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Elisa: „Wie kann ich „besser scheitern“? Das Lehramt ist keine Einbahnstraße!“

Elisa, 25 Jahre, Masterstudiengang Mathematik/Englisch auf Lehramt, TU Braunschweig

Elisa hat bereits im Oktober 2017 einen Blogbeitrag in Zusammenarbeit mit Wegbereiter veröffentlicht: https://www.wegbereiter-studienabbruch.de/elisa-dittmann-will-ich-wirklich-lehrerin-werden/. Wir sind froh, dass wir hier den 2. Teil des Interviews veröffentlichen zu können:

Marcus: Wie bist du konkret vorgegangen?

Elisa: Ich habe mir außerdem so detailliert wie möglich die Aufgaben und Fähigkeiten einer Lehrerin aufgeschrieben und mit den Tätigkeiten und benötigten Kompetenzen in meinem Wunschberuf verglichen – ihr werdet sicher überrascht sein, wie groß die Schnittmenge zwischen dem Lehramtsberuf und anderen Jobs ist. Dieser Vergleich hat mir in den Vorstellungsgesprächen sehr geholfen zu begründen, warum ich als Lehramtsstudierende für den Beruf qualifiziert bin und ihn gut ausüben werde.

Marcus: Würdest du deine damals geäußerten Statements nochmals wiederholen? Mit etwas Abstand. Für was steht der Quereinstieg?

Elisa: Ich würde meine damaligen Statements sofort nochmal genauso äußern! Zweifeln ist okay und völlig menschlich. Die Frage ist, was man daraus macht – ich habe es als Chance gesehen, meinen Horizont zu erweitern, die aktuelle Situation zu hinterfragen und meine Zukunft nochmal ganz aktiv in die (für jetzt) richtige Richtung zu lenken. Vielleicht folgt auf Zweifel auch nur die Erkenntnis, dass alles gut ist wie es ist oder es folgt eine kleine Kurskorrektur. Nicht für jeden entwickeln sich Studienzweifel zu einem kompletten Neusetzen der Segel.

Die Arbeit mit Menschen hat mir immer viel Spaß gemacht, sodass die Studieninhalte für mich immer Relevanz hatten und ich gerne auf Lehramt studiert habe. Seit ich die ersten Unsicherheiten in meiner Studienwahl verspürt habe ist meine Motivation, richtig gute Leistungen im Studium zu erbringen, sogar schlagartig angestiegen. Um mir die Möglichkeit offen zu halten, nach dem Studium in die freie Wirtschaft zu gehen und konkurrenzfähig zu sein, wusste ich, dass sehr gute Studienleistungen entscheidend sind. Ich bin mir sicher, dass besonders mein Masterabschluss nicht so überragend ausgefallen wäre, wenn meine Gedanken stets bei dem Berufsziel der Lehrerin geblieben wären, weil bei dem aktuellen Lehrermangel keine Konkurrenzsituation unter Lehrkräften existiert und man sich seines Jobs quasi sicher sein kann.

Ich betrachte einen Quereinstieg als einen Ausdruck von Bereitschaft und Fähigkeit, sich selbst und seine Wünsche zu reflektieren, zu hinterfragen und dementsprechend seine beruflichen Pläne anzupassen. Reflexionsfähigkeit und den Mut, nicht den (oft) einfacheren, bereits vorgegebenen Weg zu gehen, sind tolle Eigenschaften, die bei möglichen Arbeitgebern super ankommen. Ansonsten habe ich gemerkt, dass eine offene Persönlichkeit und meine Auslandserfahrungen sehr gut angekommen sind.

Marcus: Wie stehst du zu den Begriffen „Scheitern“ sowie „Zweifel“, und was lernt man aus deinem Weg? Hat sich etwas verändert?

Elisa: „Scheitern“ ist ein so hartes Wort, das mit einem beruflichen Kurswechsel in der heutigen Zeit gar nicht übereinpasst und in diesem Kontext einfach nur veraltet ist. Ich finde ein beruflicher Kurswechsel zeugt von Reflexionsfähigkeit, Mut und oft auch Ausdauer. Ich habe mich mit 18 dazu entschieden, Lehrerin zu werden. Sechs Jahre später war ich eine andere Person als zu Beginn des Studiums. Ich habe mich in der Studienzeit weiterentwickelt, meinen Horizont erweitert und Erfahrungen gemacht, die meinen Blick auf das Berufsleben und besonders den Lehramtsberuf verändert haben, sodass ich für mich bemerkt habe, dass mein Berufswunsch von damals nicht mehr mit den Wünschen der Person, die ich am Ende des Studiums war, übereinstimmte. Für mich ist meine Geschichte keine des Scheiterns, sondern eine des persönlichen Wachstums, der Veränderung und der Stärke zu wissen, was man im Beruf möchte.

