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Dirk: „Probleme angehen und früh Beratung aufsuchen“

Dirk: „Probleme angehen und früh Beratung aufsuchen“

Dirk, 28 Jahre, Bachelor Maschinenbau im 8. Semester, TU Clausthal

Nach dem Abi war für Dirk klar, dass er erstmal eine Ausbildung zum Industriemechaniker machen möchte, um das Maschinenbaustudium an der TU Clausthal daran anzuschließen.

Immer wenn es im Studium mal nicht so lief, hatte Dirk in Gedanken seine Ausbildung im Rücken und wusste, dass er jederzeit in seinen Beruf zurückkann. Aber das wollte er nicht wirklich. Im 7. Semester schließlich war er an dem Punkt, an dem er etwas ändern wollte. Durch Zufall entdeckte Dirk zur gleichen Zeit auf der Startseite der TU Clausthal den Hinweis zu Wegbereiter und meldete sich für ein Beratungsgespräch an.

Zuvor war er bereits einige Male bei der Psychosozialen Beratungsstelle des Studentenwerks gewesen, um seine Probleme im Studium anzugehen. Mit Inga von Wegbereiter wollte er einmal alle Optionen alternativ zum Studium an der TU Clausthal ausloten, um sich dann für einen Weg zu entscheiden: „Wegbereiter konnte mir eine sachliche Unterstützung dabei geben, meine Gedanken, die ich mir im Vorfeld schon gemacht hatte, zu ordnen und mir einen Überblick zu verschaffen, um herauszufinden, was wirklich das bestes für mich ist.“ Nach der Sammlung aller Alternativen sollte Dirk diese auf einer Skala von 1-10 bewerten – dies beschreibt Dirk rückblickend als sehr hilfreich, weil es ihm seine eigenen Prioritäten vor Augen geführt hat. Ihm wurde klar, dass zwar momentan ein Abbruch sehr attraktiv erscheint, ihn langfristig gesehen aber nicht zufriedenstellen würde.

In der Beratung wurde daraufhin vereinbart, dass Dirk sich nach den Klausuren in seiner Heimatstadt über die einzelnen Alternativen genauer informiert. Die beiden realistischsten Alternativen zum derzeitigen Studium waren zum einen, das Studium möglicherweise an einer Fachhochschule weiterzuführen, zum anderen, eine Weiterbildung zum Techniker zu machen. Voraussetzungen und Termine dafür sollte er in Ruhe recherchieren. „Als ich mich damit dann beschäftigt habe, ist mir eigentlich relativ schnell selber klargeworden, dass das eigentlich alles irgendwo nur Ausflüchte sind“, sagt Dirk rückblickend. „Mir wurde klar, dass ich nach wie vor das Studium an der TU Clausthal abschließen wollte. Ich habe dann für mich entschieden, hier weiterzumachen und das Studium hier zu beenden.“ Im zweiten Gespräch mit Inga stand daher die Entscheidung für Dirk bereits fest.

Dirk ist nach der Wegbereiter-Beratung noch bei der Beratung für Langzeitstudierende der TU Clausthal gewesen. Er zählt zwar noch nicht zu den Langzeitstudierenden, „aber ich habe gedacht, bevor es soweit kommt, lieber erstmal alles abklären und gucken, was man machen kann, damit es gar nicht so weit kommt“.

Insgesamt war Dirk also bei drei Beratungsstellen, um seine Probleme im Studium zu besprechen. Er beschreibt, dass ihm besonders das Zusammenspiel aus den dreien sehr geholfen hat, um sich in seiner Situation zurechtzufinden. „Für mich war das eine gute Kombination und passt meiner Meinung nach auch gut zusammen“, so Dirk, da alle drei Beratungseinrichtungen Teilaspekte abdeckten. In seiner gesamten Studienzeit und all seinen Entscheidungen wird Dirk von seinem privaten Umfeld unterstützt – das hat ihm ebenfalls sehr geholfen bei seiner Entscheidung.

Was hat sich seit der Beratung für Dirk verändert? Es fällt ihm leichter, seinen Tagesablauf zu strukturieren. Alle drei Einrichtungen gaben ihm den Tipp, einen Tagesplan zu erstellen, um konzentriert zu lernen und sich geplante Pausen zu gönnen. „Für mich habe ich das nie so richtig umgesetzt, weil ich dachte, das klappt sowieso nicht. Aber für die letzte Klausur habe ich das so umgesetzt und war erstaunt, dass ich tatsächlich konsequent 8-9 Stunden durchlernen konnte, wo ich sonst nur 2 Stunden lernen konnte, bis ich wieder eine Ablenkung gefunden hatte.“ Diese Veränderung hat sehr gut funktioniert, sodass Dirk sich nun für sein Studium viel besser organisieren kann.

