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Verbleib im Studium

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Save the date 20.3.2019 – „Studium läuft nicht – Wir sind da!“

save the date: Studium läuft nicht – wir sind da!

2. Tag der gemeinsamen offenen Beratung am Mittwoch, den 20. März 2019 in Braunschweig (Berufsinformationszentrum, Cyriaksring 10, Eingang Münchenstraße) von 15:00 bis 18:00 Uhr

Hast Du Zweifel an Deinem Studium oder wächst Dir einfach alles über den Kopf? Stehst du vor der Entscheidung: Abbrechen oder Weitermachen? Beratungsexpert/inn/en aus dem ganzen Netzwerk unterstützen Dich gleichzeitig an einem Ort – Ein passendes Angebot, gerade wenn es um eine erste Orientierung geht!

Gemeinsam blicken wir ergebnisoffen in persönlichen Gesprächen auf Deine individuelle Situation und Deine nächsten Karriereschritte mit oder ohne Studienabschluss – egal, ob Ausbildung, Fortbildung, Praktika, Studien-/Abschlussarbeiten oder etwas ganz anderes. Wenn Du möchtest, vereinbaren wir direkt Folgetermine.

In unserer Talkrunde (15:00 Uhr) berichten Expert/inn/en aus der Praxis über Brüche und Umwege im Lebenslauf und geben Einblick in ihre Werdegänge, aber auch Arbeitgeber berichten von Einstiegsmöglichkeiten (u.a. zur Bewerbung und Vorbereitung für Auswahlgespräche) und ihre bisherigen Erfahrungen.

Wer sind Deine Beratungsexpert/inn/en?

  • Agentur für Arbeit Braunschweig – Goslar, vertreten durch die Studien- und Berufsberatung und Akademische Arbeitsvermittlung
  • DAA Braunschweig (angefragt)
  • Handwerkskammer Braunschweig – Lüneburg – Stade
  • HBK Braunschweig (angefragt)
  • Industrie- und Handelskammer Braunschweig
  • Kooperationsinitiative Maschinenbau e.V.
  • Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften, vertreten durch Zentrale Studienberatung
  • Studentenwerk OstNiedersachsen (angefragt)
  • Technikakademie Stadt Braunschweig
  • Technische Universität Braunschweig, vertreten durch die Zentrale Studienberatung
  • Teutloff Technische Akademie gGmbH
  • Welfenakademie Braunschweig (angefragt)

Plus Bewerbungsmappencheck vor Ort!  Bitte Bewerbungsunterlagen mitbringen!

Anmeldung oder Kosten? Eine Anmeldung ist nicht notwendig. Es ist alles kostenlos.

Anfahrt? Erreichbar ist das BiZ mit den Bahnen 3 und 5 (Richtung Weststadt und Broitzem) oder den Bussen 419, 429 und 443 (Haltestelle Cyriaksring)

Weitere Veranstaltungen in der Region?

  • 13.12.2018 „Zweifel am Studium?“ Agentur für Arbeit Braunschweig-Goslar, BiZ Braunschweig (16.00 bis 17.00 Uhr)

Fabian: „Studienzweifel? Einfach mal die Perspektive wechseln!“

Fabian: Studienzweifel? Einfach mal die Perspektive wechseln!

Fabian 31 Jahre, Bachelor Sozialwissenschaften

Zweifel an der Studienwahl, keinen Bock zur Uni zu fahren und einfach alles zu viel – auch das gibt es während des Studiums. Mir persönlich half ein Perspektivwechsel in höchster Not. So hieß letztlich auch das Mentoring-Programm des Career Service der TU Braunschweig. Wie viele andere Bachelor-Studierende wollte auch ich wieder für den Studienalltag motiviert werden. Meine Fragen waren: Wie kann ich meinen Studienalltag besser strukturieren? Wie kann ich mich motivieren? Wichtige Tipps gibt es bei „PerspektivWechsel“!

Für mich war es das richtige Programm zur richtigen Zeit. Ich hatte schon häufig darüber nachgedacht, ob ich lieber in einer Kurzschlussreaktion abbreche und eine kaufmännische Ausbildung machen soll. Ich haderte dabei vor allem mit dem gewählten Studienfach, aber auch mit Spannungsfeld aus Perspektivlosigkeit und der Vielfalt an Jobmöglichkeiten im „Orchideen“-Fach Sozialwissenschaften. Zudem war es mein „Zeit- und Selbstmanagement“, mit dem ich zu kämpfen hatte. Im Studium muss ich mich selbst organisieren und mehrere Sachen (Job, Partnerschaft, Hobbies) unter einen Hutbekommen.

Probleme, mit denen ich – wie ich schnell bemerkt habe – nicht alleine bin. Durch das Netzwerk „Wegbereiter“ bin ich auf mehrere Lösungsperspektiven verwiesen worden und war froh darüber, dass ich an dem Mentoring „PerspektivWechsel“ teilnehmen konnte, da mir insbesondere der Kontakt mit Unternehmen aus allen einschlägigen Branchen der Region Braunschweig zugesagt hatte. Das Erstgespräch mit Judith Reiner, Projektkoordinatorin, hat letztlich den Ausschlag gegeben. Sie organisierte für uns ein tolles Rahmenprogramm aus Workshops zu Selbstpräsentation, Projektmanagement, Potenzialanalyse, Karriereberatung und Zeitmanagement.