Marcus: Liebe Elisa, vielen herzlichen Dank, dass du dir die Zeit genommen hast. Wir wünschen dir alles Gute für deine persönliche Zukunft und hoffen, dass deine Geschichte viele andere Ratsuchende in einer vergleichbaren Situation findet, um Handlungsoptionen aufzuzeigen und die Kraft für erste kleine Schritte zu gewährleisten.

Elisa: Ich danke auch. Und wünsche allen Lesern alles Gute!

Foto: Merle Janßen

 

Einladung für den 20.3.2019 – Tag der offenen Beratung

Informationsmesse: Studium läuft nicht – wir sind da!

2. Tag der gemeinsamen offenen Beratung am Mittwoch, den 20. März 2019 in Braunschweig (Berufsinformationszentrum, Cyriaksring 10, Eingang Münchenstraße) von 15:00 bis 18:00 Uhr

Hast Du Zweifel an Deinem Studium oder wächst Dir einfach alles über den Kopf? Stehst du vor der Entscheidung: Abbrechen oder Weitermachen? Beratungsexpert/inn/en aus dem ganzen Netzwerk unterstützen Dich gleichzeitig an einem Ort – Ein passendes Angebot, gerade wenn es um eine erste Orientierung geht!

Gemeinsam blicken wir ergebnisoffen in persönlichen Gesprächen auf Deine individuelle Situation und Deine nächsten Karriereschritte mit oder ohne Studienabschluss – egal, ob Ausbildung, Fortbildung, Praktika, Studien-/Abschlussarbeiten oder etwas ganz anderes. Wenn Du möchtest, vereinbaren wir direkt Folgetermine.

In unserer Talkrunde (15:00 Uhr) berichten Expert/inn/en aus der Praxis über Brüche und Umwege im Lebenslauf und geben Einblick in ihre Werdegänge, aber auch Arbeitgeber berichten von Einstiegsmöglichkeiten (u.a. zur Bewerbung und Vorbereitung für Auswahlgespräche) und ihre bisherigen Erfahrungen.

Wer sind Deine Beratungsexpert/inn/en?

  • Agentur für Arbeit Braunschweig – Goslar, vertreten durch die Studien- und Berufsberatung und Akademische Arbeitsvermittlung
  • DAA Braunschweig
  • Handwerkskammer Braunschweig – Lüneburg – Stade
  • HBK Braunschweig
  • Industrie- und Handelskammer Braunschweig
  • Kooperationsinitiative Maschinenbau e.V.
  • Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften, vertreten durch Zentrale Studienberatung
  • Studentenwerk OstNiedersachsen
  • Technikakademie Stadt Braunschweig
  • Technische Universität Braunschweig, vertreten durch die Zentrale Studienberatung
  • Teutloff Technische Akademie gGmbH
  • Welfenakademie Braunschweig

Plus Bewerbungsmappencheck vor Ort!  Bitte Bewerbungsunterlagen mitbringen!

Anfahrt: Erreichbar ist das BiZ mit den Bahnen 3 und 5 (Richtung Weststadt und Broitzem) oder den Bussen 419, 429 und 443 (Haltestelle Cyriaksring)

WIR HOFFEN, WIR SEHEN EUCH!

 

Elisa: „Wie kann ich „besser scheitern“? Das Lehramt ist keine Einbahnstraße!“

Elisa, 25 Jahre, Masterstudiengang Mathematik/Englisch auf Lehramt, TU Braunschweig

Elisa hat bereits im Oktober 2017 einen Blogbeitrag in Zusammenarbeit mit Wegbereiter veröffentlicht: https://www.wegbereiter-studienabbruch.de/elisa-dittmann-will-ich-wirklich-lehrerin-werden/. Wir sind froh, dass wir sie nun für einen Teil 2 über ihren weiteren Verbleib und wesentliche Tugenden und Kompetenzen sowie Handlungsempfehlungen für einen Quereinstieg gewinnen konnten. Wir öffentlichen das Interview in zwei Akten:

Marcus: Hallo Elisa, was hat sich bis jetzt Neues für dich ergeben?

Elisa: Zum Zeitpunkt des letzten Blogeintrags standen noch zwei Semester des Studiengangs „Master of Education“ vor der Tür, welche ich letztlich erfolgreich absolvierte und mein Studium Ende August beendete.