Dirk hat auch bereits eine Perspektive für die Zeit nach dem Bachelor gefunden: Er möchte in die Schweißtechnik. Dafür plant er, vor einem Masterstudium zunächst eine 6-monatige Weiterbildung in Vollzeit in diesem Bereich zu absolvieren. Mit dem entsprechenden Professor der TU Clausthal hat er schon über Anrechnungsmöglichkeiten dieser Weiterbildung im Masterstudium gesprochen. Rückblickend sagt Dirk, er würde seinen Weg genauso wieder gehen und eine Ausbildung vor dem Studium machen. Auch in Bezug auf den Beratungsprozess würde er wieder so vorgehen und sich von verschiedenen Einrichtungen beraten lassen, denn „das hat mir persönlich wirklich sehr viel gebracht und auch gut gefallen“. Er rät allen Zweifelnden: „Sobald Probleme auftreten: Diese angehen! Wenn es nicht von alleine klappt, gleich Beratung suchen.“

Foto: Wegbereiter (Dirk und Beraterin Inga)

„Studium läuft nicht – Wir sind da!“

Studium läuft nicht – wir sind da!

1. Tag der gemeinsamen offenen Beratung am 13. März 2018 in Braunschweig (Berufsinformationszentrum, Cyriaksring 10, Eingang Münchenstraße) von 15:00 bis 18:00 Uhr

Hast Du Zweifel an Deinem Studium oder wächst Dir einfach alles über den Kopf? Stehst du vor der Entscheidung: Abbrechen oder Weitermachen? Beratungsexpert/inn/en aus dem ganzen Netzwerk unterstützen Dich gleichzeitig an einem Ort – Ein passendes Angebot, gerade wenn es um eine erste Orientierung geht!

Gemeinsam blicken wir ergebnisoffen in persönlichen Gesprächen auf Deine individuelle Situation und Deine nächsten Karriereschritte mit oder ohne Studienabschluss – egal, ob Ausbildung, Fortbildung, Praktika, Studien-/Abschlussarbeiten oder etwas ganz anderes. Wenn Du möchtest, vereinbaren wir direkt Folgetermine.

In unserer Talkrunde (15:15 Uhr) berichten Expert/inn/en aus der Praxis über Brüche und Umwege im Lebenslauf und geben Einblick in ihre Werdegänge. Plus Bewerbungsmappencheck vor Ort!  Bitte Bewerbungsunterlagen mitbringen!

Wer sind Deine Beratungsexpert/inn/en?

  • Agentur für Arbeit Braunschweig – Goslar, vertreten durch die Studien- und Berufsberatung und Akademische Arbeitsvermittlung
  • DAA Braunschweig
  • Handwerkskammer Braunschweig – Lüneburg – Stade
  • Industrie- und Handelskammer Braunschweig
  • Kooperationsinitiative Maschinenbau e.V.
  • Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften, vertreten durch Zentrale Studienberatung und Projekt Lerncoaching
  • Technikakademie Stadt Braunschweig
  • Technische Universität Braunschweig, vertreten durch die Zentrale Studienberatung und Projekt Perspektivwechsel (Career Service)
  • Teutloff Technische Akademie gGmbH

Anmeldung oder Kosten? Eine Anmeldung ist nicht notwendig. Es ist alles kostenlos.

Anfahrt? Erreichbar ist das BiZ mit den Bahnen 3 und 5 (Richtung Weststadt und Broitzem) oder den Bussen 419, 429 und 443 (Haltestelle Cyriaksring)

Weitere Veranstaltungen wie Ausbildungsmessen in der Region?

  • 22.2.2018 Ausbildungsmesse Handwerk, Berufsinformationszentrum Braunschweig (15.00 bis 17.30 Uhr)
  • 7.3.2018 Mein Start in die Ausbildung 2018, Eintracht-Stadion VIP-Bereich (9.00 bis 12.00 Uhr)
  • 7.3.2018 parentum – Eltern+Schülertag für die Berufswahl, Wolfsburg, Wolfsburger Stadtzentrum (14.00 bis 18.00 Uhr)
  • 8.3.2018 BONA SZ- Ausbildungsmesse, Salzgitter, Sporthalle Amselstieg (8.00 bis 14.00 Uhr)
  • 25.5.2018 HIT TU Braunschweig, Hauptcampus (9.00 bis 13.00 Uhr)
  • 31.5.2018 Ab in die Ausbildung, IHK-Kongresssaal (13.00 bis 17.00 Uhr)
  • 1.6.2018 Campustag in Wolfenbüttel, Campus Wolfenbüttel, Salzdahlumer Str. 46/48 (15.00 bis 19.00 Uhr)
  • 6./7.6.2018 Voacation Ausbildungsmesse, Stadthalle Braunschweig (8.45 bis 14.45 Uhr)

Jessica: „Sei mutig und stark!“

Jessica: „Sei Mutig und Stark!“

Jessica, 24 Jahre, Duales Studium BWL in einer Kanzlei in Braunschweig und an der Welfenakademie

Wegbereiter: Wie bist du überhaupt auf das Projekt „Wegbereiter“ aufmerksam geworden?