Zudem war der persönliche Austausch mit den ehrenamtlichen Mentorinnen und Mentoren, also mit Menschen, die bereits über viel Arbeits- und Lebenserfahrung, aber auch über einen nicht immer ganz geraden Lebenslauf verfügen, sehr hilfreich, um eine neue Motivation am Studium zu entwickeln. Mit meinem Mentor als idealen Tandempartner (aus dem Bereich Personal-/ Organisationsentwicklung) habe ich mich damals sechs Mal getroffen. In diesen Treffen habe ich ganz praktische Lerntipps erhalten, ein Feedback zu Wochenplänen oder Prüfungsergebnissen sowie zu meinen Ansprüchen an die Berufswelt eingefordert. Auch der Austausch mit den anderen Studierenden, von Biologie über Informatik, Bauingenieurwesen, Lebensmittelchemie bis Sozialwissenschaften, an der TU Braunschweig war sehr hilfreich.

Am Ende der Workshops und Gespräche war mir klar, dass ein Studienabbruch für mich (noch) keine Lösungsoption ist. Mein Fazit ist: Meine Studienprobleme sind nicht durch mangelnde intellektuelle Fähigkeiten oder mangelndes Interesse zu begründen, sondern sind durch meine bisherigen persönlichen Glaubenssätze (u.a. Leistungserleben) und der damit zusammenhängenden Unsicherheit, sowie (Versagens-)Angst zu Stande gekommen. Ich kann abschließend allen Studienzweifler/innen nur empfehlen: Habt den Mut, nehmt euch die Zeit und wendet euch an Beratungs- sowie Unterstützungsangebote vor Ort wie ZSB, Wegbereiter oder andere.

Insbesondere möchte ich an dieser Stelle nochmals ausdrücklich Judith Reiner für die professionelle Koordination und meinem Mentor für das persönliche Engagement in der schwierigen Zeit danken!

Kommentar (Redaktion): Das Projekt „PerspektivWechsel“ läuft zum Mai 2019 aus und wird zum aktuellen Zeitpunkt keine neuen Mentees aufnehmen können. Bitte wendet euch bei Interesse oder Nachfragen bzgl. ähnlicher Angebote an die Zentrale Studienberatung/Projekt “Wegbereiter“ (wegbereiter-studienabbruch@tu-braunschweig.de) oder an den Career Service (careerservice@tu-braunschweig.de). Danke

Bildnachweis:„Wegbereiter“

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ives: „Ihr müsst selbst hinter Eurer Entscheidung stehen können“

Ives: „Ihr müsst selbst hinter Eurer Entscheidung stehen können“

Ives, 20 Jahre, 1. Semester Integrierte Sozialwissenschaften, TU Braunschweig

Zwei Semester lang habe ich „Wirtschaftsingenieurwesen Elektrotechnik“ studiert, bevor ich in die Wegbereiter-Beratung gegangen bin. Ich bin auf das Projekt durch Flyer in der Mensa aufmerksam geworden. Schon nach dem 1. Semester hatte ich Zweifel und habe Beratung in der Universität aufgesucht. Dort wurde mir aber zum Durchhalten geraten, ohne eine Veränderung vorzunehmen. Für das Studium entschieden hatte ich mich, da ich selbst in meiner Schulzeit schon an wirtschaftlichen Zusammenhängen interessiert war und etwas Zukunftssicheres suchte. Da lag es nahe, sich an dem zu orientieren, was mein Vater gemacht hatte, also die Elektrotechnik dazu zu nehmen. Nach dem zweiten Semester entschied ich mich dann, noch einmal eine zweite Meinung einzuholen.

Die Studienzweifel kamen bei mir hauptsächlich, nachdem trotz hohen Lernleistungen und einer hohen Leistungsbereitschaft die Noten einfach nicht besser wurden. Ich habe mich zwei Semester lang intensiv in Lerngruppen auf meine Prüfungen vorbereitet – doch die erbrachten Leistungen spiegelten mein Engagement am Ende nicht wider, während die anderen in der Gruppe durchaus Erfolge erzielten. Ein weiterer Grund für mich, das Wegbereiter-Projekt aufzusuchen, war, dass das Beratungsangebot mir unabhängig und freiwillig erschien. Mit der Unterstützung bin ich heute sehr zufrieden, da ich mich mit der nun getroffenen Entscheidung in einer besseren Ausgangssituation sehe. Während des Prozesses hat es mir persönlich an nichts gefehlt, es gab nur am Anfang eine erschwerte E-Mail-Kommunikation aufgrund von Serverproblemen, was aber schnell behoben wurde. Danach klappte die Abstimmung reibungslos.

Ich bin von Wegbereiter an verschiedene Angebote verwiesen worden, zum Beispiel den Studienfachworkshop der Zentralen Studienberatung der TU Braunschweig, und durfte einen weiteren Berufswahltest über Wegbereiter wahrnehmen. Beide Potenzialanalysen haben mir die Erkenntnisse aus den Gesprächen in der Beratung und meiner persönlichen Reflexion bestätigt: Dass ich eine andere fachliche Richtung wählen muss, bei der bestimmte Aspekte meiner Persönlichkeit besser berücksichtigt werden. In der Folge habe ich mich über alternative Studiengänge an der TU Braunschweig und an der Ostfalia HaW informiert, dort auch die Zentrale Studienberatung aufgesucht, um das Richtige für mich zu finden.