Der Gedanke, dass der Lehrerinnenberuf nicht das Richtige für mich ist, verschwand jedoch auch während der restlichen Zeit des Studiums nicht, sodass ich mich ein halbes Jahr vor dem geplanten Ende des Studiums entschloss, für Praktika in Unternehmen zu bewerben. Mein Plan war es, praktische Erfahrungen zu sammeln, die mir für anschließende Bewerbungen auf „richtige Jobs“ helfen würden.

Marcus: Und dann? Wie ist es dir gelungen, praktische Erfahrungen zu sammeln?

Elisa: Ich war sehr überrascht, welch positive Resonanz auf meine Praktikumsbewerbungen folgte. Ende Februar unterschrieb ich einen Praktikumsvertrag bei einem großen Versicherer in München, kündigte diesen jedoch nach einigen Wochen wieder, weil ich merkte, dass das Gesamtpaket für mich nicht stimmte. Also bewarb ich mich wieder neu. Nach dem Bewerbertag bei einem Automobilhersteller bekam ich das Feedback, dass ich überqualifiziert für ein Praktikum sei, schon zu viel wisse und mich in dem Praktikum wahrscheinlich langweilen würde. Zunächst ernüchterte mich diese Aussage sehr, denn ich dachte, dass mich Firmen für eine feste Anstellung als Quereinsteigerin nicht in Betracht ziehen würden – falsch gedacht! Motiviert von dem Feedback bewarb ich mich ausschließlich auf feste Anstellungen und bereits die erste Firma, mit der ich in den Bewerbungsprozess startete, entschied sich für mich. Nun arbeite ich seit September in meinem Traumjob.

Marcus: Traumjob? Was heißt das konkret?

Elisa: Mein beruflicher Weg verlief vom Lehramtsstudium direkt in die IT-Branche – das Lehramt ist keine Einbahnstraße! Vor einem Jahr hätte ich mir niemals erträumen können, dass ich direkt nach dem Studium in das Berufsleben starten und dass ich mich als Lehramtsstudierende gegenüber Absolventen*innen anderer toller Studiengänge durchsetzten kann. Lehramtsstudierende bringen in der Wirtschaft gesuchte Fähigkeiten mit, und wenn man den Lehrer*innenberuf unter die Lupe nimmt fällt auf, wie vielfältig und facettenreich das Aufgabengebiet ist und wie vielfältig die Fähigkeiten von Lehrern*innen zu sein haben.

Marcus: Ich kann mir vorstellen, dass dir viele bereits diese Frage gestellt haben. Warum lohnt es sich trotz Lehrermangel einen Quereinstieg zu wagen? Letztlich stellen wir in der Beratung fest, dass viele den umgekehrten Weg ins Lehramt suchen.

Elisa: Eine Reaktion auf meinen Wunsch, den Lehramtsberuf zu verlassen, war natürlich oft, dass ich gerade in der jetzigen Zeit besonders gefragt bin als Lehrerin und eine große Jobsicherheit hätte. Mir ist es aktuell jedoch am Wichtigsten, dass mich der Inhalt meines Jobs erfüllt und ich für die Themen brenne, mit denen ich mich doch den größten Teil des Tages beschäftige. Oft lese ich auch am Wochenende zu dem Themengebiet meines aktuellen Jobs, weil ich dabei so viel Freude und echtes Interesse verspüre. Dieses Bedürfnis, mich auch in meiner Freizeit mit Inhalten des Lehrerberufs auseinanderzusetzen, hatte ich während des Studiums leider nicht.

Marcus: Jetzt haben wir über deinen Weg gesprochen. Ich habe dich von Anfang an als einen sehr reflektierten Menschen wahrgenommen. Aus einer Beobachterperspektive: Welche Tugenden und Kompetenzen sind für einen Quereinstieg hilfreich?

Elisa: Natürlich benötigt man nicht für jeden Beruf die gleichen Kompetenzen, sodass ich hier keine generelle Aussage darüber treffen kann, welche Kompetenzen vorteilhaft sind. Jedoch knüpft die Antwort auf diese Frage perfekt an die vorherige an. Als ich auf mein aktuelles Arbeitsgebiet gestoßen bin, war ich total neugierig, interessiert und habe mir die theoretische Grundlagen des Jobs alleine angeeignet, weil es so viel Spaß gemacht hat, immer mehr davon zu lernen. Dieses Wissen hat in Bewerbungsgesprächen natürlich gezeigt, dass ich ernsthaftes Interesse an dem Beruf habe, bereits erste Kenntnisse mitbringe und bereit bin, mir neue Themengebiete zu erarbeiten die außerhalb meiner Studieninhalte liegen.