Jessica: Ich war zuvor bei Frau Hartwig vom Diversity Mentoring-Programm des Gleichstellungsbüros der TU Braunschweig zur Beratung. Von ihr wurde ich auf das Projekt „Wegbereiter“ hingewiesen und bin so zur Wegbereiter-Beratung bei Johanna gekommen.

Wegbereiter: In welcher Situation warst du, als du die Wegbereiter-Beratung aufgesucht hast?

Jessica: Ich habe damals im 4. Semester Wirtschaftsingenieurwesen Maschinenbau an der TU Braunschweig studiert. Zu diesem Zeitpunkt war ich sehr durcheinander und im Zwiespalt, was ich tun sollte. Aufgrund eines schweren familiären Verlustes kam ich mit meinen Klausuren in Verzug und meine Gedanken waren nicht zu 100% beim Studium. Natürlich wurden es mit jedem weiteren Semester immer mehr Klausuren, die gemeistert werden wollten. In meinem dritten Semester hatte ich mir vorgenommen, 8 Klausuren zu schreiben. Dies war eindeutig zu viel Druck für mich und ich musste mich schließlich nach der dritten Klausur von allen übrigen abmelden, da ich einfach nicht mehr in der Lage war, mich auf das Lernen zu konzentrieren. Ich war wirklich am Boden zerstört und wusste nicht mehr, was ich tun sollte. Aus diesem Grund habe ich mir Hilfe gesucht, denn man muss nicht immer alles alleine schaffen – aber das musste auch ich erstmal lernen.

Wegbereiter: Wie kam es, dass du dich genau für dieses Beratungsangebot entschieden hast und wie ging es von da an weiter?

Jessica: Ich habe einfach alle Hilfsangebote in Anspruch genommen, die ich finden konnte. Vielleicht habe ich mir innerlich auch erhofft, dass mir jemand sagen kann, was ich machen soll. Dies ist natürlich nicht richtig, denn man sollte seine Entscheidungen selbst treffen. Genau dabei hat mir die Beratung geholfen. Im Laufe der Beratungsgespräche kam ich zu der Überzeugung, dass es für mich das Richtige war, das Studium abzubrechen. Innerlich hatte ich bereits vor dem ersten Gespräch mit der Weiterführung meines Studiums abgeschlossen. Bis mir das klar wurde, war es ein langer Prozess, denn letztlich war es eine wirklich schwere Entscheidung für mich. Danach habe ich mich vor allem nach dualen Studiengängen erkundigt und viele Bewerbungen geschrieben. Nebenbei habe ich gearbeitet und mich erstmal um mich gekümmert. Ich hatte einige Bewerbungsgespräche – erfreuliche und eher wenig erfreuliche. Nach einem wirklich schrecklichen Bewerbungsgespräch, ging es mir nicht gut und ich habe Johanna kontaktiert. Sie hat sich unverzüglich bei mir gemeldet. Ich konnte am Telefon alles schildern und gleich über weitere Möglichkeiten sprechen. Das war wirklich super und hat mir sehr geholfen.

Wegbereiter: Wie hat dein soziales Netzwerk reagiert als du dich für den Studienabbruch entscheiden hast?

Jessica: Meine Familie war froh über meine Entscheidung, das Studium zu beenden, denn sie haben gesehen wie schlecht es mir damit ging. Ich habe grundsätzlich viel Unterstützung von ihnen bekommen, jedoch fand ich es wichtig, auch Tipps und Hilfestellungen von Außenstehenden zu bekommen, denn Freunde und Familie neigen dazu von etwas abzuraten, weil sie denken, es wäre nicht das Richtige für einen.

Wegbereiter: Wie zufrieden bist du abschließend mit der Beratungsleistung und mit deiner gegenwärtigen Situation?

Jessica: Ich bin mehr als zufrieden mit der Beratung von „Wegbereiter“ und bin sehr froh, auf das Projekt aufmerksam geworden zu sein. Mir hätte nichts Besseres passieren können. Meine gegenwärtige Situation ist der absolute Wahnsinn, anders kann ich es nicht sagen. Ich bin überglücklich. Auch viele der von „Wegbereiter“ empfohlenen Kontakte waren sehr hilfreich, z.B. die Studien und Berufsberatung der Agentur für Arbeit, weil diese mir noch weitere Kanzleien und Unternehmen genannt haben, die das duale Studium anbieten und bei denen ich mich noch für das Ausbildungsjahr 2017 bewerben konnte.

Wegbereiter: Würdest du das Beratungsangebot anderen Studierenden weiterempfehlen? Aus welchem Grund?

Jessica: Auf jeden Fall! Es ist jedem zu empfehlen, bei dem nur der kleinste Zweifel aufkommt! Hätte ich früher von dem Projekt erfahren, wäre ich schon viel eher in die Beratung gekommen. Dank Johanna und durch dieses Projekt wurde ich motiviert und gestärkt. Ich habe wieder Hoffnung bekommen, ein zu mir passendes (duales) Studium finden zu können und habe dieses Ziel auch erreichen können.