Heute ist der vierte Tag in meinem neuen Studium „Integrierte Sozialwissenschaften“ an der TU Braunschweig, und der Übergang hat sich sehr leicht gestaltet, da ich an der gleichen Uni geblieben bin und sich für mich nur der Campus ändert. Meine persönliche Zukunft wird sich hoffentlich klarer gestalten, da ich jetzt einen Studiengang besuche, welcher mich auch wirklich interessiert und wo ich meine persönlichen Interessen sehe. Ich hadere zwar mit mir selbst noch immer, ob die Entscheidung wirklich die richtige war, aber es war besser, eine Veränderung zu versuchen als ein stures „Weiter so“. Meine Freunde und Familie haben diesen Schritt problemlos mitgetragen, da wir alle offen über unsere Probleme sprechen.

Ich kann jedem Studierenden, der sich in einer ähnlichen Lage befindet, dieses Projekt empfehlen, da es selbst bei kleineren Zweifeln Hilfestellungen und Tipps von guten Beratern geben kann. Fangt nicht an etwas zu studieren, was auch eure Eltern studiert haben, frei nach der Idee: Was bei Papa und Mama klappt, klappt auch bei mir. Ihr solltet selbst dahinterstehen. Wenn ihr so in das Studium reingeht, habt ihr eine ganz andere Motivation, es auch durchzuziehen.

Foto: Wegbereiter

David: „Ein Aufbruch zu neuen Ufern“

David: „Ein Aufbruch zu neuen Ufern“

David, 22 Jahre, Studierender der Hochschule Harz in Wernigerode

Aufmerksam auf die „Wegbereiter“-Beratung bin ich durch einen Artikel in der Braunschweiger Zeitung geworden. Zu diesem Zeitpunkt war ich offiziell noch Student an der TU Braunschweig und immatrikuliert im Studiengang Bio-, Chemie- und Pharmaingenieurwesen. In Wahrheit besuchte ich da jedoch schon keine Lehrveranstaltungen mehr. Entschieden habe ich mich für diesen Studiengang hauptsächlich aufgrund guter beruflicher Aussichten nach erfolgreichem Abschluss sowie aufgrund meines Interesses im Bereich Biologie. Dass weitaus mehr von Nöten ist zum Bestehen dieses Technisch-naturwissenschaftlichen Studienganges als die Hoffnung auf gute Berufschancen sowie das Interesse in einem Teilbereich des Studiums, blendete ich zur damaligen Zeit aus. Ich war motiviert und dachte mir, wenn ich etwas wirklich will und das nötige Interesse habe, dann schaffe ich das! Was auch sicherlich kein falscher Ansatz gewesen ist – aber mindestens eine der beiden Bedingungen war offenbar nicht erfüllt!

Mit der Zeit – und vielen Vorlesungen später – war mir am Ende des ersten Semesters jedoch bewusst, dass es mir in vielen Fächern an Interesse fehlte und es immer schwerer wurde, etwas für das Studium zu tun, ohne ständig mit Misserfolgen konfrontiert zu werden, beispielsweise im Bereich Mathematik, wo es mir sowieso an Grundlagen fehlte. Im ersten Moment fühlte es sich so an, als ob ich zu früh aufgegeben hätte. Doch je weiter ich mir Gedanken machte desto bewusster wurde mir, dass es mich nicht glücklich machen würde, etwas größtenteils wegen der beruflichen Chancen zu studieren. Eine Veränderung musste her.

Selbstzweifel und die Unsicherheit über die eigene Zukunft machten es schwierig, über meinen eigenen Schatten zu springen, mein Ego abzulegen, Hilfe zu organisieren und nach neuen Wegen Ausschau zu halten. Zum Glück habe ich noch rechtzeitig erkannt, dass es keine Schande ist, sich Hilfe von außen zu holen. Und genau von da an half mir die Wegbereiter-Beratung. Nach dem ersten Gespräch mit Johanna war ich bereits etwas erleichtert. Es tat gut, mit jemandem über alles zu reden. „Personal Coaching“ trifft die Beratung im Wegbereiter Projekt wohl am besten. Es wird keine Schablone verwendet, welche für alle passen muss, sondern es wird personenspezifisch ein Profil erarbeitet, auf dem die weitere Beratung aufbaut. So half mir Johanna zurück zu meinen Stärken und Interessen zu finden. Ich habe zahlreiche Methoden und Übungen an die Hand bekommen, welche sehr hilfreich waren. Für mich war bald klar, dass ich weiter studieren wollte. Ich wurde außerdem an die Studien- und Berufsberatung der Agentur für Arbeit verwiesen.

Vorerst war ich skeptisch, inwiefern mir die Agentur für Arbeit helfen soll. Doch durch die Studien- und Berufsberatung bin ich auf die Hochschule Harz und deren Studiengang „International Business Studies“ aufmerksam geworden. Ich war sofort begeistert – und ehe ich mich versah, bereits wenige Wochen später immatrikuliert an der Hochschule Harz! 😊 Die Region hat mir nicht nur als leidenschaftlicher Motorradfahrer zugesagt, sondern auch aufgrund der hohen Meinung, welche Bekannte mir über die Hochschule im beschaulichen Wernigerode zugesichert haben.

