23-Jährige, „mich meinen Eltern anzuvertrauen.“ Und sich und ihnen einzugestehen, dass er das Studium nicht weiterführen wollte.

Im Sommer 2015 ging er zunächst zur Zentralen Studienberatung der TU Braunschweig. Doch da er den Weg aus der Hochschule raus suchte, verwiesen ihn diese an das Wegbereiter-Vorläuferprojekt an der TU Braunschweig, „Neustart IT“. „Ich wusste, ich wollte abbrechen“, so Thomas. Gemeinsam mit Marcus, heute Projektleiter von „Wegbereiter“, machte Thomas eine Situationsanalyse, ging Alternativen durch, besprach Wünsche und Ziele. „Nach dem Abbruch war ich erst einmal ganz schön fertig. In der Beratung reifte die konkrete Vorstellung, welche Ausbildung ich ausüben wollte.“ Für Thomas und die meisten Studienabbrechenden in seiner Situation ist es wichtig, wieder nach vorn denken zu können und festzustellen, dass es noch immer viele Optionen gibt. Und die notwendige Unterstützung zu finden, auch im Umgang mit dem Umfeld. Große Sorge hatte Thomas nämlich vor dem Gespräch mit seinen Eltern, insbesondere seinem Vater. Doch das Gespräch lief gut.

Schnell kristallisierte sich dann in der Beratung auf der Basis seiner Interessen und Fähigkeiten sowie dem Wunsch nach praktischem ‚Tun‘ heraus, dass eine Ausbildung zum Feinwerkmechaniker das Richtige sein könnte. Der Zufall wollte es, dass die TU Braunschweig, die selbst zahlreiche handwerkliche, duale Ausbildungen anbietet, zu diesem Zeitpunkt für den unmittelbar bevorstehenden Ausbildungsstart noch eine offene Stelle in der Ausbildung zum Feinwerkmechaniker anzubieten hatte. Dieser Hinweis wurde durch die Handwerkskammer Braunschweig – Lüneburg – Stade erbracht.

Parallel besuchte Thomas erfolgreich die Studien- und Berufsberatung der Agentur für Arbeit Braunschweig und konnte durch das Gespräch mit seiner Berufsberaterin seinen Berufswunsch absichern. Ein weiterer Vorteil war, dass er eine Fülle an Ausbildungsangeboten kostenlos zu gesendet bekommen hatte. Innerhalb weniger Tage wurde Thomas vom Studienabbrecher zum Auszubildenden – letztlich ein Idealfall, der viel mit Glück zu tun hatte. Das weiß auch Thomas, und rät deshalb dazu, früher Beratung in Anspruch zu nehmen und nach der richtigen Beratungsstelle zu fragen. „Damit meine ich auch, dass man – gerade auch bei diesem Projekt – über längere Zeit beraten werden kann. Auch wenn man also die ersten Zweifel hat, kann man durch eine frühe Beratung weiterfinden“, und sich weitere Informationen holen, sich besinnen darauf, wo es hingehen soll, ein Ziel entwickeln und ansteuern.

Thomas jedenfalls ist seinen Weg gegangen und steuert dem Ende seiner Ausbildung entgegen. Sein Mut, etwas zu ändern und sein Vertrauen in andere, ihm zu helfen, haben sich schließlich gelohnt. Thomas ist heute sichtlich erleichtert: „Letztendlich hatte ich mehr Angst als angebracht war. Der Schritt war der Richtige“.

Foto: Alexander Dontscheff

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