Wegbereiter: Kannst du von deinen Vorkenntnissen bzw. Vorerfahrungen profitieren? Wie beschreibst du deine berufliche bzw. persönliche Zukunft?

Jessica: Ja, sowohl von meiner bereits vorhandenen Ausbildung als auch von den drei Semestern, die ich an der TU war, konnte ich profitieren. Die Zeit war keine Verschwendung. Auch wenn ich das Studium nicht abgeschlossen habe, habe ich dennoch etwas gelernt. Ich werde das Duale Studium in BWL mit der Fachrichtung Steuern und Prüfungswesen mit Sicherheit erfolgreich absolvieren. Anschließend werde ich in der Kanzlei übernommen, bei der ich während des Studiums die Praxisphasen absolviere, um meine praktische Erfahrung zu vertiefen.

Wegbereiter: Was würdest du dir in Bezug auf den Übergang in die Praxis von potenziellen Arbeitgebern in der Region wünschen?

Jessica: Es gibt einige Unternehmen, die Studienabbrechenden eine Chance geben. Dies sollte mehr verbreitet werden. Ich persönlich habe auch deswegen so lange gebraucht, mich für den Abbruch zu entscheiden, weil ich geglaubt habe, ich wäre uninteressant für Unternehmen.

Wegbereiter: Welche Botschaft möchtest Du anderen Personen in einer ähnlichen Situation mitgeben?

Jessica: Sei mutig und stark und lass Dir helfen! Andere Sichtweisen können unheimlich helfen, genau das Richtige für Dich selbst zu finden.

Außerdem sollte man nicht verzweifeln, denn wenn sich eine Tür schließt, öffnet sich eine andere – es kann zwar etwas dauern, aber sie öffnet sich!

 

Foto: Hoffmann/TU Clausthal

Mike: „Eine Stunde Zeit investiert – ein Berufsziel erkannt“

„Eine Stunde Zeit investiert – ein Berufsziel erkannt“

Mike, 27 Jahre, Ausbildung zum Steuerfachangestellten

Drei Jahre lang hat sich Mike aus seinem Studium der Wirtschaftsinformatik „geschlichen“. Er steht offen zu der Tatsache, dass er viele Semester lang keine einzige Lehrveranstaltung besucht hat. Erst im 14. Semester seines Wirtschaftsinformatik-Studiums an der TU Braunschweig hat er sich an „Wegbereiter“ gewandt.

Rückblickend denkt Mike heute, er hätte sich möglicherweise schon früher für den Studienabbruch entschieden. Aber Beratung wahrzunehmen, fiel ihm schwer. Stattdessen versuchte er lieber, das Thema mit Freunden oder Familienmitgliedern zu meiden und sich Gesprächen über Beruf/Studium zu entziehen. Gut gemeint, aber nachteilhaft waren Appelle wie: „Mach doch weiter! Du schaffst das schon!“ Ab einem bestimmten Zeitpunkt sei man gar nicht mehr an ihn herangekommen. Zu der Erkenntnis zu kommen, dass es nicht das Richtige war, hat einfach zu lange gedauert“, sagt Mike.

Vor gut einem Jahr hat er den Weg in die Zentrale Studienberatung der TU Braunschweig gefunden, deren Beratende ihm das Projekt Wegbereiter empfahlen. „Am Anfang hatten wir relativ viele Gespräche, die geholfen haben, einen Überblick darüber zu erhalten, was man machen kann. Die Frage war, was mache ich, wenn ich aufhöre, beziehungsweise welche Optionen habe ich gegenüber dem Studium?“, erzählt Mike. Wegbereiter hat ihn dann auf die Psychotherapeutische Beratungsstelle des Studentenwerks Ostniedersachsen hingewiesen, ebenso auf die Studien- und Berufsberatung der Agentur für Arbeit Braunschweig-Goslar.

Ein Orientierungspraktikum in einem Braunschweiger IT-Unternehmen, zu dem Wegbereiter den Kontakt herstellte, führte zu der Erkenntnis, dass ein beruflicher Neustart außerhalb der Hochschule die beste Lösung ist. Gleichzeitig half ihm die Erfahrung in dem Unternehmen, sich von der Informatik und der IT als Berufsziel zu lösen. Er schaute sich breiter um, machte ein weiteres Praktikum in einem Wolfsburger Steuerbüro, wo man ihm schließlich einen Ausbildungsplatz anbot. Ab ersten August beginnt er eine Ausbildung zum Steuerfachangestellten.

Rückblickend bereue er den Weg an die Technische Universität nicht, denn es fehlte nicht mehr viel zum erfolgreichen Bachelor-Zeugnis. Auch habe das Studium im Großen und Ganzen Spaß gemacht: „Auf der anderen Seite ist es ja eine Erfahrung, die man gemacht hat. Diese prägt die Persönlichkeits-bildung. Und es war damals die richtige Entscheidung.“ Die Orientierungsberatung habe Mike geholfen, sich besser kennenzulernen, seine eigenen Bedürfnisse und Ziele zu formulieren und in den Mittelpunkt seiner zukünftigen Entwicklung zu stellen. Wichtig aus Mikes Sicht war es vor allem, Informationen über attraktive Alternativen zum damaligen Studium erhalten zu haben. Gemeinsam mit dem Projekt Wegbereiter erarbeitete Mike einen Zeitplan für einen Einstieg zum Ausbildungsstart 2017.