Inzwischen, ein halbes Jahr später, habe ich die erste Prüfungsphase überstanden, schon viele Leute kennengelernt und wohne in einer WG im Zentrum der Altstadt Wernigerodes. Ich bereue nichts von meinem bisherigen Weg, nicht den Misserfolg im alten Studium, weder den Studienabbruch in diesem Fach, noch die darauffolgenden Selbstzweifel, und schon gar nicht meine Entscheidung, mich bei den Wegbereitern der TU Braunschweig gemeldet zu haben. Ich habe während meines Studiums an der TU Braunschweig Leute kennengelernt, die immer noch zu meinem engsten Freundeskreis zählen und habe Erfahrungen gemacht, die prägend und wichtig für meinen weiteren Weg waren und sind, auf dem ich zu neuen Ufern aufgebrochen bin. So kann ich andere nur dazu motivieren, auch den Schritt zu gehen, sich Hilfe zu holen und den Studienabbruch nicht weiter als Tabuthema anzusehen.

Habt den Mut, offen darüber zu reden und ohne schlechte Gedanken zurückzublicken, um von dort aus neu zu starten!

Foto: Rockwell Fotografist

Dirk: „Probleme angehen und früh Beratung aufsuchen“

Dirk: „Probleme angehen und früh Beratung aufsuchen“

Dirk, 28 Jahre, Bachelor Maschinenbau im 8. Semester, TU Clausthal

Nach dem Abi war für Dirk klar, dass er erstmal eine Ausbildung zum Industriemechaniker machen möchte, um das Maschinenbaustudium an der TU Clausthal daran anzuschließen.

Immer wenn es im Studium mal nicht so lief, hatte Dirk in Gedanken seine Ausbildung im Rücken und wusste, dass er jederzeit in seinen Beruf zurückkann. Aber das wollte er nicht wirklich. Im 7. Semester schließlich war er an dem Punkt, an dem er etwas ändern wollte. Durch Zufall entdeckte Dirk zur gleichen Zeit auf der Startseite der TU Clausthal den Hinweis zu Wegbereiter und meldete sich für ein Beratungsgespräch an.

Zuvor war er bereits einige Male bei der Psychosozialen Beratungsstelle des Studentenwerks gewesen, um seine Probleme im Studium anzugehen. Mit Inga von Wegbereiter wollte er einmal alle Optionen alternativ zum Studium an der TU Clausthal ausloten, um sich dann für einen Weg zu entscheiden: „Wegbereiter konnte mir eine sachliche Unterstützung dabei geben, meine Gedanken, die ich mir im Vorfeld schon gemacht hatte, zu ordnen und mir einen Überblick zu verschaffen, um herauszufinden, was wirklich das bestes für mich ist.“ Nach der Sammlung aller Alternativen sollte Dirk diese auf einer Skala von 1-10 bewerten – dies beschreibt Dirk rückblickend als sehr hilfreich, weil es ihm seine eigenen Prioritäten vor Augen geführt hat. Ihm wurde klar, dass zwar momentan ein Abbruch sehr attraktiv erscheint, ihn langfristig gesehen aber nicht zufriedenstellen würde.

In der Beratung wurde daraufhin vereinbart, dass Dirk sich nach den Klausuren in seiner Heimatstadt über die einzelnen Alternativen genauer informiert. Die beiden realistischsten Alternativen zum derzeitigen Studium waren zum einen, das Studium möglicherweise an einer Fachhochschule weiterzuführen, zum anderen, eine Weiterbildung zum Techniker zu machen. Voraussetzungen und Termine dafür sollte er in Ruhe recherchieren. „Als ich mich damit dann beschäftigt habe, ist mir eigentlich relativ schnell selber klargeworden, dass das eigentlich alles irgendwo nur Ausflüchte sind“, sagt Dirk rückblickend. „Mir wurde klar, dass ich nach wie vor das Studium an der TU Clausthal abschließen wollte. Ich habe dann für mich entschieden, hier weiterzumachen und das Studium hier zu beenden.“ Im zweiten Gespräch mit Inga stand daher die Entscheidung für Dirk bereits fest.

Dirk ist nach der Wegbereiter-Beratung noch bei der Beratung für Langzeitstudierende der TU Clausthal gewesen. Er zählt zwar noch nicht zu den Langzeitstudierenden, „aber ich habe gedacht, bevor es soweit kommt, lieber erstmal alles abklären und gucken, was man machen kann, damit es gar nicht so weit kommt“.

Insgesamt war Dirk also bei drei Beratungsstellen, um seine Probleme im Studium zu besprechen. Er beschreibt, dass ihm besonders das Zusammenspiel aus den dreien sehr geholfen hat, um sich in seiner Situation zurechtzufinden. „Für mich war das eine gute Kombination und passt meiner Meinung nach auch gut zusammen“, so Dirk, da alle drei Beratungseinrichtungen Teilaspekte abdeckten. In seiner gesamten Studienzeit und all seinen Entscheidungen wird Dirk von seinem privaten Umfeld unterstützt – das hat ihm ebenfalls sehr geholfen bei seiner Entscheidung.

Was hat sich seit der Beratung für Dirk verändert? Es fällt ihm leichter, seinen Tagesablauf zu strukturieren. Alle drei Einrichtungen gaben ihm den Tipp, einen Tagesplan zu erstellen, um konzentriert zu lernen und sich geplante Pausen zu gönnen. „Für mich habe ich das nie so richtig umgesetzt, weil ich dachte, das klappt sowieso nicht. Aber für die letzte Klausur habe ich das so umgesetzt und war erstaunt, dass ich tatsächlich konsequent 8-9 Stunden durchlernen konnte, wo ich sonst nur 2 Stunden lernen konnte, bis ich wieder eine Ablenkung gefunden hatte.“ Diese Veränderung hat sehr gut funktioniert, sodass Dirk sich nun für sein Studium viel besser organisieren kann.