Marcus: Was war für dich die größte Hürde? Wovor hattest du am meisten Angst und wie bist du damit umgegangen? Wer hat dich auf deinem Weg unterstützt?

Elisa: Die für mich größte Hürde war zu entscheiden, welcher der nächste berufliche Schritt sein soll – in den Vorbereitungsdienst gehen oder die freie Wirtschaft erkunden? Als ich mich entschieden habe, den Schritt in die freie Wirtschaft zu wagen, habe ich mich durch die Coachings und Termine bei den Anlaufstellen, von denen ich euch in meinem ersten Blog-Post erzählt habe, bestärkt und befähigt gefühlt, die Gestaltung meiner beruflichen Zukunft selber in die Hand zu nehmen. Außerdem war ich durch das positive Feedback aus den Sessions bei den verschiedenen Anlaufstellen der Uni total selbstbewusst und habe eine tiefe Überzeugung gespürt, dass ich einen tollen Job finden werde – und so kam es dann auch (in der Psychologie nennt man das „Self-fulfilling Prophecy”). Bei den Bewerbungsschreiben und der Vorbereitung auf Vorstellungsgespräche haben mich Freunde und Familienmitglieder unterstützt, die selber in der freien Wirtschaft arbeiten und schon einige Erfahrungen mit Bewerbungsprozessen hatten. Jedoch bietet auch der Career-Service der TU Unterstützung bei der Vorbereitung von Bewerbungen an.

Der 2. Teil folgt demnächst.

Foto: Merle Janßen

 

Wie gravierend sind meine Studienzweifel? Welche Handlungsoptionen folgen daraus?

Selbstbeurteilungstool für das Studienabbruchrisiko

Gerne möchten wir Sie auf das Online-Selbstbeurteilungstool (Student Self-Reflection Tool, kurz: SRT) „PrevDrop“ aufmerksam machen. Dieses soll Studierenden helfen,  ihr individuelles Studienabbruchrisiko frühzeitig zu einzuschätzen. Insgesamt soll es helfen, überstürzte Studienabbrüche zu vermeiden und die Entscheidungskompetenz stärken. Habe ich das richtige Studienfach, die passende Hochschulform ausgewählt oder woran hakt es? Wo finde ich Unterstützung?

Die Bearbeitung dauert ca. 20-25 Minuten an. Das europäische Projekt (u.a. Partner in BUL, GB, ITA oder LUX) wurde finanziert mit Unterstützung der Europäischen Kommission und in Deutschland durch die Hochschule der Bundesagentur für Arbeit sowie ZAB consult/RWTH Aachen und Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtlingen-Geislingen maßgeblich mitgestaltet.

Link: http://www.prevdrop.eu/de

Bleiben Sie neugierig und fragen Sie nach! Gerne können Sie den PDF-Ausdruck mit in die persönliche Beratung mitbringen!

  • Terminhinweis: 20.3.2019, ab 15.00 Uhr Veranstaltung  „Zweifel am Studium. Tag der offenen Beratung“ der Agentur für Arbeit Braunschweig-Goslar im BiZ, Cyriaksring 10, 38118 Braunschweig

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Prüfungsangst, Aufschieberitis & Co. erfolgreich und selbstbewusst begegnen!

Wer kennt es nicht? Prüfungsangst, Aufschieberitis und Lampenfieber im Studium

Gerne möchten wir Sie auf das tolle, kostenfreie Angebot einer Veranstaltungsreihe der Universität Kassel zu den Themenblöcken aufmerksam machen. Timo Nolle wird alle, die gerade selbst vor schwierigen Prüfungen stehen oder andere Personen auf Prüfungen vorbereiten. Die Vorträge sind kostenfrei und ohne Anmeldung. Alle Vorträge können auch im Live-Stream angesehen werden. Nolle_Prüfungsangst_Offene Workshops

1.Termin: Prüfungsangst und Prüfungsvorbereitung (Datum: 21.01.2019)
jeweils 18:00 – 19:30

2.Termin: Motivation: Hilfe, die Prüfung hat keinen Bock auf mich! (Datum: 28.01.2019)

3.Termin: Leistungsdruck und Lampenfieber: Warum die „Bühne“ Angst macht. (Datum: 04.02.2019)

 Lassen Sie sich zu Ihren eigenen Weg inspirieren. Bleiben Sie neugierig, fragen Sie nach und suchen Sie nach Beratung hier vor Ort! Wir unterstützen Sie  gerne dabei.

Link zum Streamen: https://www.uni-kassel.de/einrichtungen/index.php?id=43798

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Stefan und Bastian: Techniker aus Leidenschaft!

Stefan und Bastian: Staatlich geprüfter Techniker statt Maschinenbauer? Warum nicht!