Mike rät dazu, Beratung in Anspruch zu nehmen von jemandem außerhalb des Familien- und Freundeskreises. „Es ist eine Stunde investierte Zeit. Wenn es nicht läuft, dann schiebt man alles ja nur vor sich her. Da kann man sich einfach Zeit sparen. Oder einen anderen Weg gehen, damit es (besser) läuft.“

 

Foto: Hoffmann/TU Clausthal

Ramona: „Den Rest schaffe ich jetzt auch noch!“

„Eine Langzeitstudentin berichtet: Von Studienzweifeln zum Studienabschluss“

Ramona, 29 Jahre, Master Geoökologie, TU Braunschweig

„Soll ich das jetzt durchziehen?“ titelte ZEIT Campus im April 2011 zum Thema Studienabbruch. „Reiß dich zusammen! Studier weiter!“ und „Gib auf! Es hat keinen Sinn!“ schildert da eine Studentin ihre innere Zerrissenheit in Bezug auf ihr Langzeitstudium. Dieses Gefühlschaos und die damit verbundenen Selbstzweifel kannte ich mit meinen 16 Semestern nur zu gut. Im Mai 2016 entschied ich mich daher an der Gruppe für Langzeitstudierende der Psychotherapeutischen Beratungsstelle (PBS) des Studentenwerks OstNiedersachsens teilzunehmen.

Wochenpläne, Zeitmanagement, Leistungsansprüche und Lernstrategien standen auf dem Programm, und vor allem auch die Frage nach den eigenen Zielsetzungen: Was will ich eigentlich mit und nach meinem Studium machen? Wozu also studieren? Und ganz generell, was ist mir eigentlich wichtig im Studium, im Leben? Da war sehr schnell klar, dass ich nicht auf ein konkretes Ziel hin arbeitete. Ich studierte nicht aufgrund eines Berufswunsches, sondern um des Studierens willen. Das Studium selbst war bisher immer eigentlicher Zielpunkt gewesen. Beim Gedanken an die Zeit nach dem Studium fühlte ich eine große Leere im Kopf, ich konnte (und wollte?) sie nicht mit einem „Nach-Studium-Leben“ füllen.

Ich hatte einfach keine Lust mehr. Ich wollte mich nicht mehr weiter quälen, weder durch den Uni-Alltag, noch mit den vielen Semestern auf dem Buckel und diesen ständigen Zweifeln und dem Gefühl nicht voranzukommen. Aber was dann? Was macht man mit 8 Jahren Studium, mit einem 3-jährigen Master ohne Abschluss? Wie seine Brötchen verdienen und wie sein berufliches Leben dennoch sinnvoll gestalten? Welche Alternativen gibt es und wie finde ich heraus, welche davon zu mir passt? Und kann ich mich wirklich damit abfinden, mein Studium, nachdem ich so viel Zeit und Energie darin investiert hatte, einfach abzubrechen? Eine Ausbildung war für mich eigentlich nie eine Alternative gewesen. Wie kann ich also mein Studium doch noch beenden? Und wenn die Voraussetzung dafür eine konkrete Berufsperspektive ist, wie entwickle ich diese? Mit diesen Fragen im Kopf startete ich meine Suche nach weiteren Unterstützungsangeboten und stieß so auf das Beratungsangebot „Wegbereiter – Perspektiven trotz Studienabbruch“ für Studienzweifelnde.

Während der beiden Coaching-Gespräche im Dezember 2016 und April 2017 loteten wir gemeinsam mögliche Wege wie Ausbildung, Praktikum oder Pausieren für mich aus. Ich bekam sehr viele hilfreiche Methoden und Tipps an die Hand, wie ich weiter verfahren und wo ich mir weitere Unterstützung holen könnte, um eine konkretere Zielperspektive zu erarbeiten und mein Studium eventuell doch noch zu Ende zu bringen. Am besten gefiel mir am „Wegbereiter“-Coaching, dass ich ganz offen sein konnte und meine Sorgen, Ängste und Zweifel ernst genommen sowie sehr effektiv nach einer Lösung gesucht wurde. Es ging immer darum, den für mich bestmöglichsten Weg zu finden und mir ein breites Spektrum an weiteren Hilfsangeboten aufzuzeigen, aus denen ich das für mich passende auswählen konnte.