Dirk hat auch bereits eine Perspektive für die Zeit nach dem Bachelor gefunden: Er möchte in die Schweißtechnik. Dafür plant er, vor einem Masterstudium zunächst eine 6-monatige Weiterbildung in Vollzeit in diesem Bereich zu absolvieren. Mit dem entsprechenden Professor der TU Clausthal hat er schon über Anrechnungsmöglichkeiten dieser Weiterbildung im Masterstudium gesprochen. Rückblickend sagt Dirk, er würde seinen Weg genauso wieder gehen und eine Ausbildung vor dem Studium machen. Auch in Bezug auf den Beratungsprozess würde er wieder so vorgehen und sich von verschiedenen Einrichtungen beraten lassen, denn „das hat mir persönlich wirklich sehr viel gebracht und auch gut gefallen“. Er rät allen Zweifelnden: „Sobald Probleme auftreten: Diese angehen! Wenn es nicht von alleine klappt, gleich Beratung suchen.“

Foto: Wegbereiter (Dirk und Beraterin Inga)

„Studium läuft nicht – Wir sind da!“

Studium läuft nicht – wir sind da!

1. Tag der gemeinsamen offenen Beratung am 13. März 2018 in Braunschweig (Berufsinformationszentrum, Cyriaksring 10, Eingang Münchenstraße) von 15:00 bis 18:00 Uhr

Hast Du Zweifel an Deinem Studium oder wächst Dir einfach alles über den Kopf? Stehst du vor der Entscheidung: Abbrechen oder Weitermachen? Beratungsexpert/inn/en aus dem ganzen Netzwerk unterstützen Dich gleichzeitig an einem Ort – Ein passendes Angebot, gerade wenn es um eine erste Orientierung geht!

Gemeinsam blicken wir ergebnisoffen in persönlichen Gesprächen auf Deine individuelle Situation und Deine nächsten Karriereschritte mit oder ohne Studienabschluss – egal, ob Ausbildung, Fortbildung, Praktika, Studien-/Abschlussarbeiten oder etwas ganz anderes. Wenn Du möchtest, vereinbaren wir direkt Folgetermine.

In unserer Talkrunde (15:15 Uhr) berichten Expert/inn/en aus der Praxis über Brüche und Umwege im Lebenslauf und geben Einblick in ihre Werdegänge. Plus Bewerbungsmappencheck vor Ort!  Bitte Bewerbungsunterlagen mitbringen!

Wer sind Deine Beratungsexpert/inn/en?

  • Agentur für Arbeit Braunschweig – Goslar, vertreten durch die Studien- und Berufsberatung und Akademische Arbeitsvermittlung
  • DAA Braunschweig
  • Handwerkskammer Braunschweig – Lüneburg – Stade
  • Industrie- und Handelskammer Braunschweig
  • Kooperationsinitiative Maschinenbau e.V.
  • Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften, vertreten durch Zentrale Studienberatung und Projekt Lerncoaching
  • Technikakademie Stadt Braunschweig
  • Technische Universität Braunschweig, vertreten durch die Zentrale Studienberatung und Projekt Perspektivwechsel (Career Service)
  • Teutloff Technische Akademie gGmbH

Anmeldung oder Kosten? Eine Anmeldung ist nicht notwendig. Es ist alles kostenlos.

Anfahrt? Erreichbar ist das BiZ mit den Bahnen 3 und 5 (Richtung Weststadt und Broitzem) oder den Bussen 419, 429 und 443 (Haltestelle Cyriaksring)

Weitere Veranstaltungen wie Ausbildungsmessen in der Region?

  • 22.2.2018 Ausbildungsmesse Handwerk, Berufsinformationszentrum Braunschweig (15.00 bis 17.30 Uhr)
  • 7.3.2018 Mein Start in die Ausbildung 2018, Eintracht-Stadion VIP-Bereich (9.00 bis 12.00 Uhr)
  • 7.3.2018 parentum – Eltern+Schülertag für die Berufswahl, Wolfsburg, Wolfsburger Stadtzentrum (14.00 bis 18.00 Uhr)
  • 8.3.2018 BONA SZ- Ausbildungsmesse, Salzgitter, Sporthalle Amselstieg (8.00 bis 14.00 Uhr)
  • 25.5.2018 HIT TU Braunschweig, Hauptcampus (9.00 bis 13.00 Uhr)
  • 31.5.2018 Ab in die Ausbildung, IHK-Kongresssaal (13.00 bis 17.00 Uhr)
  • 1.6.2018 Campustag in Wolfenbüttel, Campus Wolfenbüttel, Salzdahlumer Str. 46/48 (15.00 bis 19.00 Uhr)
  • 6./7.6.2018 Voacation Ausbildungsmesse, Stadthalle Braunschweig (8.45 bis 14.45 Uhr)

Jessica: „Sei mutig und stark!“

Jessica: „Sei Mutig und Stark!“

Jessica, 24 Jahre, Duales Studium BWL in einer Kanzlei in Braunschweig und an der Welfenakademie

Wegbereiter: Wie bist du überhaupt auf das Projekt „Wegbereiter“ aufmerksam geworden?

Jessica: Ich war zuvor bei Frau Hartwig vom Diversity Mentoring-Programm des Gleichstellungsbüros der TU Braunschweig zur Beratung. Von ihr wurde ich auf das Projekt „Wegbereiter“ hingewiesen und bin so zur Wegbereiter-Beratung bei Johanna gekommen.