Stefan

Mit Mitte 20 habe ich in meinem Maschinenbau-Studium feststellen müssen, dass ich nur perspektivlos herumeierte. Direkt nach der Schule hatte ich mich für ein Maschinenbau-Studium entschieden, da auch mein Vater diese Fachrichtung eingeschlagen hatte. In der Kindheit hatte ich schon immer gerne mit Lego gespielt; auch während der Schulzeit habe ich gerne getüftelt (z.B. an Fahrräder, in der Hobby-Werkstatt meines Vaters), sodass ich mir bei der Studienwahl eines technischen Fachs schon sehr sicher war. Schnell merkte ich jedoch in den ersten zwei Semestern, dass mir der Anwendungsbezug an der Uni zu kurz kam. Mehr oder weniger durch Zufall wurde ich bei einer Internetrecherche auf die Technikakademie der Stadt Braunschweig (TAB) aufmerksam, da ich nach einer Perspektive und gleichzeitigen persönlichen Weiterentwicklungsmöglichkeit nach einer technischen Ausbildung in der Region Braunschweig googelte. Heute stecke ich mitten in der Technikerausbildung an der Technikakademie der Stadt Braunschweig und bin begeistert über die Unterstützung von den TAB-Verantwortlichen, dank derer mir Leistungen aus dem abgebrochenen Studium auf die Techniker-Ausbildung anerkannt wurden. Diese seit einigen Jahren Kombinationsmöglichkeiten von Aus- und Weiterbildung zum staatlich geprüften Techniker an und ist Kooperationspartner im „Wegbereiter“-Netzwerk für diejenigen, die feststellen, dass sie lieber etwas Praktisches machen möchten. Wichtig ist dabei zu wissen, dass es eine Einzelfallprüfung auf Dokumentenbasis ist, die durch die Landesschulbehörde abgesegnet wurde. Die Technikakademie hat regionale  Kooperationen u.a. mit der Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften und mit der TU Clausthal („Techniker2Bachelor“), als auch überregional mit anderen Hochschulen wie der Universität Wrexham in Wales, wo den Absolventen nach dem Erwerb des Technikers wiederum ein verkürztes Bachelorstudium offensteht. Gleichzeitig geht die Technikerausbildung für die meisten Studienabbrechenden mit Praxisanteilen in Unternehmen einher, wo sie fehlende Praxiserfahrungen nachholen und absolvieren müssen, sofern sie nicht selbst schon einen Ausbildungsabschluss haben. Den Praxisbezug und einen entsprechend strukturierteren Unterrichts-Alltag ziehen viele Studienabbrechende, wie ich letztlich auch, der selbst strukturierten Arbeitsweise im Studium vor.

Bastian

Anders als Stefan habe ich das Glück gehabt, dass ich durch meinen Onkel auf die Projekte für Studienzweifelende und Studienabbrechende an der TAB aufmerksam gemacht wurde. Meine Studienzweifel sind aus persönlichen Gründen hervorgetreten, sodass ich Nebenjobs neben dem Maschinenbau-Studium wahrgenommen habe und das Studium einfach zu kurz kam. Rückblickend kann ich festhalten, dass die Belastung aus Studieren und Geldverdienen für mich zu groß wurde. Es geht mir viel besser mit der Entscheidung, das Studium abzubrechen, da ich vorher nicht gemerkt habe, was für eine körperliche und seelische Belastung es war. Jetzt blicke ich in eine positive Zukunft. Letztlich bin ich auch über Google auf TAB-Webseite gestoßen. Aktuell sind Stefan und ich mit weiteren Studienabbrechenden in einer Jahrgangsklasse untergekommen. Ein großer Vorteil ist, dass wir ähnliche Erfahrungen bereits gesammelt haben und unsere Motive für die Ausbildung zum Staatlich geprüften Techniker zielgerichteter zum Vorschein kommen. Auch sind wir als eine Lerngruppe bereits sehr gut eingespielt und unterstützen uns gegenseitig sehr. Zufrieden bin ich mit der (Verweis) Beratungskette bis zum aktuellen Zielort TAB. Ich bin aktuell sehr froh, dass ich die Entscheidung zum Studienabbruch hin zur Aufnahme des Staatlich geprüften Technikers an der TAB getroffen habe und empfehle diesen Weg zu 100 Prozent weiter. Auch weil mir Studienleistungen für den Einstieg direkt in die Oberstufe anerkannt wurden und eine zeitliche Verkürzung auf ein Jahr möglich scheint. Auch eine Rückkehr an einer der regionalen Hochschulen scheint für mich möglich und erstrebenswert.