Letztlich habe ich dann doch den Weg Richtung Studienabschluss eingeschlagen – weil ich mir mit meiner Entscheidung für ein Studium und der Wahl meines Studienfaches ganz sicher bin und egal was genau danach kommt, ich es doch für mich abschließen möchte. Ich fühle mich gut mit dieser Entscheidung. Geholfen hat mir vor allem die aktive Auseinandersetzung mit den eigenen Stärken in einem Seminar zur Berufszielfindung und Potenzialanalyse des Career Service der TU Braunschweig, die Einteilung meiner restlichen Studienzeit in kleine Schritte mit Hilfe einer bereitgestellten Planungsmethode, die Beschäftigung mit möglichen Berufsfeldern, die erfolgreiche Bewerbung für ein Mentoring-Programm eines Berufsverbandes und für das Gruppencoaching des Gleichstellungsbüros der TU Braunschweig, sowie die Anmeldung für die Arbeitsstrukturierungsgruppe der PBS als Begleitung zur Masterarbeitsphase.

Das Bewusstmachen der eigenen Stärken, trotz oder gerade aufgrund meines langen Studiums, und das Gefühl, mit Angeboten wie dem „Wegbereiter“-Coaching nicht alleine zu sein, lässt mich heute den Satz sagen, den auch die Studentin am Ende des genannten Artikels in der ZEIT formulierte: „Den Rest schaffe ich jetzt auch noch.“ Und wenn nötig mit Hilfe von außen.

Foto: Ramona Reck/privat

Sebastian: „Seid mutig – Geht Euren Weg“

„Seid mutig – geht euren weg“

Sebastian, 21 Jahre, Ausbildung zum Mechatroniker in Braunschweig

Schon länger hatte ich Gedanken wie: „Ist das eigentlich das, was ich einmal machen möchte?“ Als ich im 3. Semester meines Studiums Wirtschaftsingenieurwesen/Maschinenbau an der TU Braunschweig gerade meinen Drittversuch in der Prüfung Marketing und Unternehmensführung geschrieben hatte, habe ich also schon länger Zweifel gehabt. Durch den Artikel in der Braunschweiger Zeitung im März 2017 bin ich dann auf die Wegbereiter-Beratung aufmerksam geworden. Ich konnte mich vor allem mit der Geschichte von Thomas Jusko sehr identifizieren, da ich mich in einer ähnlichen Situation befand. Schon vor den Ergebnissen der Prüfung bin ich dann in die Beratung gegangen, um mir über Alternativen klar zu werden. Nach der Beratung kamen für mich zwei Optionen heraus: Entweder in einen anderen Studiengang an der Fachhochschule zu wechseln oder in eine Ausbildung zu gehen. Ich war damals noch im Zwiespalt, entschied mich aber im Laufe der Zeit in Richtung Ausbildung.

„Mache ich das Richtige?“

In der Situation, in der ich den Gedanken hatte „Ich leg das Studium ab“, in der man sich überlegt, soll man weiterkämpfen – da war es für mich wichtig, auch nochmal von außerhalb die Unterstützung zu bekommen. Mir wurde aufgezeigt, dass es andere Möglichkeiten gibt, dass es einen anderen Weg gibt, der einen zu dem Ziel bringt, das man selbst erreichen möchte. Man geht dann auch nochmal seine ganzen Werte durch und reflektiert, ob es überhaupt richtig war, diesen Weg bisher zu gehen. Ich hatte andere Vorstellungen vom Studium. Es lag mir nicht, zunächst die ganzen theoretischen Grundlagen aufzubauen, ohne Schwerpunkt oder praktischen Bezug. Die Vorstellungskraft, wie das in der Praxis funktionieren kann, hat mir dann einfach gefehlt. Rückblickend kann man sich, ähnlich wie bei der Studienentscheidung natürlich generell fragen, „Warum habe ich eigentlich Abitur gemacht?“, da hätte man die Zeit sicher auch anders nutzen können. Auf der anderen Seite kann man nicht wissen, ob ein Unternehmen später auf die Fachkenntnisse zurückgreifen möchte oder ob es ein berufsbegleitendes Studium wertvoll findet, was ich durch das Abitur dann angehen kann. Es ist jedenfalls keine verschenkte Zeit, sondern hilft einem vielleicht später nochmal, andere Ziele zu erreichen.

Neuer Weg

Mit der Beratung bei Wegbereiter bin ich sehr zufrieden, denn man wird einfach wertgeschätzt. Marcus hat mir wirklich sehr geholfen, vor allem dahingehend, wie ich den Studienabbruch in der Bewerbung unterbringen kann. Dass ich dazu bewusst stehen kann, indem ich sage: „Dieser Weg kommt nicht mehr für mich infrage, ich gehe einen anderen Weg“. Es hat mir Selbstvertrauen gegeben, dass Marcus mir dann gezeigt hat, dass es Betriebe gibt, die genau daran Interesse haben, weil sie jemanden wollen, der sich für den Betrieb entscheidet. Marcus hat mich noch weiterverwiesen und ich bin dann zur Studien- und Berufsberatung der Agentur für Arbeit Braunschweig-Goslar gegangen, um mir dort Hilfe zu holen bei der Suche nach einer festen Ausbildungsstelle. Letztlich habe ich dann den Hinweis zum Betrieb, wo ich jetzt bin, über Bekannte bekommen. Der Betrieb hat mich sehr interessiert, vor allem auch, weil das Unternehmen Interesse an den Auszubildenden hat. Das war für mich wichtig, denn ich möchte mich im Leben weiterentwickeln und vielleicht in Führungsposition gehen. Jetzt mache ich also seit August 2017 die Ausbildung zum Mechatroniker in diesem Unternehmen und habe die Möglichkeit, später den Techniker oder Meister zu machen und selbst Ausbilder zu werden.