Wegbereiter: In welcher Situation warst du, als du die Wegbereiter-Beratung aufgesucht hast?

Jessica: Ich habe damals im 4. Semester Wirtschaftsingenieurwesen Maschinenbau an der TU Braunschweig studiert. Zu diesem Zeitpunkt war ich sehr durcheinander und im Zwiespalt, was ich tun sollte. Aufgrund eines schweren familiären Verlustes kam ich mit meinen Klausuren in Verzug und meine Gedanken waren nicht zu 100% beim Studium. Natürlich wurden es mit jedem weiteren Semester immer mehr Klausuren, die gemeistert werden wollten. In meinem dritten Semester hatte ich mir vorgenommen, 8 Klausuren zu schreiben. Dies war eindeutig zu viel Druck für mich und ich musste mich schließlich nach der dritten Klausur von allen übrigen abmelden, da ich einfach nicht mehr in der Lage war, mich auf das Lernen zu konzentrieren. Ich war wirklich am Boden zerstört und wusste nicht mehr, was ich tun sollte. Aus diesem Grund habe ich mir Hilfe gesucht, denn man muss nicht immer alles alleine schaffen – aber das musste auch ich erstmal lernen.

Wegbereiter: Wie kam es, dass du dich genau für dieses Beratungsangebot entschieden hast und wie ging es von da an weiter?

Jessica: Ich habe einfach alle Hilfsangebote in Anspruch genommen, die ich finden konnte. Vielleicht habe ich mir innerlich auch erhofft, dass mir jemand sagen kann, was ich machen soll. Dies ist natürlich nicht richtig, denn man sollte seine Entscheidungen selbst treffen. Genau dabei hat mir die Beratung geholfen. Im Laufe der Beratungsgespräche kam ich zu der Überzeugung, dass es für mich das Richtige war, das Studium abzubrechen. Innerlich hatte ich bereits vor dem ersten Gespräch mit der Weiterführung meines Studiums abgeschlossen. Bis mir das klar wurde, war es ein langer Prozess, denn letztlich war es eine wirklich schwere Entscheidung für mich. Danach habe ich mich vor allem nach dualen Studiengängen erkundigt und viele Bewerbungen geschrieben. Nebenbei habe ich gearbeitet und mich erstmal um mich gekümmert. Ich hatte einige Bewerbungsgespräche – erfreuliche und eher wenig erfreuliche. Nach einem wirklich schrecklichen Bewerbungsgespräch, ging es mir nicht gut und ich habe Johanna kontaktiert. Sie hat sich unverzüglich bei mir gemeldet. Ich konnte am Telefon alles schildern und gleich über weitere Möglichkeiten sprechen. Das war wirklich super und hat mir sehr geholfen.

Wegbereiter: Wie hat dein soziales Netzwerk reagiert als du dich für den Studienabbruch entscheiden hast?

Jessica: Meine Familie war froh über meine Entscheidung, das Studium zu beenden, denn sie haben gesehen wie schlecht es mir damit ging. Ich habe grundsätzlich viel Unterstützung von ihnen bekommen, jedoch fand ich es wichtig, auch Tipps und Hilfestellungen von Außenstehenden zu bekommen, denn Freunde und Familie neigen dazu von etwas abzuraten, weil sie denken, es wäre nicht das Richtige für einen.

Wegbereiter: Wie zufrieden bist du abschließend mit der Beratungsleistung und mit deiner gegenwärtigen Situation?

Jessica: Ich bin mehr als zufrieden mit der Beratung von „Wegbereiter“ und bin sehr froh, auf das Projekt aufmerksam geworden zu sein. Mir hätte nichts Besseres passieren können. Meine gegenwärtige Situation ist der absolute Wahnsinn, anders kann ich es nicht sagen. Ich bin überglücklich. Auch viele der von „Wegbereiter“ empfohlenen Kontakte waren sehr hilfreich, z.B. die Studien und Berufsberatung der Agentur für Arbeit, weil diese mir noch weitere Kanzleien und Unternehmen genannt haben, die das duale Studium anbieten und bei denen ich mich noch für das Ausbildungsjahr 2017 bewerben konnte.

Wegbereiter: Würdest du das Beratungsangebot anderen Studierenden weiterempfehlen? Aus welchem Grund?

Jessica: Auf jeden Fall! Es ist jedem zu empfehlen, bei dem nur der kleinste Zweifel aufkommt! Hätte ich früher von dem Projekt erfahren, wäre ich schon viel eher in die Beratung gekommen. Dank Johanna und durch dieses Projekt wurde ich motiviert und gestärkt. Ich habe wieder Hoffnung bekommen, ein zu mir passendes (duales) Studium finden zu können und habe dieses Ziel auch erreichen können.

Wegbereiter: Kannst du von deinen Vorkenntnissen bzw. Vorerfahrungen profitieren? Wie beschreibst du deine berufliche bzw. persönliche Zukunft?

Jessica: Ja, sowohl von meiner bereits vorhandenen Ausbildung als auch von den drei Semestern, die ich an der TU war, konnte ich profitieren. Die Zeit war keine Verschwendung. Auch wenn ich das Studium nicht abgeschlossen habe, habe ich dennoch etwas gelernt. Ich werde das Duale Studium in BWL mit der Fachrichtung Steuern und Prüfungswesen mit Sicherheit erfolgreich absolvieren. Anschließend werde ich in der Kanzlei übernommen, bei der ich während des Studiums die Praxisphasen absolviere, um meine praktische Erfahrung zu vertiefen.