Kommentar (Redaktion):

Beide sehen nun positiv in die Zukunft und haben mit dem Erwerb des Staatlich geprüften Technikers/in eine konkrete und realistische Perspektive vor sich, auf der sie im Rahmen ihrer Berufslaufbahn aufbauen können. Aus Sicht der TAB stellt die Zusammenarbeit im „Wegbereiter“-Netzwerk eine Win-Win-Situation für beide Seiten – Studienabbrechende und Bildungsanbieter – dar: „Es kommen immer wieder Studierende zu uns, die Schwierigkeiten bei der Bewältigung des Studiums haben, aber schon wertvolle Kenntnisse und Motivation zur Veränderung mitbringen“, so Norbert Heucke . Das Angebot kommt letztlich auch den Arbeitgebern in der Region zu Gute, die alle nach guten Fachkräften suchen.

Weitere Informationen, die uns Stefan und Bastian zur Verfügung gestellt haben, findet Sie auf der Webseite der Technikakademie Braunschweig: https://www.technikakademie-bs.de/bildungsangebot/studienabbrecher/

Bildnachweis: Bastian/TAB

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Noch nicht genug Gesichter und Geschichten über Perspektiven nach Studienzweifel gelesen?

Studienabbruch-und-dann.de

Gerne möchten wir Sie auf weitere Beiträge auf der BMBF-Webseite (Bundesministerium für Bildung und Forschung) aufmerksam machen, wo Sie vielfältige Geschichten aus dem kompletten Bundesgebiet erwarten. Welche Richtung schlagen diejenigen als Studienzweifelnde ein? Wohin gehen sie? Und wie kommen diese genau dorthin? Verbleibt und hat wie Erfolg im Studium, auch wenn zwischenzeitlich alles ausweglos erschien. Lassen Sie sich zu Ihren eigenen Weg inspirieren. Bleiben Sie neugierig und fragen Sie nach!

Link: https://www.studienabbruch-und-dann.de/de/chancen-ergreifen-1693.html

Raketenstart.tv

Für diejenigen, die schon einen Schritt weiter sind und nach einer Berufsausbildung in der Region Braunschweig Ausschau halten und mal etwas die Luft bei dem einen oder anderen Arbeitgeber schnuppern wollen, empfehlen wir https://www.raketenstart.tv/. Raketenstart.tv wird vom BZV Medienhaus GmbH betrieben.

 

  • Terminhinweis: 13.12.2018, ab 16.00 Uhr Veranstaltung  „Zweifel am Studium“ der Agentur für Arbeit Braunschweig-Goslar im BiZ, Cyriaksring 10, 38118 Braunschweig

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Maria: „Einfach machen!“

Maria: Einfach machen!

Maria 30 Jahre, Studium in den Fächern Englisch mit dem Schwerpunkt Literaturwissenschaft, Philosophie mit dem Schwerpunkt Ethik, Erziehungswissenschaft und pädagogische Psychologie

Eines voraus: Niemand muss sich dafür schämen, dass es mit dem ersten Versuch, einen Beruf zu erlernen, nicht geklappt hat. Egal warum. Auch wenn es schwer sein kann, sie zu sehen, besonders ohne Hilfe, es gibt viele, viele andere Wege, manche davon garantiert besser.

Mein Name ist Maria und ich bin Software Tester auf dem Weg zum Testmanager. Ein Beruf, von dem ich zwei Wochen vor meiner Bewerbung nicht einmal wusste, dass es ihn gibt.

Eigentlich stand mein Weg schon vor dem Abi fest. Berufsbild: Lehrer. Was anderes gab es nicht. Ausgesucht hatte ich mir diesen Weg nicht, aber da ich gut und gerade mit „schwierigen“ Menschen kann und als Lehrer ganz passabel bin, war es auch egal. Nur leider nutzt alles Können nichts, wenn man verlässlich Leistung abliefert, wenn es nicht drauf ankommt, aber durch keine Prüfung kommt.

Der Druck es zu schaffen, stieg von Jahr zu Jahr und der Ausstieg, wenn auch nötig, schien durch die schon ins Studium gesteckten Ressourcen immer schwieriger. Anfang dieses Jahres habe ich dann endlich die Reißleine gezogen und stand nun erstmal ohne jede Perspektive da.

Zum Glück habe ich nach ein paar Wochen die Nummer des Projekts Wegbereiter gefunden und einfach mal angerufen. Ich bekam sehr schnell einen Termin und wurde super unterstützt. Herr Voitel war immer mit einem offenen Ohr und Ressourcen zur Wegfindung für mich da. Er hat mir geholfen, die Augen für andere Möglichkeiten zu öffnen und zu sehen, dass ich noch andere Fähigkeiten außerhalb des sozialen Bereichs besitze. Ohne ihn hätte ich nie von dieser Stelle erfahren und mich schon gar nicht an den IT-Bereich herangewagt.