Künftigen Abiturienten möchte ich raten: Informiert Euch, geht Euren Weg und macht das, was für Euch interessant ist. Wenn man etwas macht, was einen nicht interessiert, dann fehlt einem irgendwann etwas. Es ist sinnvoll, die Studienberatung der Hochschulen und die Studien- und Berufsberatung der Agenturen für Arbeit zu nutzen. Studienzweifelnden kann ich nur sagen – seid mutig. Meine Erfahrung ist, je mehr man zweifelt, desto mehr kann es ein Zeichen sein, dass etwas vielleicht nicht passt.

Foto: Hoffmann/TU Clausthal

Elisa: „Will ich wirklich Lehrerin werden?“

„Will ich wirklich Lehrerin werden?“

Elisa, 22 Jahre, Masterstudiengang Mathematik/Englisch auf Lehramt, TU Braunschweig

Auf „Wegbereiter“ bin ich durch ausliegende Flyer in der Mensa 1 der TU Braunschweig gekommen. Dabei musste ich zunächst an meine Mitbewohnerin denken, die zu dem Zeitpunkt überlegt hat, ihr Studium abzubrechen. Den Flyer habe ich abfotografiert und konnte ihn mir dadurch immer mal wieder durchlesen. Zu diesem Zeitpunkt war ich noch im Bachelor-Studium und habe ich mich ebenso mit dem Thema des Berufswunsches auseinandergesetzt. Denn ich bin mir ziemlich sicher, dass ich nicht bis an mein Lebensende als Lehrerin arbeiten möchte. Also habe ich mich schlussendlich auch dazu entschieden, die „Wegbereiter“ zu kontaktieren.

Schon vor dem ersten persönlichen Gespräch hat mir Marcus einige Aufgaben zugeschickt, die ich vor dem Treffen bearbeiten sollte. So konnte ich mich gut darauf vorbereiten. In dem ersten Gespräch haben wir dann zusammen geschaut, wo ich beruflich stehe, was ich schon alles erreicht hatte, was mir an meiner aktuellen Berufswahl gefällt, was mir fehlt und was sich ändern müsste, damit ich mit meiner Berufswahl zufriedener bin. Von Gespräch zu Gespräch sind wir dann „tiefer“ eingetaucht und haben immer konkreter analysiert, wie sich meine Zweifel begründen und in welchen anderen Beratungsstellen ich auf verschiedenen Gebieten Hilfe finden kann, um meinem Berufswunsch einen Schritt näher zu kommen. Meist gab es nach jedem Gespräch als Vorbereitung für das nächste eine Aufgabe, damit ich mich in der bis zum nächsten Termin zu überbrückenden Zeit weiterhin mit dem Thema beschäftigen konnte. Das Wichtigste war: Ich konnte meine Gedanken frei äußern und musste mich für nichts rechtfertigen. „Wegbereiter“ hat mich und meine Zweifel ernst genommen.

Da die TU Braunschweig über ein breites Netzwerk mit Angeboten zum Thema Berufsorientierung und Studienwahl und -wechsel verfügt, war ich zudem sowohl beim Career-Service als auch bei der Zentralen Studienberatung. Beim Career-Service habe ich Tipps bekommen, wie ich die Findung eines alternativen Berufswunsches methodisch angehen könnte. Bei der Zentralen Studienberatung habe ich gelernt, wie und wo ich alternative Masterabschlüsse finden kann. Außerdem habe ich ein Beratungsgespräch bei der Berufs-/Studienberatung der Agentur für Arbeit Braunschweig-Goslar in Anspruch genommen. Hier wurden mir verschiedene Spezialisierungsfelder innerhalb des Lehrberufs aufgezeigt.

Mein Lehramtsstudium hat mir immer Spaß gemacht hat und den Bachelorabschluss wollte ich auf jeden Fall machen. Deshalb habe ich mich dazu entschieden, das Studium zu Ende zu bringen und im Master Lehramt weiter zu studieren. Inzwischen ist der Masterabschluss bereits in greifbarer Nähe und durch das Coaching-Angebot habe ich insgesamt viele tolle Tipps bekommen, welche beruflichen Möglichkeiten ich außerhalb des Lehrberufs mit meinem Abschluss habe.