Wegbereiter: Was würdest du dir in Bezug auf den Übergang in die Praxis von potenziellen Arbeitgebern in der Region wünschen?

Jessica: Es gibt einige Unternehmen, die Studienabbrechenden eine Chance geben. Dies sollte mehr verbreitet werden. Ich persönlich habe auch deswegen so lange gebraucht, mich für den Abbruch zu entscheiden, weil ich geglaubt habe, ich wäre uninteressant für Unternehmen.

Wegbereiter: Welche Botschaft möchtest Du anderen Personen in einer ähnlichen Situation mitgeben?

Jessica: Sei mutig und stark und lass Dir helfen! Andere Sichtweisen können unheimlich helfen, genau das Richtige für Dich selbst zu finden.

Außerdem sollte man nicht verzweifeln, denn wenn sich eine Tür schließt, öffnet sich eine andere – es kann zwar etwas dauern, aber sie öffnet sich!

 

Foto: Hoffmann/TU Clausthal

Ramona: „Den Rest schaffe ich jetzt auch noch!“

„Eine Langzeitstudentin berichtet: Von Studienzweifeln zum Studienabschluss“

Ramona, 29 Jahre, Master Geoökologie, TU Braunschweig

„Soll ich das jetzt durchziehen?“ titelte ZEIT Campus im April 2011 zum Thema Studienabbruch. „Reiß dich zusammen! Studier weiter!“ und „Gib auf! Es hat keinen Sinn!“ schildert da eine Studentin ihre innere Zerrissenheit in Bezug auf ihr Langzeitstudium. Dieses Gefühlschaos und die damit verbundenen Selbstzweifel kannte ich mit meinen 16 Semestern nur zu gut. Im Mai 2016 entschied ich mich daher an der Gruppe für Langzeitstudierende der Psychotherapeutischen Beratungsstelle (PBS) des Studentenwerks OstNiedersachsens teilzunehmen.

Wochenpläne, Zeitmanagement, Leistungsansprüche und Lernstrategien standen auf dem Programm, und vor allem auch die Frage nach den eigenen Zielsetzungen: Was will ich eigentlich mit und nach meinem Studium machen? Wozu also studieren? Und ganz generell, was ist mir eigentlich wichtig im Studium, im Leben? Da war sehr schnell klar, dass ich nicht auf ein konkretes Ziel hin arbeitete. Ich studierte nicht aufgrund eines Berufswunsches, sondern um des Studierens willen. Das Studium selbst war bisher immer eigentlicher Zielpunkt gewesen. Beim Gedanken an die Zeit nach dem Studium fühlte ich eine große Leere im Kopf, ich konnte (und wollte?) sie nicht mit einem „Nach-Studium-Leben“ füllen.

Ich hatte einfach keine Lust mehr. Ich wollte mich nicht mehr weiter quälen, weder durch den Uni-Alltag, noch mit den vielen Semestern auf dem Buckel und diesen ständigen Zweifeln und dem Gefühl nicht voranzukommen. Aber was dann? Was macht man mit 8 Jahren Studium, mit einem 3-jährigen Master ohne Abschluss? Wie seine Brötchen verdienen und wie sein berufliches Leben dennoch sinnvoll gestalten? Welche Alternativen gibt es und wie finde ich heraus, welche davon zu mir passt? Und kann ich mich wirklich damit abfinden, mein Studium, nachdem ich so viel Zeit und Energie darin investiert hatte, einfach abzubrechen? Eine Ausbildung war für mich eigentlich nie eine Alternative gewesen. Wie kann ich also mein Studium doch noch beenden? Und wenn die Voraussetzung dafür eine konkrete Berufsperspektive ist, wie entwickle ich diese? Mit diesen Fragen im Kopf startete ich meine Suche nach weiteren Unterstützungsangeboten und stieß so auf das Beratungsangebot „Wegbereiter – Perspektiven trotz Studienabbruch“ für Studienzweifelnde.

Während der beiden Coaching-Gespräche im Dezember 2016 und April 2017 loteten wir gemeinsam mögliche Wege wie Ausbildung, Praktikum oder Pausieren für mich aus. Ich bekam sehr viele hilfreiche Methoden und Tipps an die Hand, wie ich weiter verfahren und wo ich mir weitere Unterstützung holen könnte, um eine konkretere Zielperspektive zu erarbeiten und mein Studium eventuell doch noch zu Ende zu bringen. Am besten gefiel mir am „Wegbereiter“-Coaching, dass ich ganz offen sein konnte und meine Sorgen, Ängste und Zweifel ernst genommen sowie sehr effektiv nach einer Lösung gesucht wurde. Es ging immer darum, den für mich bestmöglichsten Weg zu finden und mir ein breites Spektrum an weiteren Hilfsangeboten aufzuzeigen, aus denen ich das für mich passende auswählen konnte.