Als Asperger Autist war besonders das Vorstellungsgespräch ein Gräuel für mich, doch auch hier konnte ich auf Herrn Voitel zählen und bekam nicht nur gute Tipps, sondern auch die Möglichkeit, die Situation einmal durchzuspielen und mein Auftreten objektiv bewerten zu lassen.

Allen, die sich in einer ähnlichen Ausgangssituation befinden wie ich vor einem Jahr, kann ich nur ans Herz legen, den Hörer in die Hand zu nehmen und die Hilfe der Wegbereiter in Anspruch zu nehmen. Auch wenn erstmal alles ausweglos erscheint, es gibt gute Wege nach dem Abbruch und auch die bisher ins Studium gesteckten Ressourcen waren nie vergeudet. Schließlich hat man was gelernt, auch ohne Abschluss.

Ich habe jetzt meine Laufbahn gefunden und auch wenn ich nie davon geträumt hätte, mich an irgendwas mit Code ran zu wagen, es macht mir Spaß und ich denke, das wird auch so bleiben.

 Also: Traut euch. Es kann nur besser werden!!!

Bildnachweis: Kreutzmann/TU Clausthal

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Save the date 20.3.2019 – „Studium läuft nicht – Wir sind da!“

save the date: Studium läuft nicht – wir sind da!

2. Tag der gemeinsamen offenen Beratung am Mittwoch, den 20. März 2019 in Braunschweig (Berufsinformationszentrum, Cyriaksring 10, Eingang Münchenstraße) von 15:00 bis 18:00 Uhr

Hast Du Zweifel an Deinem Studium oder wächst Dir einfach alles über den Kopf? Stehst du vor der Entscheidung: Abbrechen oder Weitermachen? Beratungsexpert/inn/en aus dem ganzen Netzwerk unterstützen Dich gleichzeitig an einem Ort – Ein passendes Angebot, gerade wenn es um eine erste Orientierung geht!

Gemeinsam blicken wir ergebnisoffen in persönlichen Gesprächen auf Deine individuelle Situation und Deine nächsten Karriereschritte mit oder ohne Studienabschluss – egal, ob Ausbildung, Fortbildung, Praktika, Studien-/Abschlussarbeiten oder etwas ganz anderes. Wenn Du möchtest, vereinbaren wir direkt Folgetermine.

In unserer Talkrunde (15:00 Uhr) berichten Expert/inn/en aus der Praxis über Brüche und Umwege im Lebenslauf und geben Einblick in ihre Werdegänge, aber auch Arbeitgeber berichten von Einstiegsmöglichkeiten (u.a. zur Bewerbung und Vorbereitung für Auswahlgespräche) und ihre bisherigen Erfahrungen.

Wer sind Deine Beratungsexpert/inn/en?

  • Agentur für Arbeit Braunschweig – Goslar, vertreten durch die Studien- und Berufsberatung und Akademische Arbeitsvermittlung
  • DAA Braunschweig (angefragt)
  • Handwerkskammer Braunschweig – Lüneburg – Stade
  • HBK Braunschweig (angefragt)
  • Industrie- und Handelskammer Braunschweig
  • Kooperationsinitiative Maschinenbau e.V.
  • Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften, vertreten durch Zentrale Studienberatung
  • Studentenwerk OstNiedersachsen (angefragt)
  • Technikakademie Stadt Braunschweig
  • Technische Universität Braunschweig, vertreten durch die Zentrale Studienberatung
  • Teutloff Technische Akademie gGmbH
  • Welfenakademie Braunschweig (angefragt)

Plus Bewerbungsmappencheck vor Ort!  Bitte Bewerbungsunterlagen mitbringen!

Anmeldung oder Kosten? Eine Anmeldung ist nicht notwendig. Es ist alles kostenlos.

Anfahrt? Erreichbar ist das BiZ mit den Bahnen 3 und 5 (Richtung Weststadt und Broitzem) oder den Bussen 419, 429 und 443 (Haltestelle Cyriaksring)

Weitere Veranstaltungen in der Region?

  • 13.12.2018 „Zweifel am Studium?“ Agentur für Arbeit Braunschweig-Goslar, BiZ Braunschweig (16.00 bis 17.00 Uhr)

Fabian: „Studienzweifel? Einfach mal die Perspektive wechseln!“

Fabian: Studienzweifel? Einfach mal die Perspektive wechseln!