Anderen würde ich raten, dass es völlig okay ist, zu zweifeln. Dass man deswegen kein Versager oder eine Versagerin ist oder irgendetwas in die Richtung, sondern dass man immer eine Chance hat, auch später noch, einen anderen Weg einzuschlagen. Ich würde Zweifelnden und Studienabbrechenden raten: „Seid mutig und steht zu euren Zweifeln!“. Ich habe durch die Beratung gelernt, dass es möglich – und auch nicht schlimm ist – im Laufe seiner Karriere das Berufsfeld zu verändern und dass einem immer wieder neue berufliche Möglichkeiten offenstehen. So werde ich gegen Ende meines Studiums schauen, welche berufliche Entscheidung sich für mich richtig anfühlt – ob ich tatsächlich Lehrerin werden möchte oder einen alternativen Weg einschlage.

Foto: Merle Janßen

Thomas: „Ich wusste, es muss sich etwas ändern.“

„Ich wusste, es muss sich etwas ändern.“

Thomas, 23 Jahre, Ausbildung zum Feinwerkmechaniker an der TU Braunschweig

Wie viele andere Schulabgänger hat sich Thomas nach dem Abitur an den Schulfächern orientiert, in denen er gute Noten hatte. Das waren vor allem Mathematik und Physik – der Studiengang Maschinenbau lag für ihn daher nahe und versprach gute Einstiegschancen. „Meine Vorstellungen vom Studium wurden aber schnell von der Realität eingeholt,“ sagt Thomas heute. Der Theorieanteil an der Universität war höher als erwartet, Thomas bekam eine schlechte Note nach der anderen. Dennoch wartete Thomas bis zum 6. Semester, bevor er sich Hilfe suchte. „Ich hatte Angst“, erzählt der 23-Jährige, „mich meinen Eltern anzuvertrauen.“ Und sich und ihnen einzugestehen, dass er das Studium nicht weiterführen wollte.

Im Sommer 2015 ging er zunächst zur Zentralen Studienberatung der TU Braunschweig. Doch da er den Weg aus der Hochschule raus suchte, verwiesen ihn diese an das Wegbereiter-Vorläuferprojekt an der TU Braunschweig, „Neustart IT“. „Ich wusste, ich wollte abbrechen“, so Thomas. Gemeinsam mit Marcus, heute Projektleiter von „Wegbereiter“, machte Thomas eine Situationsanalyse, ging Alternativen durch, besprach Wünsche und Ziele. „Nach dem Abbruch war ich erst einmal ganz schön fertig. In der Beratung reifte die konkrete Vorstellung, welche Ausbildung ich ausüben wollte.“ Für Thomas und die meisten Studienabbrechenden in seiner Situation ist es wichtig, wieder nach vorn denken zu können und festzustellen, dass es noch immer viele Optionen gibt. Und die notwendige Unterstützung zu finden, auch im Umgang mit dem Umfeld. Große Sorge hatte Thomas nämlich vor dem Gespräch mit seinen Eltern, insbesondere seinem Vater. Doch das Gespräch lief gut.

Schnell kristallisierte sich dann in der Beratung auf der Basis seiner Interessen und Fähigkeiten sowie dem Wunsch nach praktischem ‚Tun‘ heraus, dass eine Ausbildung zum Feinwerkmechaniker das Richtige sein könnte. Der Zufall wollte es, dass die TU Braunschweig, die selbst zahlreiche handwerkliche, duale Ausbildungen anbietet, zu diesem Zeitpunkt für den unmittelbar bevorstehenden Ausbildungsstart noch eine offene Stelle in der Ausbildung zum Feinwerkmechaniker anzubieten hatte. Dieser Hinweis wurde durch die Handwerkskammer Braunschweig – Lüneburg – Stade erbracht.

Parallel besuchte Thomas erfolgreich die Studien- und Berufsberatung der Agentur für Arbeit Braunschweig und konnte durch das Gespräch mit seiner Berufsberaterin seinen Berufswunsch absichern. Ein weiterer Vorteil war, dass er eine Fülle an Ausbildungsangeboten kostenlos zu gesendet bekommen hatte. Innerhalb weniger Tage wurde Thomas vom Studienabbrecher zum Auszubildenden – letztlich ein Idealfall, der viel mit Glück zu tun hatte. Das weiß auch Thomas, und rät deshalb dazu, früher Beratung in Anspruch zu nehmen und nach der richtigen Beratungsstelle zu fragen. „Damit meine ich auch, dass man – gerade auch bei diesem Projekt – über längere Zeit beraten werden kann. Auch wenn man also die ersten Zweifel hat, kann man durch eine frühe Beratung weiterfinden“, und sich weitere Informationen holen, sich besinnen darauf, wo es hingehen soll, ein Ziel entwickeln und ansteuern.

Thomas jedenfalls ist seinen Weg gegangen und steuert dem Ende seiner Ausbildung entgegen. Sein Mut, etwas zu ändern und sein Vertrauen in andere, ihm zu helfen, haben sich schließlich gelohnt. Thomas ist heute sichtlich erleichtert: „Letztendlich hatte ich mehr Angst als angebracht war. Der Schritt war der Richtige“.

Foto: Alexander Dontscheff

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