Letztlich habe ich dann doch den Weg Richtung Studienabschluss eingeschlagen – weil ich mir mit meiner Entscheidung für ein Studium und der Wahl meines Studienfaches ganz sicher bin und egal was genau danach kommt, ich es doch für mich abschließen möchte. Ich fühle mich gut mit dieser Entscheidung. Geholfen hat mir vor allem die aktive Auseinandersetzung mit den eigenen Stärken in einem Seminar zur Berufszielfindung und Potenzialanalyse des Career Service der TU Braunschweig, die Einteilung meiner restlichen Studienzeit in kleine Schritte mit Hilfe einer bereitgestellten Planungsmethode, die Beschäftigung mit möglichen Berufsfeldern, die erfolgreiche Bewerbung für ein Mentoring-Programm eines Berufsverbandes und für das Gruppencoaching des Gleichstellungsbüros der TU Braunschweig, sowie die Anmeldung für die Arbeitsstrukturierungsgruppe der PBS als Begleitung zur Masterarbeitsphase.

Das Bewusstmachen der eigenen Stärken, trotz oder gerade aufgrund meines langen Studiums, und das Gefühl, mit Angeboten wie dem „Wegbereiter“-Coaching nicht alleine zu sein, lässt mich heute den Satz sagen, den auch die Studentin am Ende des genannten Artikels in der ZEIT formulierte: „Den Rest schaffe ich jetzt auch noch.“ Und wenn nötig mit Hilfe von außen.

Foto: Ramona Reck/privat

Elisa: „Will ich wirklich Lehrerin werden?“

„Will ich wirklich Lehrerin werden?“

Elisa, 22 Jahre, Masterstudiengang Mathematik/Englisch auf Lehramt, TU Braunschweig

Auf „Wegbereiter“ bin ich durch ausliegende Flyer in der Mensa 1 der TU Braunschweig gekommen. Dabei musste ich zunächst an meine Mitbewohnerin denken, die zu dem Zeitpunkt überlegt hat, ihr Studium abzubrechen. Den Flyer habe ich abfotografiert und konnte ihn mir dadurch immer mal wieder durchlesen. Zu diesem Zeitpunkt war ich noch im Bachelor-Studium und habe ich mich ebenso mit dem Thema des Berufswunsches auseinandergesetzt. Denn ich bin mir ziemlich sicher, dass ich nicht bis an mein Lebensende als Lehrerin arbeiten möchte. Also habe ich mich schlussendlich auch dazu entschieden, die „Wegbereiter“ zu kontaktieren.

Schon vor dem ersten persönlichen Gespräch hat mir Marcus einige Aufgaben zugeschickt, die ich vor dem Treffen bearbeiten sollte. So konnte ich mich gut darauf vorbereiten. In dem ersten Gespräch haben wir dann zusammen geschaut, wo ich beruflich stehe, was ich schon alles erreicht hatte, was mir an meiner aktuellen Berufswahl gefällt, was mir fehlt und was sich ändern müsste, damit ich mit meiner Berufswahl zufriedener bin. Von Gespräch zu Gespräch sind wir dann „tiefer“ eingetaucht und haben immer konkreter analysiert, wie sich meine Zweifel begründen und in welchen anderen Beratungsstellen ich auf verschiedenen Gebieten Hilfe finden kann, um meinem Berufswunsch einen Schritt näher zu kommen. Meist gab es nach jedem Gespräch als Vorbereitung für das nächste eine Aufgabe, damit ich mich in der bis zum nächsten Termin zu überbrückenden Zeit weiterhin mit dem Thema beschäftigen konnte. Das Wichtigste war: Ich konnte meine Gedanken frei äußern und musste mich für nichts rechtfertigen. „Wegbereiter“ hat mich und meine Zweifel ernst genommen.

Da die TU Braunschweig über ein breites Netzwerk mit Angeboten zum Thema Berufsorientierung und Studienwahl und -wechsel verfügt, war ich zudem sowohl beim Career-Service als auch bei der Zentralen Studienberatung. Beim Career-Service habe ich Tipps bekommen, wie ich die Findung eines alternativen Berufswunsches methodisch angehen könnte. Bei der Zentralen Studienberatung habe ich gelernt, wie und wo ich alternative Masterabschlüsse finden kann. Außerdem habe ich ein Beratungsgespräch bei der Berufs-/Studienberatung der Agentur für Arbeit Braunschweig-Goslar in Anspruch genommen. Hier wurden mir verschiedene Spezialisierungsfelder innerhalb des Lehrberufs aufgezeigt.

Mein Lehramtsstudium hat mir immer Spaß gemacht hat und den Bachelorabschluss wollte ich auf jeden Fall machen. Deshalb habe ich mich dazu entschieden, das Studium zu Ende zu bringen und im Master Lehramt weiter zu studieren. Inzwischen ist der Masterabschluss bereits in greifbarer Nähe und durch das Coaching-Angebot habe ich insgesamt viele tolle Tipps bekommen, welche beruflichen Möglichkeiten ich außerhalb des Lehrberufs mit meinem Abschluss habe.

Anderen würde ich raten, dass es völlig okay ist, zu zweifeln. Dass man deswegen kein Versager oder eine Versagerin ist oder irgendetwas in die Richtung, sondern dass man immer eine Chance hat, auch später noch, einen anderen Weg einzuschlagen. Ich würde Zweifelnden und Studienabbrechenden raten: „Seid mutig und steht zu euren Zweifeln!“. Ich habe durch die Beratung gelernt, dass es möglich – und auch nicht schlimm ist – im Laufe seiner Karriere das Berufsfeld zu verändern und dass einem immer wieder neue berufliche Möglichkeiten offenstehen. So werde ich gegen Ende meines Studiums schauen, welche berufliche Entscheidung sich für mich richtig anfühlt – ob ich tatsächlich Lehrerin werden möchte oder einen alternativen Weg einschlage.

Foto: Merle Janßen

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