Fabian 31 Jahre, Bachelor Sozialwissenschaften

Zweifel an der Studienwahl, keinen Bock zur Uni zu fahren und einfach alles zu viel – auch das gibt es während des Studiums. Mir persönlich half ein Perspektivwechsel in höchster Not. So hieß letztlich auch das Mentoring-Programm des Career Service der TU Braunschweig. Wie viele andere Bachelor-Studierende wollte auch ich wieder für den Studienalltag motiviert werden. Meine Fragen waren: Wie kann ich meinen Studienalltag besser strukturieren? Wie kann ich mich motivieren? Wichtige Tipps gibt es bei „PerspektivWechsel“!

Für mich war es das richtige Programm zur richtigen Zeit. Ich hatte schon häufig darüber nachgedacht, ob ich lieber in einer Kurzschlussreaktion abbreche und eine kaufmännische Ausbildung machen soll. Ich haderte dabei vor allem mit dem gewählten Studienfach, aber auch mit Spannungsfeld aus Perspektivlosigkeit und der Vielfalt an Jobmöglichkeiten im „Orchideen“-Fach Sozialwissenschaften. Zudem war es mein „Zeit- und Selbstmanagement“, mit dem ich zu kämpfen hatte. Im Studium muss ich mich selbst organisieren und mehrere Sachen (Job, Partnerschaft, Hobbies) unter einen Hutbekommen.

Probleme, mit denen ich – wie ich schnell bemerkt habe – nicht alleine bin. Durch das Netzwerk „Wegbereiter“ bin ich auf mehrere Lösungsperspektiven verwiesen worden und war froh darüber, dass ich an dem Mentoring „PerspektivWechsel“ teilnehmen konnte, da mir insbesondere der Kontakt mit Unternehmen aus allen einschlägigen Branchen der Region Braunschweig zugesagt hatte. Das Erstgespräch mit Judith Reiner, Projektkoordinatorin, hat letztlich den Ausschlag gegeben. Sie organisierte für uns ein tolles Rahmenprogramm aus Workshops zu Selbstpräsentation, Projektmanagement, Potenzialanalyse, Karriereberatung und Zeitmanagement.

Zudem war der persönliche Austausch mit den ehrenamtlichen Mentorinnen und Mentoren, also mit Menschen, die bereits über viel Arbeits- und Lebenserfahrung, aber auch über einen nicht immer ganz geraden Lebenslauf verfügen, sehr hilfreich, um eine neue Motivation am Studium zu entwickeln. Mit meinem Mentor als idealen Tandempartner (aus dem Bereich Personal-/ Organisationsentwicklung) habe ich mich damals sechs Mal getroffen. In diesen Treffen habe ich ganz praktische Lerntipps erhalten, ein Feedback zu Wochenplänen oder Prüfungsergebnissen sowie zu meinen Ansprüchen an die Berufswelt eingefordert. Auch der Austausch mit den anderen Studierenden, von Biologie über Informatik, Bauingenieurwesen, Lebensmittelchemie bis Sozialwissenschaften, an der TU Braunschweig war sehr hilfreich.

Am Ende der Workshops und Gespräche war mir klar, dass ein Studienabbruch für mich (noch) keine Lösungsoption ist. Mein Fazit ist: Meine Studienprobleme sind nicht durch mangelnde intellektuelle Fähigkeiten oder mangelndes Interesse zu begründen, sondern sind durch meine bisherigen persönlichen Glaubenssätze (u.a. Leistungserleben) und der damit zusammenhängenden Unsicherheit, sowie (Versagens-)Angst zu Stande gekommen. Ich kann abschließend allen Studienzweifler/innen nur empfehlen: Habt den Mut, nehmt euch die Zeit und wendet euch an Beratungs- sowie Unterstützungsangebote vor Ort wie ZSB, Wegbereiter oder andere.

Insbesondere möchte ich an dieser Stelle nochmals ausdrücklich Judith Reiner für die professionelle Koordination und meinem Mentor für das persönliche Engagement in der schwierigen Zeit danken!

Kommentar (Redaktion): Das Projekt „PerspektivWechsel“ läuft zum Mai 2019 aus und wird zum aktuellen Zeitpunkt keine neuen Mentees aufnehmen können. Bitte wendet euch bei Interesse oder Nachfragen bzgl. ähnlicher Angebote an die Zentrale Studienberatung/Projekt “Wegbereiter“ (wegbereiter-studienabbruch@tu-braunschweig.de) oder an den Career Service (careerservice@tu-braunschweig.de). Danke

Bildnachweis:„Wegbereiter“

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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